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Potsdam-Mittelmark Vier Winter-Linden für den Belziger Kurpark
Lokales Potsdam-Mittelmark Vier Winter-Linden für den Belziger Kurpark
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17:40 15.04.2016
Zum Wohl, liebe Linde: Der stellvertretende Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (links), gießt den jungen Baum an. Quelle: Josephine Mühln
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Bad Belzig

Gemeinsam mit Wanderfreunden aus der Region haben Mitarbeiter der Oberförsterei Dippmannsdorf am Donnerstagnachmittag vier Winter-Linden im Kurpark nahe der Bad Belziger Steintherme gepflanzt. Die Tilia cordata – so der lateinische Name des Baumes – ist von der „Baum des Jahres Stiftung“ zum Baum des Jahres 2016 gekürt worden.

Auch Potsdam-Mittelmarks stellvertretender Landrat Christian Stein (CDU) war der Einladung von Karin Heintz, Leiterin der Oberförsterei, gefolgt und packte beim Pflanzen mit an. „Auf dass die Linde gut wachsen möge“, sagte Hagelbergs Revierförster Lutz Hausig nach getaner Arbeit.

Wanderung über den Stadtgraben

Zuvor war die rund 60 Mann starke Truppe vom Supermarktparkplatz in Bad Belzig auf einer fünf Kilometer langen Runde zum Pflanzort gewandert. Über den Stadtgraben und den Grünen Grund ging es vorbei am Stadionteich in Richtung Kurpark. Dort markierte ein 400 Kilogramm schwerer Findling bereits die Stelle, an der einer der Bäume seine neue Heimat finden sollte. Der Steinmetzmeister Karsten Scholz aus Bad Belzig hatte im Vorfeld die Inschrift „Winter-Linde 2016“ eingraviert.

„Die Wanderung hat mir großen Spaß gemacht“, resümierte Waltraud Kreklau, als sie das Ziel erreicht hatte. „Unterwegs haben wir auch drei Bäume besucht, die im Laufe der vergangenen Jahre gepflanzt worden waren.“ So seien die Wanderer beispielsweise bei der Birke am Stadionteich vorbeigekommen – sie war Baum des Jahres 2000. Kreklau ist erfahrene Wandersfrau. Jeden Donnerstag ist Waltraud Kreklau mit den Bad Belziger „Wanderfreunden“ unterwegs und auch regelmäßig bei den Baum des Jahres-Wanderungen dabei.

Die Winter-Linde – der Baum der Liebenden

Die „Stiftung Baum des Jahres“ würdigt die Winter-Linde als Baum mit den vielfältigsten Verwendungsmöglichkeiten, der höchsten Wertschätzung und der größte Bedeutung in der Mythologie: „Es gibt keinen Baum, der mehr mit der Leibe des Menschen verbunden ist.“

Gründe für die Ehrung sind außerdem ihre Bienenfreundlichkeit, ihre duftenden Blütenstände sowie ihre traditionelle Bedeutung als „gerechtigkeitsliebender Baum“.

Weil die Blätter der Linde der Form eines Herzens ähneln, gilt sie in der Mythologie als Baum der Liebenden.

Die schwingenden, hängenden Seitenäste im unteren Kronenbereich der Linde sind charakteristisch und geben der Krone „Schwung“, sie werden Schleppen genannt.

Das Heimatareal der Winter-Linde erstreckt sich über ganz Europa – außer dem höheren Norden – und bis nach Russland. Sie kommt vor allem im Berg- und Hügelland und im Auenbereich größerer Flüsse vor.

Zum zweiten Mal mit von der Partie waren Erika und Wilfried Meck. „Das war eine schöne Tour, das Wetter hat sich ja zum Glück auch gut gehalten.“ Besonders interessant fand das Ehepaar aus Bad Belzig die kurzen Vorträge, die während der Wanderung gehalten wurden. So sprach Helmut Stamann beispielsweise über den Charakter und die Biologie der Winter-Linde.

Findlinge seit 18 Jahren Bestandteil der Pflanzaktion

Mitarbeiter von Steinmetz Karsten Scholz postieren den Findling am Pflanzort. Quelle: Oberförsterei

Der Amtsvorgänger von Förster Lutz Hausig war es auch, der die Baumpflanzaktion vor vielen Jahren in der Region aus der Taufe hob. „Da haben wir viele neue Sachen erfahren“, lobten die Eheleute Meck, die auch im Urlaub gerne wandern gehen. Förster Hausig zeigt sich nach dem zweistündigen Marsch ebenso zufrieden. „Von der Zeit her hat alles gut gepasst. Der Stein liegt, die Linden stehen und alle sind gut gelaunt – was will man mehr?“

Die vier gepflanzten Linden sind bereits sechs Jahre alt und haben einen Stammdurchmesser von zwölf bis 14 Zentimeter. Die Findlinge, die den jeweiligen Baum des Jahres ausweisen, sind seit 1998 Teil der Pflanzaktion. Sie stammen aus den Waldrevieren der Region und wurden bei der Holzernte gefunden.

Von Josephine Mühln

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