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Venti-Alarm in den Verwaltungen

Wie hält man im Büro die Hitze aus? Venti-Alarm in den Verwaltungen

Die Hitze drückte und wochenlang war keine Temperaturen-Entspannung in Sicht. Die MAZ fragte bei den Umland-Beamten nach, wie sie im Hochsommer in ihren Büros „runtergekühlt“ werden. Da gibt es so manche erfrischende Erkenntnis. Auch, wenn es jetzt etwas kühler geworden ist – der Sommer ist kalendarisch noch nicht vorbei.

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Die Beelitzer Verwaltungsmitarbeiter Nadine Stephan und David Müller zapfen wie die Besucher gern Wasser an den neuen Spendern.

Quelle: T.L./St.R.

Umland. Bevor jetzt die Temperaturen etwas runter gegangen sind, haben Menschen in den nicht klimatisierten Büros wochenlang tüchtig geschwitzt. Selbst 29 Grad sollen keine Seltenheit gewesen sein. Da klebten die Hemden und Shirts schon mal am Körper und der eine oder andere Schweißtropfen fiel auf die Tastatur und die Wimperntusche lief. Hitzefrei wie die Schüler bekommen die Erwachsenen nicht. Auch nicht in den Verwaltungen der Umland-Gemeinden und -Städte. Da müssen die Mitarbeiter schon einiges aushalten. Allerdings gibt es gesetzlich bestimmte Grenzen. Welche Lufttemperaturen im Büro zumutbar sind, definiert die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 sehr detailliert. Demnach soll die Raumtemperatur am Arbeitsplatz nicht höher als 26 Grad sein.

Auch wenn der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, eine Klimaanlage einzubauen, muss er dafür sorgen, dass diese Marke möglichst nicht überschritten wird, zum Beispiel durch den Einbau von Sonnenschutzvorrichtungen an den Fenstern. Übersteigt die Lufttemperatur 30 Grad, müssen sich Arbeitgeber noch intensiver um den Schutz ihrer Mitarbeiter kümmern – zum Beispiel durch Lüften in den frühen Morgenstunden oder das Bereitstellen von Getränken. Die Vorgaben in der Arbeitsstättenregel sind allerdings nur allgemeine Richtwerte: Endgültig nicht mehr als Arbeitsraum geeignet ist ein Büro laut Arbeitsstättenregel, wenn das Thermometer mehr als 35 Grad anzeigt.

Die Teltower Stadtverwaltung ist jedenfalls bemüht, die Arbeit bei hohen Temperaturen „so angenehm wie möglich zu gestalten“. So wird allen Beschäftigten kostenloses Mineralwasser zur Verfügung gestellt. In den in jeder Etagenküche zu findenden Kühlschränken kann dieses zusätzlich nach individuellem Bedarf gekühlt werden. Auf Anfrage erhält jeder Mitarbeiter außerdem einen Ventilator oder einen Turmventilator. Im gesamten Haus befinden sich für den Sonnen- und Blendschutz an jedem Fenster abdunkelnde Jalousien. In einigen Büros, die die meiste Sonneneinstrahlung erfahren, wurden die Fenster mit speziellen Hitzefolien versehen. „Diese lichtabweisenden Sonnenschutzfolien reduzieren nicht nur die UV-Strahlen, sondern sorgen für ein angenehmeres Raumklima“, erklärt Stefanie Icks von der Pressestelle der Stadt.

In der Stahnsdorfer Gemeinde machen bei hohen Temperaturen viele Mitarbeiter von der Möglichkeit Gebrauch, ihren Dienst bereits in den kühleren Morgenstunden ab 6.30 Uhr zu beginnen, so Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Außerdem ist das Gemeindezentrum mit elektrischen Außenrollos und Innenjalousien als Sonnenschutz in allen Räumen ausgestattet. Die Verwaltung stellt an besonders heißen Tagen noch kostenloses Wasser für alle Mitarbeiter in den Teeküchen bereit.

Die Stahnsdorfer Gemeindeverwaltung hat elektrische Außenjalousien sogar mit Klapptechnik für eine Lüftung trotz Abdunkelung

Die Stahnsdorfer Gemeindeverwaltung hat elektrische Außenjalousien sogar mit Klapptechnik für eine Lüftung trotz Abdunkelung.

Quelle: Gemeinde Stahnsdorf

In Kleinmachnow ist es „schon gut warm im Rathaus, denn wir haben ja keine Klimaanlage“, sagt Sprecherin Martina Bellack. Die Ventilatoren laufen an heißen Tagen auf Höchsttouren, die meisten Jalousien sind unten und „wir versuchen, durch intelligente Lüftung für etwas Erfrischung zu sorgen“, so Bellack. Für alle Mitarbeiter stehe ausreichend Wasser bereit. Außerdem wurde die Kernzeit noch etwas verkürzt. „Wir können also die Gleitzeit nutzen und früher gehen, sofern die Abteilungen nicht komplett verwaisen“, sagt Bellack. Die gemeindeeigene Bibliothek im überhitzten Rathaus war in der vorigen Woche eher geschlossen worden.

Die Stadt Werder stellt ihren Mitarbeitern im Außendienst „natürlich ausreichend Getränke zur Verfügung“, versichert der 1. Beigeordnete, Christian Große. Die Mitarbeiter, die durch die Lage ihrer Büros besonders von der Hitze betroffen sind, können „in Abstimmung mit dem zuständigen Fachbereichsleiter auch früher in den Feierabend gehen“, so Große.

Auch die Mitarbeiter der Beelitzer Stadtverwaltung , des Bauhofes und der Kitas arbeiten trotz der großen Hitze natürlich weiter. Eingeschränkte Öffnungszeiten gibt es nicht. Die Arbeitszeit kann auf frühestens 6.30 Uhr vorverlegt werden, das gebe die Rahmenarbeitszeit her, teilt Stadtsprecher Thomas Lähns mit. Jalousien gibt es auf den Sonnenseiten (Süden und Westen) des Rathauses, auf der Ostseite ist es vergleichsweise kühl durch den Schatten der Kirche. Im Rathaus sorgen zudem seit einigen Wochen neue Ventilatoren für frischen Wind – jedes Zimmer hat einen bekommen. Zudem sind gerade erst vier Wasserspender im Rathaus und der Touristinfo aufgestellt worden, an denen man stilles und Sprudelwasser zapfen kann – natürlich auch die Besucher.

Den Vorteil der Gleitarbeitszeit nutzen in der heißen Sommerzeit gern auch Mitarbeiter der Verwaltung in Schwielowsee . Arbeitsbeginn ab 6.30 ist möglich. Für alle Verwaltungsmitarbeiter, einschließlich Kita- und Bauhofpersonal, werden kalte Getränke zur Verfügung gestellt, heißt es. Das Rathaus und auch die Kindertagesstätten verfügen über Jalousien, Ventilatoren und Klimageräte. Letztere für besonders aufheizbare Zimmer, wie es sie im Fercher Rathaus an der Südwestseite gibt. Dort steigen die Temperaturen schnell mal auf bis 30 Grad. Nach anhaltender Kritik soll Abhilfe mit neuen Außenjalousien und Wand-Lüftern geschaffen werden.

In den Kindertageseinrichtungen, zum Beispiel in Geltow, beginnt die Leiterin der Einrichtung an besonders heißen Tagen bereits um 5.30 Uhr ihren Dienst, um die Räume gut durchzulüften. Die ganz kleinen Kinder (1 Jahr) bleiben sicherheitshalber in den Räumen und alle anderen Gruppen dürfen erst ab 16 Uhr nach draußen, so die Gemeinde.

Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig, dankte erst einmal ihren Mitarbeitern, „dass sie so gut durchgehalten haben, ohne zu stöhnen“. In ihrem „schönen Neubau“ an der Arthur-Scheunert-Allee sei es „auszuhalten. Der Bau hat eine gute Qualität“, sagt Hustig zur MAZ. In den anderen beiden Gebäuden sei es unterschiedlich. Aber es gebe Ventilatoren und an besonders heißen Tagen würden kostenlos Wasserflaschen an die Mitarbeiter verteilt, die gern die Gleitarbeitszeit ab 6 Uhr nutzen.

Ganz so toll haben es die Mitarbeiter in der Bad Belziger Kreisverwaltung nicht: Dort gibt es kein Gratis-Wasser. „Jalousien ja, Ventilatoren ja und da wir gleitende Arbeitszeit haben, kann jeder Mitarbeiter in der Zeit von 6 bis 20 Uhr seine Arbeitszeit individuell gestalten – ausgenommen Kollegen, die zu bestimmten Sprechzeiten anwesend sein müssen“, erklärt Kreissprecherin Andrea Metzler. Duschen sind zum Beispiel in den Standorten Papendorfer Weg 1 und im Backsteingebäude Nr. 3 sowie in der Dienststelle in Brandenburg -–Vorschrift für Veterinärwesen – vorhanden. Vor allem für Mitarbeiter im Außendienst, die durch Staub, Schmutz oder ähnliches belastet sind, steht die reinigende Dusche parat. Und in dem Fall ist es eigentlich egal, ob im Sommer bei Hitze oder im Winter bei Kälte. Der Dreck muss weg!

Von Claudia Krause

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