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Vergangenem Leben nachgespürt

Glindow Vergangenem Leben nachgespürt

Konfirmanden aus Glindow haben am Wochenende ein ganz besonderes Projekt abgeschlossen: Sie forschten zum Leben von Menschen, deren Namen sie bisher nur von Grabsteinen kannten. Die Idee für das Projekt stammt von Pfarrerin Andrea Paetel-Nocke und steht im Zusammenhang mit dem diesjährigen Ortsjubiläum. Die Ergebnisse werden im Heimatmuseum ausgestellt.

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Im Heimatmuseum nahm Edelgard Baatz (hinten Mitte) von den Konfirmanden und Pfarrerin Andrea Paetel-Nocke (r.) gestaltete Plakate entgegen.

Quelle: Mende

Glindow. Wenn 13-Jährige sich mit dem Leben von Menschen befassen, deren Namen sie nur von Grabsteinen kennen, ist das auf den ersten Blick ungewöhnlich. Die Idee dafür hatte die Glindower Pfarrerin Andrea Paetel-Nocke für ihre Konfirmanden. Damit wollte sie sowohl den Konfirmandenunterricht bereichern als auch etwas zum Ortsjubiläum beitragen. Am vergangenen Sonnabend konnten Pfarrerin und Jugendliche elf Plakate an das Heimatmuseum übergeben. Darauf sind Fakten, Daten, Fotos und auch persönliche Erinnerungen von Verwandten zu unterschiedlichen Glindower Persönlichkeiten zusammengetragen und liebevoll arrangiert worden. Vom 10. Juni bis in den August hinein kann man die Ergebnisse der viermonatigen Recherchen im Museum anschauen.

„Tod, Sterben und Trauer interessieren Jugendliche in diesem Alter schon“, versichert Andrea Paetel-Nocke. Die Konfirmanden hätten durch die Begegnung mit den Angehörigen der Verstorbenen auch ein wenig die Kirchengemeinde kennengelernt. Sie konnten Verknüpfungen zwischen gestern und heute finden. Das Thema verband sich ebenso gut mit Ostern und der Auferstehung. Auch über richtiges Verhalten auf Friedhöfen wurde in diesem Zusammenhang gesprochen. Vor allem Namen alter Glindower Familien hatte das Betreuerteam um die Pfarrerin bei einem Friedhofsrundgang ausgewählt. Waren die Nachfahren einverstanden, durften zumeist zwei Jugendliche sie zu einem Gespräch aufsuchen. „Anfangs war da schon ein bisschen Angst davor, mit jemandem über einen verstorbenen Verwandten zu sprechen“, gibt Jan Schrader zu. Aber es sei dann doch ganz okay und interessant gewesen.

Enkelin eines Bäckermeisters interviewt

Franziska Lucht und Theres-Charlotte Kulka interviewten die Enkelin von Frieda und Paul Liere. Der Bäckermeister und seine Frau hatten eine Bäckerei am Turnplatz betrieben. Heute gibt es das Gebäude nur noch als Wohnhaus. Ein historisches Foto des Bäckerladens konnten die beiden Mädchen in ihr Plakat einbinden. „Wenn man weiß, dass dem Angehörigen diese Erinnerungen etwas bedeuten, gibt man sich besondere Mühe beim Aufschreiben und Gestalten des Plakats“, resümiert Franziska. Mit der Glindower Ziegeleigeschichte hatten sich Jonas Bellmann und Elijah Wallrafen beschäftigt. Da sich zum Ziegelbesitzer Fiedler keine Nachfahren fanden und Elijah beim Ziegeleimuseum vor verschlossener Tür stand, stützen sich die Aufzeichnungen der beiden vor allem auf Informationen, die ihnen die Vorsitzende des Heimatvereins, Edelgard Baatz, gab. Im Internet fand Elijah immerhin die Abbildung eines Ziegels mit dem Aufdruck: A. Fiedler, Glindow/Werder.

Viel Lob bekamen die Konfirmanden für ihre Plakate im Heimatmuseum von der Vereinsvorsitzenden. Die großen Bögen werden in den nächsten Tagen gerahmt und lösen dann die Schau „Historische Glindower Gebäude gestern und heute“ im Museum ab. Zur Vernissage am 10. Juni um 11 Uhr lud Edelgard Baatz schon jetzt die Jugendlichen mit ihren Eltern ein.

Von Edith Mende

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