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Potsdam-Mittelmark Verwunschen – nicht vergessen
Lokales Potsdam-Mittelmark Verwunschen – nicht vergessen
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16:51 12.07.2017
Auf der Lichtung zwischen alten Bäumen: der kleine Friedhof bei Buckau am Rande von Mais- und Kornfeldern. Der Zaun ist nur noch ein Fragment. Quelle: Marion von Imhoff
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Buckau

Gottesacker, diese alte Bezeichnung für Friedhöfe erhält am Rande des Dorfes Buckau eine besondere Bedeutung. Inmitten der Feldmark, zwar in Sichtweite des Dorfes, aber umgeben von Maisfeldern, liegt ein kleiner, nicht mehr bewirtschafteter Friedhof, dessen Grabstellen die Geschichten der Menschen erzählen, die vor vielen Jahrzehnten lebten.

Unter hohen Tannen, dicht wachsendem Wacholder, buschigen Eiben und umgeben von hohem Gras liegen die Gräber. Die Sonne taucht die Lichtung in einen warmen Schein. Wellen im Erdreich sind eine letzte Andeutung aufgegebener Gräber. Doch noch immer werden einige Begräbnisstätten liebevoll gepflegt. Es ist ein verwunschener, aber nicht vergessener Ort des Erinnerns.

Im Hintergrund die aus Backsteinen gemauerte mehr als 100 Jahre alte Trauerhalle. Quelle: Marion von Imhoff

„Hier ruht in Gott“ – so beginnen viele der Inschriften, von denen einige so gut noch zu lesen sind, als hätte der Steinmetz sie gerade erst gefertigt. So die von Wilhelm Zimmermann. „Hier ruht in Gott mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater“ steht da. „Ruhe sanft“. Geboren im Februar 1850 und verstorben im November 1924. Ein Leben also, das vor 167 Jahren seinen Anfang nahm und sechs Jahre nach dem Ersten Weltkrieg sein Ende fand.

Wie war es damals in Pramsdorf, dem einst eigenständigen Ort, der erst einige Jahre nach dem Krieg mit dem Nachbardorf Buckau zusammengeschlossen worden ist. Blickten damals die Angehörigen bei den Begräbnissen weit ins Land, im Sommer über Ähren, im Winter über karge Äcker? Oder kam der Wald dichter heran?

Neben der Trauerhalle alte Grabsteine. Quelle: Marion von Imhoff

Die jüngsten Grabsteine stammen aus den 80er Jahren. Bis 1987 trugen die Pramsdorfer ihre Toten dort zu Grabe. Die meisten Inschriften gedenken Menschen, die in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ihr Leben ließen. Die Worte zeugen von tiefer Gottesfürchtigkeit, von überzeugter Religiosität.

Vor zwei Jahren wurde die Stätte der Totenruhe heimgesucht von Randalierern, die Grabsteine umstießen und die Sitzbänke in der kleinen Trauerhalle zertrümmerten. Fassungslosigkeit war die Reaktion. Heute liegt der Ort wieder in tiefem Frieden.

Von Marion von Imhoff

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