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Villa-Eigentümer wehrt sich gegen die Vorwürfe

Streit um den Havelzugang Villa-Eigentümer wehrt sich gegen die Vorwürfe

Viele Anschuldigungen musste sich Thomas Mestwerdt in den vergangenen Jahren anhören. Jüngst kam wieder der Streit um den Zugang zum Havelufer neben seiner Villa in Geltow auf. Er betont, dass es sich nicht um einen öffentlichen Weg handelt. Der Flächennutzungsplan sieht Landwirtschaft auf dem betroffenen Flurstück vor.

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Zaun und Stallgebäude versperren seit April den Weg zur einstigen Badestelle an der Havel mit Blick auf die Inselstadt.

Quelle: Friedrich Bungert

Geltow. Immer wieder flammt der Streit um den Uferzugang in Geltow neben der Villa Maurus auf. Zuletzt ging es darum, dass ein Bereich des Weges seit Kurzem eingezäunt ist, weil dort Schafe gehalten werden. Schon seit 2014 beklagt der SPD-Ortsverein, dass der Weg zur Havel vom Eigentümer der benachbarten Villa angeblich rechtswidrig gesperrt wird. Dagegen wehrt sich der Eigentümer Thomas Mestwerdt nun ausdrücklich.

Bis zuletzt versuchte die SPD Schwielowsee sogar bis in den Kreistag hinein gegen eine heckenartige Bepflanzung auf dem Weg zur Havel vorzugehen. Ergebnis ist ein Beschluss des Kreistages, der besagt, dass sich der Landrat für die Beräumung des Uferweges einsetzen soll. Laut Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert ist ein entsprechendes Verfahren eingeleitet worden. „Tatsächlich ist der Havelzugang durch die heckenartige Bepflanzung nicht gesperrt“, sagt der Potsdamer Anwalt Thomas Mestwerdt gegenüber der MAZ. Es sei stets möglich gewesen, durch die Hecke zu gehen, die sich an einer Verfügung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises von August 2014 orientierte. Darin wurde Mestwerdt aufgefordert, die Absperrung einen Meter breit zu öffnen sowie Äste, Sträucher und andere Hindernisse in dieser Breite zu entfernen. Dies sei geschehen, so Mestwerdt. Davon habe sich auch die Behörde vor Ort mehrfach überzeugt.

Thema kam bei der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates auf

Wie berichtet, haben die Sozialdemokraten diese „dichte gärtnerische Bepflanzung“ als Sperre und Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet Potsdamer Wald- und Havelseengebiet verstanden. Thomas Mestwerdt macht indes klar, dass dies kein öffentlicher Weg ist. An der ehemaligen Badestelle neben dem alten Fährhaus musste die Familie jahrelang Vandalismus mit ansehen, so dass sie sich entschied, das Grundstück zu kaufen. Bei dem Zugang zur Havel über das Flurstück 28/1 mit einer Größe von zwei Hektar handelt es sich laut Flächennutzungsplan um landwirtschaftlich nutzbare Flächen, so der Fachanwalt für Vergaberecht. Das Flurstück 28/1 gehöre den Mestwerdts.

Anfang des Jahres hat der Eigentümer dieses betreffende Flurstück nun langfristig an einen landwirtschaftlichen Betrieb zur Haltung und Zucht von Moorschnucken – eine bedrohte Tierart, verpachtet. „Hierbei handelt es sich um eine zulässige Nutzung der Flächen“, betont Mestwerdt. Im Ortsbeirat Geltow ist diese jüngste Entwicklung Anfang Mai diskutiert worden. „Auf Eigentumsrecht kommt es hier nicht an“, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch (SPD) bei der Sitzung. Er nannte es eine „schwere Störung des Rechtsfriedens in der Gemeinde“ und wirft dem Eigentümer vor, den Weg mit aller Macht privatisieren zu wollen. Der nach Schmitz-Jerschs Aussagen sechs Meter breite Schuppen und der aufgetürmte Wall im Wald neben dem eingezäunten Stück seien ein Unding.

Landkreis und Gemeinde wurden informiert

Dass der Bereich verpachtet wurde, um dort die Schafe zu halten, sei dem Landkreis angezeigt worden, so Mestwerdt. Auch die Gemeinde wurde darüber informiert. „Die Errichtung eines ortsüblichen Weidezauns ist zulässig und bedarf keiner weiteren Genehmigung“, sagt er. Das ergebe sich aus dem Brandenburgischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz. Auch ein Stall sei nach den gesetzlichen Bestimmungen im Land Brandenburg erlaubt und genehmigungsfrei möglich.

Immer wieder wurden den Villa-Eigentümern auch Anfeindungen gegenüber Radlern oder Spaziergängern vorgeworfen, die versucht haben, zum Ufer zu kommen. „Wir sind auch nicht gerade freundlich behandelt worden“, entgegnet Mestwerdt. Er könne zudem nicht verstehen, warum als Ersatz nicht die anderen Pfade und Wege zur Havel entlang der Straße genutzt würden. Davon gebe es genug.

Von Luise Fröhlich

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