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Verbale Tiefschläge im Trinkwasserstreit

Nuthetals Bürgermeisterin ruft zu Sachlichkeit auf Verbale Tiefschläge im Trinkwasserstreit

Im Streit um Trinkwasserpreise im Verband „Mittelgraben“, dem Michendorf und Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) angehören, soll es vermehrt zu verbalen Ausfällen gegenüber Mitarbeitern der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH gekommen sein. Die MWA ist Geschäftsbesorger des Verbandes. Monteure etwa wurden als „Halsabschneider“ bezeichnet.

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Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) ruft die Bürger zu Sachlichkeit auf.

Quelle: Archiv(OM

Michendorf/Nuthetal. In den vergangenen Tagen soll es verstärkt zu verbalen Angriffen gegenüber Mitarbeitern der Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH (MWA) gekommen sein. Die Attacken stehen offenbar im Zusammenhang mit einer Entscheidung des Potsdamer Landgerichts zu 2013/2014 erhobenen Trinkwasserpreisen, die das Gericht als „unbillig“ bezeichnete, und der Debatte, die das Urteil ausgelöst hat. „Die Mitarbeiter der MWA GmbH verrichten ihre Arbeit gut und sind nicht für die Umstände bezüglich des Wasserpreises verantwortlich“, sagte Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke). Sie bittet alle Bürger um Sachlichkeit und ruhiges Auftreten. „Verbale Angriffe gehören sich nicht und sind nicht zielführend, so Hustig zur MAZ.

Die MWA ist Geschäftsbesorger des Verbandes „Mittelgraben“, dem Michendorf und Nuthetal angehören. Laut Hustig will der Verbandsvorstand am Donnerstag beraten, wie mit dem Urteil umgegangen wird. Aus ihrer Sicht sollte das abschließende Wort die Verbandsversammlung haben. „Das alles braucht auch etwas Zeit, um die Folgen des Urteils auszuloten.“ Die Bürger hätten einen Anspruch auf einen rechtssicheren Umgang damit. „Schnellschüsse bringen da gar nichts“, so Hustig.

Laut MWA-Prokurist Torsten Könnemann sind Monteure vor Ort und Mitarbeiterinnen in der Abrechnungsabteilung beschimpft worden. „Es sind teilweise Worte gefallen, die unter erwachsenen Leuten nicht fallen sollten.“ Er wolle die Worte nicht wiederholen.

Dem Vernehmen nach wurden Mitarbeiterinnen etwa als „Geldeintreiber“ und „durchgeknallte Zicken“ bezeichnet. Monteure mussten sich anhören, sie seien „Preistreiber“ und „Halsabschneider“. „Das sind die selben Monteure, die am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Kunden kommen, um havarierte Wasserleitungen zu reparieren“, sagte MWA-Geschäftsführer Felix von Streit. „Wenn man solche Worte häufiger zu hören bekommt, geht das auf die Seele.“ Die Verbalattacken waren auch Thema in der Verbandsversammlung. Könnemann spricht von einem Appell an Politik, Interessenverbände und Medien, „Sachlichkeit walten zu lassen und darauf hinzuwirken, dass wir korrekt miteinander umgehen“. Wie der Verband mit dem Urteil umgeht, wolle er nicht vorwegnehmen. „Was die Gremien damit machen, können wir als Betriebsführer gar nicht sagen“, so von Streit.

Das Landgericht hatte jüngst geurteilt, der Verband habe von Oktober 2013 bis September 2014 unbillige – also überzogene – Trinkwasserpreise erhoben. An der Preiskalkulation kritisierte es, dass Kosten für ein Wasserwerk eingerechnet wurden, das es noch nicht gibt. Zum Umgang mit dem Urteil will auch Hustig einen Vorschlag unterbreiten. Vorab sagte sie nur so viel: „Wir sollten so entscheiden, dass keine weiteren Kosten für Rechtsstreite entstehen.“

Von Jens Steglich

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