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Potsdam-Mittelmark Viele Wunder rund ums Flüchtlingskind
Lokales Potsdam-Mittelmark Viele Wunder rund ums Flüchtlingskind
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15:23 11.04.2016
Szene aus dem Flüchtlingsmärchen „Le Havre“, das derzeit in Werder gezeigt wird. Quelle: Veranstalter
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Werder

Der Regisseur von „Le Havre-Ein Flüchtlingsmärchen“ im Theater Comédie Soleil in Werder, Julian Tyrasa, ist zugleich auch Autor der nach Aki Kaurismäkis Erfolgsfilm „Le Havre“ von 2011 geschriebenen Bühnenfassung dieses Stoffes. Bei der Premiere am Samstag, im nicht ganz ausverkauften Haus, zeigte sich die ganze Problematik einer solchen Übertragung von der Leinwand auf die Bühne.

Vorlage ist Aki Kaurismäkis Erfolgsfilm „Le Havre“

In Kaurismäkis Märchen sind gleich mehrere wundersame Erzählungen ineinander verschlungen. Die Handlung eines anderthalb Stunden langen Films möglichst komplett und fesselnd auf eine Theaterbühne zu übertragen, ist naturgemäß ein Riesenproblem. Tyrasa fragmentiert die Handlung in unzählige, manchmal nur ganz kurze szenische Schnipsel, zwischen denen jeweils immer wieder zum Umbau das Licht ausgeht. Das aber erschwert zumindest eine differenzierte Figurenzeichnung innerhalb einer ohnehin schon unübersichtlichen Handlung.

Es wimmelt von Helden und Bösewichten

In diesem Flüchtlingsmärchen wimmelt es nur so von Helden und ausgemachten Bösewichten. Handlungsort ist die französische Hafenstadt Le Havre von der aus eine flexible maritime Schlepperbrigade nicht nur Fischfang betreibt, sondern auch Waren aller Art vorbei am Zoll nach England verbringt. Zu ihrem Leistungskatalog gehören auch Flüchtlinge. Der gescheiterte Schriftsteller Marcel Marx (Uwe Poppe) lebt ebenfalls dort mit seiner Frau (Karoline Hugler) in ärmlichen Verhältnissen und verdient sich sein Geld mit Schuhe putzen. Als sein ihn innig liebendes Weib wegen eines unheilbaren Krebsleidens in die Klinik muss, schlägt sich ein Flüchtlingsjunge namens Idrissa (Besim Veli) zu ihm durch.

Auch der diensteifrige Kommissar wird menschlich

Idrissa will nach London und wird von der Polizei gesucht. Der herzensgute Schuhputzer versteckt den Jungen vor dem diensteifrigen Kommissar (Frank Dukowski) und veranstaltet sogar ein Benefizkonzert, um die Schlepper zu bezahlen. Der Plan geht auf, weil zum Schluss sogar der Kommissar bei einer Razzia auf dem Schlepper-Boot ein Auge zudrückt und den Jungen im Fass versteckt nach England reisen lässt. Wie durch ein Wunder wird dann auch noch die todkranke Frau von einem auf den anderen Tag geheilt und kommt wieder nach Hause.

Bühnenbildner Jens Uwe Behrend leistet gute Arbeit

Tyrasa erzählt diese wenig Raum für Differenzierung lassende Geschichte mit meist scherenschnittartigen, extrem kurzen Bildern. Die dafür erforderlichen unzähligen Handlungsorte und die optisch so verschiedenen Kulissen, vom Schiffsanleger, über die Kneipe, bis hin zum Krankenzimmer mit wenigen Umbauhandgriffen glaubhaft in einen einzigen kleinen Bühnenaufbau eingepasst zu haben, ist das Verdienst des Bühnenbildners Jens Uwe Behrend. Den Darstellern aber blieb wegen der Kürze der Auftritte und der schablonenhaften Figurenzeichnung meist wenig Raum, um einprägsame Momente zu kreieren. So bewegte sich die Inszenierung in kleinen Schritten auf das Finale zu, um doch noch mit zwei faustdicken Überraschungen zu enden. Das dankbare Publikum honorierte dann die unerwartet geglückte Flucht und Wunderheilung mit viel Beifall und einem regelrechten Tulpenregen, als sich am Schluss das überglückliche Ensemble verbeugte.

Von Lothar Krone

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