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„Türklinke“ feiert 25-jähriges Bestehen

Kleinmachnow „Türklinke“ feiert 25-jähriges Bestehen

Mit einem Sommerfest feierte die gemeinnützige Gesellschaft für sozialpsychiatrische Dienstleistungen „Türklinke“ in diesen Tagen in Kleinmachnow ihr 25-jähriges Bestehen. Der Verein hatte sich im März 1991 gegründet. Mittlerweile unterhält die Gesellschaft ein ganzes Netz aus verschiedenen gemeindepsychiatrischen Angeboten.

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Ein weiteres Abenteuer

25 Jahre Verein für gemeindenahe Psychiatrie „Türklinke“: Waltraut Willsch, Klaus-Günther Himmrich und Irmgard Schüttel (v. l.) erinnern sich an frühere Zeiten.

Quelle: : H. Helwig

Kleinmachnow. Auf historischem Boden feierte dieser Tage die gemeinnützige Gesellschaft für sozialpsychiatrische Dienstleistungen „Türklinke“ mbH in Kleinmachnow mit einem Sommerfest ihr 25-jähriges Bestehen. Mit der Wohnstätte für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen hatte seinerzeit alles begonnen. In einem ehemaligen Gästehaus der Stasi startete der Verein für gemeindenahe Psychiatrie sein erstes therapeutisches Wohnprojekt mit sieben Plätzen und sechs Mitarbeitern. „Damals mussten wir erst einmal mit den Möbeln der Stasi auskommen. Geld für eine neue Ausstattung hatten wir nicht“, erinnert sich Geschäftsführerin Waltraut Willsch.

Solche Projekte würden in den alten Bundesländern von freien Trägern geführt, riet ihr im März 1990 der Sozialamtsleiter aus dem Westen der Kreisverwaltung Potsdam-Land. Ein großer Verband streckte schon seine Hand nach dem Projekt aus. Ein Jahr später gründeten zwölf Mitglieder den Verein „Türklinke“. Zu ihnen gehören auch Irmgard und Henner Schüttel aus Potsdam, die damals in der Hebbelstraße ihr Wohnzimmer als Sitzungsraum zur Verfügung stellten. Beide sind bis heute dem Verein treu geblieben. „Den Namen Türklinke haben wir gewählt, weil einige von uns in ihrem bisherigen Berufsalltag in den großen Nervenkliniken der DDR überwiegend Türen ohne Klinken erlebt hatten. Sie konnten nur vom Personal mit dem Schlüssel geöffnet werden“, sagt Willsch. Die Türklinke soll ein Sinnbild für die eigenständige Entscheidungsmöglichkeit der betreuten Menschen sein, eine Tür öffnen oder schließen zu wollen.

Inzwischen sind aus den sieben Plätzen in Kleinmachnow 19 Plätze geworden. Längst ist das Wohnprojekt nicht mehr das einzige des Vereins. Die gemeinnützige Gesellschaft unterhält derzeit außerdem eine Kontakt- und Beratungsstelle in Teltow, zwei ambulante Dienste des begleitenden Wohnens, eine gemeindepsychiatrische Tagesstätte sowie neun individuelle, mietverträgliche Apartmentwohnungen.

„All diese Unternehmungen wären nicht möglich gewesen, wenn uns die Menschen nicht immer wieder vertraut hätten“, bekräftigt Waltraut Willsch. Einer der treuesten Klienten ist Klaus-Günther Himmrich, der wohl so oft wie kaum ein anderer das Krankenhaus aufsuchen musste und jetzt in Kleinmachnow lebt. Er liest gern psychologische Bücher, hält sich fit, sieht gern kirchliche Sendungen und interessiert sich für Politik und Wirtschaft, offenbarte er auf dem Fest.

Waltraut Willsch und ihr Team sind sich sicher, dass sie auch die Klinke zur Tür ins dritte Jahrzehnt der Gesellschaft zuversichtlich herunterdrücken können.

Von Heinz Helwig

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