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Viele, aber nicht alle wollen unter dieses Dach

Bad Belzig Viele, aber nicht alle wollen unter dieses Dach

Die Stadtväter von Bad Belzig wollen die ehemalige Geschwister-Scholl-Grundschule sanieren. Obwohl das einen Millionen-Aufwand bedeutet, kommt ein Verkauf wohl nicht in Frage. Allerdings ist noch nicht klar, wer künftig in der soziokulturellen Einrichtung am Busbahnhof seinen Platz finden wird. Als Grundlage gibt den Vorschlag von Katrin Richel.

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Was passt alles unter das Dach der einstigen Geschwister-Scholl-Grundschule in Bad Belzig? Der Vorschlag von Katrin Richel soll bei der Planung für die künftige Nutzung berücksichtigt werden.

Quelle: Foto: Chistoph Brandhorst

Bad Belzig. Die Tage des Vereins für Arbeit und Leben in der ehemaligen Geschwister-Scholl-Grundschule sind wohl gezählt. Er unterhält dort sein Dienstleistungszentrum mit Kleiderkammer, Möbel- und Fahrradwerkstatt sowie Lebensmittelausgabe. „Die Angebote werden von einigen hundert sozial Bedürftigen Menschen genutzt. Deshalb gebietet es der Respekt, mit dem Verein über seine Zukunft zu sprechen“, sagt Uta Hohlfeld (Die Linke). Dies vor dem Hintergrund, dass in dem Gebäude eine soziokulturelle Einrichtung – wohl aber ohne solche Nutzung – etabliert werden soll. Der Grundsatzbeschluss steht am Montagabend auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Heizung und Elektroanlage häufig kaputt

Eine Mehrheit dafür scheint absehbar. Denn ein Verkauf der reichlich 100 Jahre alten stets öffentlich genutzten Immobilie kommt wohl nicht in Frage. Obwohl es erheblichen Sanierungsbedarf gibt. Heizung und Elektroanlage gelten als störanfällig. Immerhin sind im vergangenen Jahr schon einige Brandschutzauflagen erfüllt worden, so dass wenigstens die Studiobühne des Jugendensembles „Strumpfhose“ weiter betrieben werden konnte. Dass sie weiter ihre Heimat in dem Domizil haben soll, scheint Konsens. Was noch unter dem Dach passieren soll, wird hingegen kontrovers diskutiert.

Zu DDR-Zeiten befand sich darin die Erweiterte Oberschule, bis vor 20 Jahren die Geschwister-Scholl-Grundschule. Später verfolgten die Stadtväter im Rahmen der Kurortentwicklung die Idee, dort das Haus des Gastes einzurichten. Geht es nach einem vor zwei Jahren unterbreiteten Vorschlag von Katrin Richel, der als Grundlage für die Planung dienen soll, könnte die derzeit auf der Burg Eisenhardt untergebrachte Bibliothek – in Zentrums- und Schulnähe – dort ihre Bleibe finden. Inwieweit Angebote des Jugendfreizeitzentrums Pogo an der Stelle integriert werden können und sollen, ist umstritten. Nicht minder die Frage, ob neben der zentralen Kultur- und Begegnungsstätte nahe dem Busbahnhof weitere Treffs, wie beispielsweise im Programm „Soziale Stadt“ für das Wohngebiet Klinkengrund vorgesehen, ihre Daseinsberechtigung und Entwicklungschance hätten.

Hoffnung auf 75-Prozent-Förderung

In jedem Fall bedeutet es einen Millionenaufwand, das Haus zu sanieren. Dabei setzen Politik und Verwaltung auf eine 75-Prozent-Förderung aus dem Leader-Programm der Europäischen Union, nachdem andere Geldquellen nicht erschlossen werden konnten und andere Investitionen beispielsweise für ein neues Feuerwehrgerätehaus zur Diskussion stehen. Doch das konkrete Vorhaben wird von der Lokalen Aktionsgruppe Fläming/Havel ohnehin erst bewertet, wenn mindestens ein Bauantrag vorliegt. Dies soll nun bis März nächsten Jahres geschehen, wenn die Parlamentarier ihre Zustimmung geben.

100 000 Euro für Antragsreife

Für den Umbau der ehemaligen Geschwister-Scholl-Grundschule, einschließlich Außenanlagen, werden Ausgaben von 2,4 Millionen Euro kalkuliert. Sie müssten wohl über mindestens zwei bis drei Haushaltsjahre eingestellt werden.

Gibt es für die Stadt Bad Belzig die erhoffte Höchstförderung aus dem Leader-Programm der Europäischen Union wären das 1,8 Millionen Euro.

Neben dem Eigenanteil von 600 000 Euro müssten die Stadtväter weitere 300 000 Euro etwa für die Ausstattung einplanen.

Aktuell geht es um die Bereitstellung von 100 000 Euro für die grundlegende Planung, damit eine Antragsreife erreicht wird.

Es bleibt also eine Frist für den Verein Arbeit und Leben. „Er ist stets eingeweiht gewesen, dass er Alternativen finden muss, wenn die Stadt Bad Belzig eine andere Nutzung der Räume realisiert“, erklärt Hannelore Klabunde-Quast (parteilos). Zur Kritik von den Linken besteht nach Ansicht der Bürgermeisterin jedenfalls kein Anlass.

Von René Gaffron

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