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Potsdam-Mittelmark Vier Posaunen in Päwesin
Lokales Potsdam-Mittelmark Vier Posaunen in Päwesin
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14:16 22.08.2016
Das Leipziger Quartett OPUS 4 bei seinem Auftritt in Päwesin. Quelle: Ann Brünink
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Päwesin

Glück gehabt. Immerhin blieb den etwa 180 Besuchern des Märkischen Hofkonzerts mit dem Posaunenquartett OPUS 4 in Päwesin genügend Zeit, den geordneten Rückzug anzutreten. Denn kaum war der letzte Ton der zweiten Zugabe verklungen, fing es an zu regnen. Erst ganz zaghaft, aber in relativ kurzer Zeit steigerte sich der Regenschauer zu einem kräftigen Wolkenbruch. Dicke schwarze Wolken hingen schon den ganzen Nachmittag über Päwesin. Aber Petrus hatte ein Einsehen und wartete den „Säbeltanz“ von Aram Khachaturian ab, bevor er die Schleusen des Himmels öffnete.

Vielleicht lag es ja an Monteverdis strahlendem „Gloria“, mit dem die vier Posaunisten das Konzert eröffnet hatten. Wenn auch die Posaunen nicht den festlichen Klang haben wie Trompeten, so lässt ihr warmes Timbre an menschliche Stimmen denken. Dies und das virtuose Spiel der vier Musiker von OPUS 4 machte das Konzert zu einem faszinierenden Hörerlebnis.

Zuhörer beim Märkischen Hofkonzert in Päwesin. Quelle: Ann Brünink

Claude Gervaise lebte im 16. Jahrhundert und ist heute nur noch wenig bekannt. Überraschend war die Vielfältigkeit seiner Komposition „Suite“ für vier Posaunen, die die Zuhörer in die Renaissance entführte.

Eine „Renaissance“ erlebte auch der Vierseithof in Päwesin aus dem Jahr 1880. Frank Wasser und seine Familie haben den Hof nach der Wende mit viel Liebe und noch mehr Arbeit restauriert. Seit 2013 lädt Frank Wasser, Begründer der Havelländischen Musikfestspiele, einmal im Jahr zu einem Openair-Konzert auf den idyllischen Hof am Riewendsee ein. Vor malerischer Kulisse mit weitem Blick über die Rasenfläche auf das hohe Schilf am Ufer erleben die Besucher nicht nur musikalische Leckerbissen. So ist es inzwischen guter Brauch, dass ein Spanferkel auf dem Grill rotiert, während die Musikfreunde kulturelle Höhepunkte genießen.

Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll, gespielt von vier Posaunen? Kaum vorstellbar, aber möglich. Da eine Posaune allein nicht so filigrane Klangmuster erzeugen kann wie beispielsweise die Orgel, haben die vier Musiker von OPUS 4 eine faszinierende Spielweise entwickelt. Sie wechseln sich in rascher Folge ab und sie spielen versetzt. Die Zuhörer waren begeistert, auch wenn OPUS 4 nicht so viel Wumm aufbieten können wie die Orgel. So ist es vielleicht doch kein Zufall, dass Bach den Posaunen kammermusikalisch keine Beachtung schenkte.

Dass Posaunen ausgesprochen geschwätzig sein können, bewiesen die vier Musiker mit der Komposition „Kaffeestunde bei Anna Magdalena“ von Bernhard Krol. Der Komponist (1920-2013) sei bei einem Konzert von OPUS 4 von ihrem Spiel so angetan gewesen, dass er diese heitere Plauderei der Posaunen eigens für sie geschrieben habe, erzählte Posaunist Jörg Richter.

Dass Posaunen auch Witze machen können, bewiesen die Musiker immer wieder, indem sie ihre Instrumente quaken, knarren, schnaufen und pupsen ließen, dass es eine wahre Lust war. Nach der Pause ging die Post richtig ab mit „Alexanders Ragtime Band“ von Irving Berli). Daniel Sutton ließ Gershwins „Amerikaner in Paris“ aufleben. In „Ministrel Show“ von Philipp Greeley Clapp gaben die vier Herren noch einmal alles, bevor sie mit einem fetzigen Gershwin¬-Medley die Schlussrunde einläuteten, die nach dem Säbeltanz mit den ersten Regentropfen endete.

Von Ann Brünink

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