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Potsdam-Mittelmark Vier Varianten für die lang ersehnte Brücke
Lokales Potsdam-Mittelmark Vier Varianten für die lang ersehnte Brücke
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00:35 31.03.2018
Nur fünf Meter soll der Abstand zwischen der Eisenbahnbrücke und der neuen Rad- und Fußgängerbrücke betragen. Quelle: Foto: Luise Fröhlich
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Potsdam/Werder

Die Pläne und somit auch der Kostenvoranschlag für die Rad- und Fußgängerbrücke zwischen Wildpark-West und Werder werden konkreter. Dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung liegen nun erstmals vier detaillierte Varianten für die Havel-Querung vor – von der spektakulären Hängeseilbrücke bis hin zur schlichten Ausführung in Fachwerkbauweise:

Variante 1 - Bogenbrücke:

Variante 1 Quelle: Stadt Potsdam

Variante 1: Bogenbrücke

Stützweite: 108 Meter

Bogenhöhe: 11 Meter

Hängerabstand: 5 Meter

Brückenplatte: Stahlblech

Kosten (brutto): 2,388 Millionen Euro

Bewertung: Rang 3

Das Erscheinungsbild ist geprägt von zwei Bögen. Die Brücke kommt ohne Pfeiler aus. Die Haupttrageelemente werden in einem Stück angeliefert.

Vorteile: Der Bau ist relativ umweltfreundlich, da ein Eingriff in die Havel ist nicht erforderlich. Das Wasserstraßenamt favorisiert die Variante.

Nachteile: Bei einem Schiffsunfall wären die Auswirkungen ungünstig. Der Prüfaufwand für die Hänger und die Bögen ist hoch – die Brücke müsste gesperrt werden. Der Transport des Überbaus ist aufwendig, ein Montagekran erforderlich. Verweilflächen sind nur an den Widerlagern möglich, die Gestaltungsmöglichkeiten gering.

Variante 2 - Schrägseilbrücke:

Variante 2: Schrägseilbrücke Quelle: Stadt Potsdam

Variante 2: Schrägseilbrücke

Zwei Brückenfelder

Stützweiten: 40 und 68 Meter

Höhe: min. 25 Meter über dem Weg

Brückenplatte: Stahlblech

Kosten (brutto) 2,800 Millionen Euro

Bewertung: Rang 4

Das Erscheinungsbild prägt ein Pylon im Wasser. Der Antransport des Überbaus kann in Teilstücken erfolgen.

Vorteile: Der Antransport ist in Teilen (40 u. 68 Meter) möglich. Im Pylonenbereich sind Verweilflächen möglich. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig – etwa durch die Seilandordnung, die Geländer, die Farbgebung.

Nachteile: Die Schwinganfälligkeit ist hoch, genauso der Herstellungsaufwand für den Pylon und die Seile. Der Prüfaufwand ist intensiv und kann nur mittels Hubsteiger und bei Sperrung der Brücke erfolgen. Durch die Gründung des Pylons ist ein Eingriff in die Havel erforderlich.

Variante 3 - Fachwerkbrücke:

Variante 3: Fachwerkbrücke Quelle: Stadt Potsdam

Variante 3: Fachwerkbrücke

Drei Brückenfelder

Stützweiten: 40 und 40 und 28 Meter

Höhe des Fachwerks: 2,45 Meter

Brückenplatte: Stahlblech

Kosten (brutto): 2,197 Euro

Bewertung: Rang 2

Das Erscheinungsbild prägen das Fachwerk und zwei Pfeiler im Wasser. Die Brückenhöhe passt zur benachbarten Eisenbahnbrücke.

Vorteile: Der Transport ist in Teilen möglich, die Montage unkompliziert. Die Variante ist günstig bezüglich Schwingung und Schiffsanprall und auch im Hinblick auf die Brückenprüfung. Verweilflächen sind im Bereich der Pfeiler möglich. Es bieten sich diverse Gestaltungsmöglichkeiten – etwa durch Fachwerk, Pfeiler, Geländer.

Nachteile: Um die zwei Pfeiler zu bauen, ist ein Eingriff in die Havel erforderlich. Das Fachwerk behindert die Sicht von Fußgängern und Radlern.

Variante 4 – Hohlkastenbrücke:

Variante 4 Quelle: Stadt Potsdam

Variante 4: Hohlkastenbrücke

Drei Brückenfelder

Stützweiten: 40 und 40 und 28 Meter

Höhe der Hohlkastenträger: 1,2 Meter

Brückenplatte: Stahlblech

Kosten (brutto): 2,274 Millionen Euro

Bewertung: Rang 1

Das Erscheinungsbild ist schlicht und passt sich der Eisenbahnbrücke an.

Vorteile: Der Antransport der Brücke ist in Teilen (40 und 28 Meter) möglich, die Montage leicht. Diese Variante gilt als günstig bezüglich Schwingungen und Schiffsanprall und auch im Hinblick auf die Brückenprüfung. Verweilflächen sind im Bereich der Pfeiler möglich. Es gibt diverse Gestaltungsmöglichkeiten – etwa durch Pfeiler, Geländer und Farbgebung. Die Herstellungskosten liegen nur 3,5 Prozent höher als bei der kostengünstigsten Variante

Nachteile: Die zwei Pfeiler sind ein Eingriff in die Havel.

Martina Woiwode, die Fachbereichsleiterin für Verkehrsanlagen in der Landeshauptstadt, stellte die Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen am Dienstagabend vor. „Wir hoffen, dass unsere Vorzugsvariante im April 2018 von den politischen Gremien der Projektbeteiligten bestätigt wird“, so die Expertin. Geben die Stadtverordneten in Potsdam und in Werder grünes Licht, könne man im Oktober den Fördermittelantrag stellen. „Der Baubeginn ist für Ende 2019 avisiert, das Bauende für Juni 2021“, so Woiwode.

Favorit: die Hohlkastenbrücke

Die federführenden Potsdamer favorisieren eine Hohlkastenbrücke, die der benachbarten Eisenbahnbrücke gleicht. Die Baukosten für diese Brücke belaufen sich laut Martina Woiwode auf 2,274 Millionen Euro brutto. Der Aufwand für die Anschlusswege und die Baunebenkosten hinzugezogen, steht unter dem Strich eine Summe von 4,5 Millionen Euro brutto.

Drei Kommunen zahlen für die Brücke

Wie berichtet, tragen Potsdam, Werder und Schwielowsee die Kosten gemeinsam – allerdings nicht zu gleichen Teilen. Die eigentlichen Brückenkosten werden demnach in einem Prozentsatz von 62 Prozent für Potsdam und 38 Prozent für Werder gesplittet. Der Kostenschlüssel orientiert sich an den Gemarkungsgrenzen: Der größere Teil wird auf Potsdamer Gebiet überbrückt. Die Wegeanschlüsse bezahlt jede Gemeinde selbst – auch in diesem Fall hat Potsdam die größten Flächen. Insofern geht man im Rathaus zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass von den rund 4,5 Millionen Euro Gesamtkosten etwa 3,1 Millionen Euro auf Potsdam entfallen. Abzüglich der 157 000 Euro, die Schwielowsee beisteuern muss, verbleiben bei Werder somit etwa 1,25 Millionen Euro. Die Bauherren spekulieren allerdings auf eine Förderung des Vorhabens über den Stadt-Umland-Wettbewerb: Möglich sei ein Fördersatz von bis zu 80 Prozent.

Von Nadine Fabian

Sabine Elvert ist ausgebildete Begleiterin für Familien mit schwer und lebensverkürzt erkrankten Kindern. Sie will für die Region Teltow eine Gruppe gründen, in der Kinder ihre Trauer über den Verlust eines Angehörigen verarbeiten können. Zu diesem Schritt haben sie eigene leidvolle Erfahrungen bewogen.

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