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Vier-Etappen-Fahrt durch den Regen

Niemegk Vier-Etappen-Fahrt durch den Regen

Zum fünften Mal hat die Fläming-Burgen-Radtour stattgefunden. Auf vier Etappen ging 220 Kilometer auf der Spur von Martin Luther durch den Hohen Fläming. Ausgerechnet zu dem kleinen Jubiläum hatte Petrus seine Schleusen geöffnet. Da waren Organisatoren wie Teilnehmer zur Improvisation herausgefordert.

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Gute Laune trotz schlechten Wetters: Die Teilnehmer der Fläming-Burgen-Radtour rollten am langen Wochenende mehr 200 Kilometer rund um Niemegk.
 

Quelle: Christiane Sommer

Niemegk.  „Es gibt kein schlechtes Wetter“, sagt Ilona Lukas aus Ragösen. Sie zieht sich ein Regencape über die Jacke. Regenhosen und ein Wetterschutz für den Helm komplettieren am Sonntagmorgen das Outfit der 65-Jährigen. Entsprechend eingekleidet warten nahezu 55 Velo-Freunde vor der Niemegker Stadtkirche St. Johannis auf den Start zur zweiten Etappe der Fläming-Burgen-Radtour.

Sie erlebt in diesem Jahr ihre fünfte Auflage. Zu dem kleinen Jubiläum hätte Petrus die Schleusen lieber dicht halten sollen, finden Organisatoren wie Teilnehmer. Dennoch: 220 Kilometer sind an dem langen Wochenende abgespult worden.

Nachdem es zum Auftakt auf einem 60 Kilometer langen Rundkurs von Niemegk über Zixdorf nach Wittenberg und zurück ging, starten die Pedalritter am Sonntag zu einem 45 Kilometer langen Rundkurs über Rietz, Treuenbrietzen und Haseloff. Mit ihren bunten Regenumhängen setzen sie auf den Straßen immerhin Farbtupfer im Novembergrau zum Oktoberbeginn. Gleichwohl entscheidet das Organisationsteam um Hans-Joachim Urmann vom ausrichtenden Fläming-Burgenradtour-Verein unterwegs den Abstecher zum Lutherbrunnen nach Dietersdorf ausfallen zu lassen. Aufgrund der Wetterlage geht es über Zeuden auf direktem Weg nach Rietz.

Dort erwartet der örtliche Radfahrerverein, der ohnehin zu den Unterstützern der Tour gehört, das Peloton. Er richtet die Mittagsversorgung aus. Dass die Gruppe früher als erwartet eintrifft, bringt die Rietzer keineswegs in Bedrängnis. „Es gibt Erbsensuppe mit Bockwurst und Sauerkraut“, verrät Vereinschef Kersten Höhne. Steffen Hering rührt im XXL-Suppentopf der vereinseigenen Feldküche und erklärt den Eintopf für servierfertig. Die hungrigen Mägen zu stillen, fällt ihm nicht schwer. Es hätten seiner Aussage nach weit mehr sein können. „Das Essen hätte für etwa 90 Personen gereicht“, schätzen die Gastgeber ein. Doch am verregneten Sonntag bleiben jene Radler fern, die sich wie bei Sonnenschein gewöhnlich spontan für eine Teilnahme entschieden hätten.

Während der fast zweistündigen Mittagsrast im Trockenen wird der Gruppe wie gewohnt motivierende Unterhaltung geboten. Die Gaukler Geroniumus und Olivarius - in diesem Jahr präsentieren sie sich als Martin Luther und Doktorus Hippokrat - haben des Reformators Lehren unter der Lupe genommen. Schließlich steht die Vier-Etappen-Fahrt dieses Mal im Zeichen des sich zum 500.Mal jährenden Thesenanschlags. Von Rietz radeln die Enthusiasten später gen Treuenbrietzen weiter.

Bei der Ankunft in Niemegk am späten Nachmittag strahlt Heinke Franz aus Preußnitz. Sie sagt: „Es war toll, trotz des Regens.“ Mit 81 Jahren ist sie die älteste Dame im Starterfeld. Zugleich hält sie der Veranstaltung von Anfang an die Treue. „Aber zum ersten Mal bin ich mit einem Rad mit Elektroantrieb unterwegs“, bemerkt sie lächelnd. Erhard Nickl aus Schenkenhorst ist wiederum der älteste Mann. Das gemeinsame Radfahrerlebnis ist für der 82-Jährigen immer wieder Motivation. Lena Ebneth aus Beelitz ist mit ihren zehn Jahren wiederum als Jüngste dabei.

Bernd Bormann aus Berlin radelt erstmals in der Gruppe und absolviert alle vier Etappen. „Bei der Tour de Prignitz habe ich ein Faltblatt in die Hand gedrückt bekommen“, erklärt der 73-Jährige. Das Konzept gefällt dem Hauptstädter. „Aber die Organisation könnte etwas besser sein“, so sein Urteil. „Die Rundfahrt ist hier nicht so straff geregelt“, ergänzt Harald Buch. „Dadurch hat man aber auch mehr Freiheiten“, findet der 65-Jährige. Zu den Velo-Freunden die alle vier Etappen absolvieren, gehört ferner Karl-Heinz Jeschke aus Staaken. Ihn freut besonders, dass mit der jeweils im Herbst stattfindenden Veranstaltung hierzulande ein Wiedersehen mit denjenigen verbunden ist, die er von der Prignitz Rundfahrt jeweils im Frühjahr her kennt.

Die Teilnehmer kamen aus der gesamten Republik. Von Bamberg bis Berlin, von Frankfurt/Oder bis Kerpen bei Köln. „Nur die Niemegker waren abermals schwach vertreten“, zeigte sich Hans-Joachim Urmann etwas enttäuscht. Doch es wir ja wohl eine Neuauflage mit womöglich besseren äußeren Bedingungen geben.

Von Christiane Sommer

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