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Verregnete Rosen

Musical-Premiere in Michendorf Verregnete Rosen

Das Michendorfer Theater erlebte am Wochenende eine Musical-Premiere: In der Volksbühne hieß es: „Für mich soll’s rote Rosen regnen“. Wie der Titel verrät, ging es auf der Bühne um das Leben der legendären Schauspielerin und Chansonsängerin Hildegard Knef.

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Alexandra Marinescu verkörpert die junge Hildegard Knef, Armin Sengenberger spielt diverse Männerrollen.

Quelle: promo

Michendorf. Der Sommer hatte sich am Samstag in Michendorf eine Auszeit genommen und so hingen Regenwolken über der Volksbühne. Drinnen im Theaterfoyer war diesmal etwas mehr Platz als normalerweise bei Premierenabenden, denn die erste Vorstellung von „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ war, trotz der anhaltenden Strahlkraft des Namens Hildegard Knef, nicht ganz ausverkauft.

Die szenische Porträt-Collage von James Edward Lyons, mit musikalischen Arrangements von William Ward Murta sowie Texten von und über Hildegard Knef, ist zumal unter den limitierten Möglichkeiten dieses kleinen Theaters keine geringe Herausforderung. Vielleicht haben die beiden Co-Chefs des Hauses, Christian A. Schnell und Steffen Löser, deshalb gemeinsam die Regieverantwortung übernommen.

Das komplette Bühnenpersonal besteht aus nur drei Akteuren. Die junge Hilde wird von Alexandra Marinescu gespielt, Tina-Nicole Kaiser gestaltet die Diva Knef und in diversen Männerrollen, einschließlich der des Erzählers, darf sich Armin Sengenberger beweisen. Diese Reise durch das Leben der Knef, kombiniert mit zwei Dutzend Chansons und Texten aus ihren Erinnerungsbüchern, schlängelte sich entlang der bekannten biografischen Stationen von den ersten Schauspielversuchen in Vorkriegs-UFA-Zeiten bis hin zum Tod der 76-jährigen am 1. Februar 2002 in Berlin.

Nicht nur wegen der biografisch bedingten Häufung von Schicksalsschlägen im Leben der Knef hing erstaunlich viel Schwermut und Wehklagen über der von einem großen Knef-Porträtfoto dominierten und zwei Schminktischen flankierten Bühne (Gestaltung: Martin Riedl).

Unübersehbar legte sich das Bühnenpersonal mächtig ins Zeug, um nicht vom Schatten der Knef zugedeckt zu werden. Am schwierigsten wurde dieser Kraftakt für Marinescu, denn sie musste gegen ihren eigenen Typ anspielen und ansingen. Ihre Partnerin Kaiser hatte da, allein schon wegen ihrer Statur und der rauchigen Stimmlage, weitaus bessere Konditionen, musikalisches Knef-Flair zu generieren.

Eine Überraschung im angenehmsten Sinne boten von Anbeginn zwei Herren, die erst ganz zum Schluss die Bühne betraten. Nikolai Orloff am Piano und der Kontrabassist Andreas Brzezinski spielten sich beseelt und ganz ohne musikalische Effekthascherei im Halbdunkel des Saals unaufhörlich in die Ohren und Herzen des Publikums. Sie wurden schon nach der Pause zu Recht mit Sonderapplaus bedacht, als sie sich an ihren Arbeitsinstrumenten einfanden. Sie begleiteten die beiden Knefs einsatzfreudig bis in das Finale, das mit dem Vortrag von „Eins und Eins, das macht zwei“ und dem titelgebenden Song „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ musikalisch endete. Sengenberger, als szenischer Mehrzweckcharakter, blieb es danach vorbehalten, die traurige Chronik der letzten Tage dieser großen Künstlerin zu sprechen, bevor sich das hörbar beglückte Publikum noch eine Zugabe erklatschte.

Weitere Aufführungen am 9., 10. und 11. Juni

Von Lothar Krone

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