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Verein verfolgt Einsteins Spuren

MAZ zu Hause in Caputh Verein verfolgt Einsteins Spuren

Der Verein Initiativkreis Albert-Einsteinhaus in Caputh zeigt seit zehn Jahren die Dauerausstellung zu Einsteins Sommer-Idyll im Bürgerhaus. Die Besucherzahl hat sich auf etwa 2000 Besucher jährlich eingepegelt. Helga Dieckhoff ist seit 2010 im Verein dabei und hat Albert Einstein auf eine ganz andere Art, jenseits der Physik, kennen und schätzen gelernt.

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Helga Dieckhoff ist seit sieben Jahren Mitglied des Vereins Initiativkreis Albert-Einsteinhaus in Caputh.

Quelle: Luise Fröhlich

Caputh. Als Albert Einstein seinen Sohn Eduard 1931 nach Caputh einlud, schrieb er folgende Zeilen: „Sei ein gutes faules Tier, streck alle Viere weit von Dir. Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt und auf Papa, wenn Dirs gefällt.“ Albert Einstein wohnte von 1929 bis 1932 mit seiner Frau Elsa und deren Töchtern in dem Holzhaus am Waldrand – ein Fakt, mit dem sich der Ortsteil zweifelsohne schmücken kann.

Der Caputher Verein Initiativkreis Albert-Einsteinhaus lässt die Geschichte des Hauses sowie ein Andenken an dessen Architekten und an Albert Einstein, den Urheber der Relativitätstheorie, selbst aufleben. Den Initiativkreis selbst gründeten fünf Caputher bereits 1999, als sich das Einsteinhaus noch in desolatem Zustand befand. Mit Führungen, Vorträgen und Ausstellungen konnte der Initiativkreis eine breite Öffentlichkeit erreichen, das Haus wurde schließlich im Einsteinjahr 2005 renoviert. Doch entgegen aller Vermutungen befindet sich der 2006 zum Initiativkreis gegründete Verein nicht im Einsteinhaus, sondern im 1. Obergeschoss des Caputher Bürgerhauses. „Das liegt an Einstein selbst“, erklärt Vereinsmitglied Helga Dieckhoff. Einstein hatte vor seinem Tod erklärt, dass sein Wohnhaus in Princeton nicht zum Museum umfunktioniert werden soll. Das habe man auch auf sein Sommerhaus in Caputh umgemünzt.

Die Veranstaltung zum 700-jährigen Bestehens Capuths gab es schon

„Wir werden ständig mit dem Einsteinhaus verwechselt“, sagt Helga Dieckhoff. Dieses aber wird vom Einsteinforum in Potsdam betrieben und hat immer am Wochenende oder an Feiertagen geöffnet. Der Verein hingegen öffnet seine Dauerausstellung im Sommer dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Eine bezahlte Arbeitskraft kümmert sich um die Betreuung, Vermittlung und alles, was vor Ort anfällt. Darin fließt der Großteil der Fördermittel. Aber auch die ehrenamtlichen Mitglieder sind tageweise für die Besucher der Ausstellung da. Etwa 2000 Menschen kommen jährlich.

Einst startete der Verein mit zwölf Mitgliedern, mittlerweile ist die Zahl auf 32 angewachsen. Aber: „Es gibt ein großes Manko an aktiven Machern“, sagt Helga Dieckhoff. Von den Gründungsmitgliedern des Initiativkreises ist nur noch Wiebke Franck übrig. Die Ausstellung als Hauptattraktion wird ergänzt durch zwei Vorträge im Jahr. Anlässlich des 700-jährigen Bestehens von Caputh gab es bereits im Mai einen Vortrag zu „700 Jahre Navigation auf See“. Der Anklang war groß, wie Helga Dieckhoff berichtet. Das Thema kam nicht von ungefähr, denn ohne Einsteins Relativitätstheorie würden die GPS-Systeme in Navis nicht funktionieren, sagt die Caputherin, die seit 2010 dabei ist.

Nicht nur trockene Geschichte

Den „anderen“ Einstein mit dem Wirken jenseits der Physik kennenzulernen, findet sie besonders interessant. „Er war ein um Toleranz und Frieden bemühter Weltbürger, ein unabhängiger Denker, der es nicht nur im Bereich Physik wagte, gegen den Strom zu schwimmen“, so Helga Dieckhoff. „Mir macht die Arbeit im Verein Spaß, weil sie mich in ihrer Vielseitigkeit mit jedem neuen Vortrags- und Ausstellungsthema bereichert.“ Zum Internationalen Museumstag etwa ist ein neuer Aufsteller hinzu gekommen, der sich mit Einsteins Haus in Berlin-Spandau beschäftigt. Es sei nicht nur trockene Historie, die in Albert Einstein steckt, sondern auch Humor.

Zwei Veranstaltungen stehen noch bevor

Der Initiativkreis widmet sich der Aufgabe, das geistige Erbe des Nobelpreisträgers Albert Einstein und des Architekten Konrad Wachsmann zu pflegen.

Am 11. November wird es um 17 Uhr im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Caputh einen Vortrag von Annemarie Jaeggi zu Konrad Wachsmann und Walter Gropius geben.

Zu „Feuer und Flamme für unsere Museen “ am 28. Oktober stehen ab 14 Uhr im Bürgerhaus Projektvorstellungen des GPS-Exponates auf dem Plan und anschließend eine Einführung in das Geocaching. Zu diesem Hobby sei Helga Dieckhoff dank Albert Einstein gekommen, wie sie erzählt.

Von Luise Fröhlich

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