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Verein möchte Geschäftsführer einstellen

Lehniner Institut für Kunst Verein möchte Geschäftsführer einstellen

Das Lehniner Institut für Kultur hat große Pläne. Die 1991 gegründete renommierte Kultureinrichtung in schönster Seelage sieht sich jedoch mit ihrer ehrenamtlichen Kraft nicht in der Lage, diese umzusetzen. Für die Weiterentwicklung wäre ein hauptamtlicher Geschäftsführer nötig, sagt Eckhardt Haisch, Gründungsmitglied des Vereins, und findet dafür drastische Worte.

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Eine Berliner Schulklasse lässt sich von Eckhart Haisch die Galerie am Klostersee zeigen mit Werken von Emerita Pansowová.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Lehnin. Vor 26 Jahren gab die damalige Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) dem Verein 500 000 Mark für dessen Start. Das Lehniner Institut für Kunst und Kultur sucht nun, 2017, bei allem Erfolg einen neuen Weg. Für diesen nächsten Entwicklungsschritt werde ein hauptamtlicher Geschäftsführer gebraucht. So deutlich sagt es Eckhart Haisch, der vor 26 Jahren zu den Gründungsmitgliedern der renommierten Kultureinrichtung am Klostersee zählte. Der bald 76-Jährige, der neben Martin und Gisela Schneider wie kaum ein anderer seit 1991 für das Institut steht, fordert für den Verein eine institutionelle Förderung durch die öffentliche Hand, damit ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt werden könne. Haisch spricht von einer 40 000 Euro-Förderung im Jahr. „Es ist definitiv so, dass die ehrenamtliche Tätigkeit, auf die der Verein vollkommen angewiesen ist, Entfaltung und Stabilität, wie wir sie uns vorstellen, nicht ermöglichen.“

Noch bis zum 25

Noch bis zum 25. Mai ist eine Skulpturenschau der Berliner Künstlerin Emerita Pansowová am Klostersee zu besichtigen: Hier ihre Bronzestatue „Die Schreitende“.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Zwar ist ein Generationswechsel in dem Verein schon vor mehr als einem Jahr gelungen und Haisch konnte sich aus der Vorstandsarbeit zurückziehen. Vorstandsmitglieder sind nun Henning Dumke aus Leipzig und die beiden Lehniner Anna Tarkhanova und Sascha Montag. „Der Vorstand leistet großartige Arbeit, steht aber in dem Konflikt des eigenen Broterwerbs und beruflicher Verantwortung“, so Haisch. „Wie kann ein Familienvater mit drei Kindern acht Stunden am Tag ehrenamtlich arbeiten und dazu noch am Samstag und Sonntag?“ Das aber sei eigentlich nötig.

Der lichtdurchflutete Pavillon mit angrenzender Seeterrasse bietet Raum für das Ufercafé

Der lichtdurchflutete Pavillon mit angrenzender Seeterrasse bietet Raum für das Ufercafé. Dort sind regelmäßig für die Besucher auch Lesungen zu erleben.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Doris Patzer, Kulturchefin im mittelmärkischen Landratsamt, zeigt sie gegenüber der MAZ dem Anliegen des Vereins nicht verschlossen: „Wenn uns ein solcher Antrag erreicht, werden wir ihn prüfen und darüber reden.“

Kunst und Klostersee gehören in Lehnin zusammen

Kunst und Klostersee gehören in Lehnin zusammen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Die Pläne des Instituts sind vielfältig: Da ist das vor Jahren über Erbaupacht erworbene Nachbarareal, ein früheres Erntehelfer- und Ferienlager. Dort soll Raum entstehen für drei Kunstsammlungen auf einer Fläche von 700 bis 900 Quadratmeter, dazu ein Museumsshop, Depots und Ateliers. Ein Millionenprojekt. „Wir kommen nicht voran, es dümpelt vor sich hin“, sagt Haisch. „Nur mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer lässt sich das durchführen, es ist unzumutbar für einen Ehrenamtlichen.“

Auch eine Seebühne gehört zu der Kultureinrichtung, gerade erkundet von Berliner Schülern

Auch eine Seebühne gehört zu der Kultureinrichtung, gerade erkundet von Berliner Schülern.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Zudem soll das Gästehaus mit derzeit 23 Zimmern erweitert werden. Es ist in den Sommermonaten auf Jahre ausgebucht, auch von Schulklassen, nur im Frühjahr sind noch Lücken zu finden; in den Wintermonaten aber ist es für Wochen geschlossen. „Das ist kein Dauerzustand“, sagt Haisch. „Wir sind dabei im Kuratorium zu erarbeiten, wie die Grabesstille und die Entlassungen in der Winterzeit zu vermeiden sind.“ Eine Winterakademie ist geplant für künstlerisch arbeitende Gruppen wie Orchester oder Chöre. „Individualreisende sind in der Minderheit. Wir sind ja kein Hotel.“

Gästehaus, Jugendkunstschule, Sommerakademie, Galeriebetrieb mit jährlich fünf bis sieben Ausstellungen

Gästehaus, Jugendkunstschule, Sommerakademie, Galeriebetrieb mit jährlich fünf bis sieben Ausstellungen: Das Wirkungsfeld des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur ist vielfältig.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Zudem möchte der Verein ein Atelier für die Jugendkunstschule entstehen lassen und die Arbeit mit Lehniner Schülern verstärken. Auch ein Atelier mit Wohnung ist geplant für einen Artist in Residence, für Künstler also, die jeweils für eine Zeit auf dem Gelände leben und arbeiten. Dafür hofft der Verein auf je 20 000 Euro Leader-Förderung. Auch die Öffnungszeiten des Ufercafés auf Werktage auszuweiten, ist dem Verein wichtig. Seit einiger Zeit betreibt das Café, das direkt am See liegt, eine Architektin und öffnet es an den Wochenenden.

Das Lehniner Institut für Kunst und Kultur

Idyllischer kann eine Kulturstätte kaum liegen: Auf 9000 Quadratmeter parkähnlichem Grundstück mit Skulpturen-Ausstellung am Klostersee liegt das Lehniner Institut für Kunst und Kultur. Gestartet ist es vor 26 Jahren unter dem Namen Lehniner Institut für Weiterbildung. Damals gab das Hildebrandt-Ministerium der Arbeitsfördergesellschaft 500 000 Mark. Das Konzept damals: Arbeitslos gewordenen Menschen in der Region zu qualifizieren und eine überregional bedeutsame Kultureinrichtung entstehen zu lassen. Zur ersten so genannten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gehörten 18 Männer und Frauen.

2004 dann der neue Name: Lehniner Institut für Kunst und Kultur (LIK) mit seiner von Eckhart Haisch geführten Galerie am Klostersee, eine Sommerakademie und Seminarbetrieb, der Jungen Kunstschule, dem Gästehaus und dem Ufercafé.

Der Verein hat zwei Mitarbeiter über geförderte Beschäftigungsverhältnisse für das Gelände. Hinzu kommen sieben Mitarbeiter im Gästehaus.

Eckhart Haisch, 75, in Konstanz am Bodensee geboren, ist Maler, Bildhauer, Mitinitiator des LIK und früher Geschäftsführer der Gesellschaft für Fahrzeugtechnik in Rädel.

Infos unter www.lehniner-institut-fuer-kunst.de

Skulpturen prägen das parkähnliche Areal des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur

Skulpturen prägen das parkähnliche Areal des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Von Marion von Imhoff

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