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Potsdam-Mittelmark Viele halten spirituellen Verein für eine Sekte
Lokales Potsdam-Mittelmark Viele halten spirituellen Verein für eine Sekte
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06:10 02.03.2018
Heide-Maria Koubenec und Charlotte Kloss (r.) im Seminarraum von „Aloha am See“. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Wusterwitz

Es steht für Achtsamkeit und die persönliche Weiterentwicklung durch heilsame Kommunikation, das „Zentrum für Lebensfreude – Aloha am See in Wusterwitz“. Die Mitgliedschaft dort kostet laut Geschäftsführerin Charlotte Kloss 5000 Euro. Notfalls könne die Summe auch abgearbeitet werden. Wer im früheren Kinderferienlager in der Mühlenstraße einziehen möchte, muss ein Jahr Probezeit in der Wohngruppe überstehen. Erst dann wird die Summe fällig. Geschafft haben das bisher nicht alle. Eine Frau sei Intrigantin gewesen und musste, wie Charlotte Kloss berichtet, wieder gehen.

Seit zwei Jahren hat der Verein seinen Sitz in Wusterwitz. Dort bietet er selbst Seminare an, die Zimmer der Ferienanlage können aber auch von Gruppen angemietet werden. „Wir haben weltweit nach passenden Räumen Ausschau gehalten. Wusterwitz ist für uns ideal wegen des Bahnanschlusses, der Nähe zu Berlin und der Lage“, sagt Charlotte Kloss. „Das hier ist ein mega-friedlicher Ort.“

Der Eingang zum Vereinsgelände von Aloha am See in Wusterwitz. Quelle: JACQUELINE STEINER

Seit Februar ist der Verein nach Angaben von Silke Berlin von der Agentur für Arbeit Potsdam zertifizierter Bildungsträger. Er soll Burnout-Patienten fit für den Arbeitsmarkt machen.

450 000 Euro für ein Seminarzentrum in Wusterwitz

Charlotte Kloss, ihr Mann Uwe und Heide-Maria Koubenec erwarben für 300 000 Euro das 1,7 Hektar große Gelände und investierten weitere 150 000 Euro.

Das Zentrum Aloha am See in Wusterwitz. Quelle: JACQUELINE STEINER

Im vorigen Jahr kam der Verein auf 1,5 Seminare pro Monat. „In diesem Jahr verdoppeln bis verdreifachen wir diese Zahl und haben teils drei Gruppen parallel auf dem Gelände.“ Aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kämen Gruppen, die „Aloha am See“ für eigene Seminare nutzten. Der Verein bietet Kost und Logis, eine vegetarische Küche, für die Küchenpersonal angeheuert wird. Das Areal bietet in zwei Flachbauten kleine Appartements, hinzu kommen ein 150 Quadratmeter großer Seminarraum und weitere Gemeinschaftszimmer.

Verein hat mehrere Standbeine

Das ist das eine Standbein von Aloha am See. Darüber hinaus bietet die Gruppe eigene Kurse, die zu buchen sind. Dazu zählt „Skilaufen für Herz und Seele“ in der Schweiz. Fitnesskurse versprechen „Raus aus dem Kopf, rein in den Körper!“ Uwe Kloss fährt einen roten Kleinwagen, auf dem das Logo Energy-Dance prangt.

Das Gelände liegt direkt am See in Wusterwitz. Quelle: JACQUELINE STEINER

Zum Verein gehören zehn Männer und Frauen. Es wird Tee getrunken, der Kamin brennt, Buddha-Figuren und indische Gottheiten dekorieren den Gruppenraum, teils sind es Geschenke, teils stehen sie dort, weil sie in Baumärkten leichter zu haben sind als Jesusfiguren, sagt Heide-Maria Koubenec, und mehr Spiritualität versprühen als Gartenzwerge. Immerhin sei der Verein interreligiös. Vier der Mitglieder haben Wusterwitz als Hauptwohnsitz. Die Gruppe soll wachsen. Doch wer aufgenommen wird, muss nach Einzelgesprächen einstimmig beschlossen werden.

Charlotte Kloss hat diverse Ausbildungen absolviert

Charlotte Kloss, 39, ist studierte Erziehungswissenschaftlerin und Volkswirtin, Heilpraktikerin für Körpertherapie und Trainerin diverser Kurse. Sie nennt sich Asha. Dieser spirituelle Name stehe für Dankbarkeit. „Der Name gibt eine Segnung mit dieser bestimmten Qualität, in die man sich weiter entwickeln will.“ Ihr Ziel sei es, sich ihrem Herzen anzuschließen.

In diesen Flachbauten liegen die Gästezimmer des anerkannten Bildungsträgers. Quelle: JACQUELINE STEINER

Paartherapeutin und Vorstandsmitglied Heide-Maria Koubenec nennt sich Ranjita. Sie wissen, dass sie in Wusterwitz für einige Bürger eine Sekte sind. Auch deswegen wollen sie am 1. Mai zum Tag der offenen Tür einladen. „Wir haben einen Sektenruf“, sagt Charlotte Kloss. Es gebe immer Unwissende, wer mit Yoga zu tun habe, der habe den Ruf weg, sagt Heide-Maria Koubenec. Ausrufe wie „schon wieder eine Sekte“ hören sie öfter. Sie beziehen sich auch auf den Voreigentümer, die „Neue Christliche Akademie“, die mehr als 15 Jahre dort für die einen eine Sekte, für die anderen eine Esoterik-Gruppe und offiziell ein gemeinnütziger Verein war.

Charlotte Kloss präsentiert ein Schreiben vom Finanzamt Brandenburg vom 13. Februar 2018, wonach das Aloha Bildungs- und Gesundheitszentrum gemeinnützig sei für die Förderung mildtätiger Zwecke.

Von Marion von Imhoff

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