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Potsdam-Mittelmark Vereint und doch getrennt
Lokales Potsdam-Mittelmark Vereint und doch getrennt
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12:13 25.06.2017
Der Große Seddiner See sichert nicht nur dem Fischer seinen Lebensunterhalt. Er wurde auch zum Namensgeber für die Gemeinde. Quelle: Archiv
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Seddiner See

„Vom Wasser haben wir’s gelernt“, könnten die Einwohner in Seddiner See singen. Das größte Gewässer der Umgebung gab ihrer Gemeinde nach der Kommunalwahl am 5. Dezember 1993 den Namen, als sich die bis dahin eigenständigen Orte Neuseddin, Seddin und Kähnsdorf zusammenschlossen. Der Seddiner See grenzt an alle drei Dörfer, das sollte verbinden, wünschte sich Bürgermeister Axel Zinke (parteilos). Der Kahn für Kähnsdorf, der Fisch für Seddin und das Eisenbahnrad für Neuseddin gleichberechtigt im Wappen der Gemeinde sollen dies auch offiziell bekräftigen. Doch wie sehen sich die Menschen der Gemeinde selbst? Fühlen sie sich nun als „Seddiner See-er“ oder als nur „Seddiner“? In beiden Fällen bliebe Kähnsdorf unterrepräsentiert. Am ehesten empfinden sie sich wohl noch immer als Einwohner ihrer jeweiligen Orte.

„Die bisherige Entwicklung zeigt, dass sich die Vereinigung der Orte für ihre Bürger zunehmend als vorteilhaft erweist“, resümiert Zinke. Doch auch eine Gemeinde Seddiner See kann im Gegensatz zum großen Deutschland ihre historische Teilung wohl nicht ganz überwinden. Die heutige Bundesstraße 2 ließ die älteren und ländlich-touristisch geprägten Dörfer Seddin und Kähnsdorf auf der einen Seite schon immer untereinander näher zusammenrücken als mit dem jüngeren und historisch eher industrieell gewachsenen Neuseddin auf der anderen Seite. Ortsübergreifende Veranstaltungen wie das Seddiner Fischerfest, das Sängertreffen in Kähnsdorf oder die Seniorensportspiele in Neuseddin sollen das Zueinander stärker fördern.

Die landschaftlich exponierte Lage und die günstigen Verkehrsverbindungen nach Potsdam und Berlin mit Bus, Bahn und Autobahnanschluss locken Unternehmen und Investoren gleichermaßen nach Seddiner See. Neue Wohngebiete, vor allem in Seddin, zeugen vom Wunsch gerade vieler junger Familien, dort zu leben und zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Auch die Gemeinde hat sich gewagt, selbst ein komplettes Neubauviertel im Neuseddiner Lindenring bauen zu lassen und in eigener Regie zu vermarkten.

Im benachbarten Gewerbegebiet in der Pappelallee arbeiten nach Verwaltungsangaben gegenwärtig knapp einhundert Klein- und mittelstandische Betriebe sowie Dienstleistungseinrichtungen – darunter ein Automobillogistikunternehmen, bekannte Kfz-Firmen, ein Fachbetrieb für Rehabilitation oder ein international erfolgreich agierender Anbieter von Schiffselektronik. Die Gemeindevertreter ebnen gerade einem weiteren Kleingewerbegebiet westlich des Bahngeländes den Weg für ersehnte Betriebserweiterungen. Die Unternehmen haben sich vielleicht ganz bewusst für Neuseddin entschieden, dessen Rangierbahnhof zu den neun größten Güterumschlagplätzen in ganz Deutschland zählt.

Bildung und Kultur holten die kleineren Ortsteile Seddin und Kähnsdorf aus ihrem früheren Dornröschenschlaf. Mit ihrem umfangreichen Kursangebot und ihren Kapazitäten ist die Heimvolkshochschule am Seddiner See nicht nur für den Landkreis Potsdam-Mittelmark und das Land Brandenburg zu einer unverzichtbaren Institution für die Aus- und Weiterbildung im ländlichen Raum sowie zum bevorzugten Tagungsort von Konferenzen geworden. Im Findlingsgarten in Kähnsdorf bestaunen viele Besucher die steinernen Zeitzeugen der frühen geologischen Erdgeschichte und die Skulpturen moderner Bildhauer. Unweit davon lädt die Kulturscheune zu mehreren Ausstellungen ein. Im Lutherjahr ist der „Klostergarten“ Wildenbrucher Grundschüler der absolute Hingucker auf dem Freigelände. Mit ihrem „Dorv“-Zentrum und dem gleichnamigen Laden haben die Seddiner nach jahrelangem zähen Kampf aus eigener Kraft ein landesweit einzigartiges Projekt aus dem Boden gestampft, das sich jetzt mehr und mehr zu einem kulturellen Treffpunkt nicht nur der Einwohner aus dem eigenen Ort entwickelt.

Politisch sind in Seddiner See die Wählerbündnisse mit teils unendlich langem Namen in der Überzahl. Außer der Linkspartei (vier Sitze in der Gemeindevertretung) und der SPD (zwei Sitze) konnte bisher keine weitere etablierte Partei in der Gemeinde Fuß fassen. Trotz manchmal unterschiedlicher Auffassungen zu bestimmten Themen haben sich die Gemeindevertreter von Seddiner See anders als zuweilen andere Kommunalparlamente bislang einen sachlichen Umgang miteinander bewahren können.

Von Heinz Helwig

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