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Potsdam-Mittelmark Kleist-Klassiker ins Michendorfsche übersetzt
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleist-Klassiker ins Michendorfsche übersetzt
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12:31 08.03.2017
Letzte Proben vor der Premiere: Die Volksbühne Michendorf führt am Freitag, dem 10. März, in Michendorf ihr neues Stück „Der zerbrochene Krug“ nach der Vorlage von Heinrich von Kleist auf. Quelle: Eric Naumann
Michendorf

Wenn am Freitagabend in der Michendorfer Volksbühne der Urvater aller deutschen Lustspiel-Erfolge, Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ mehr als 200 Jahre nach seiner mit Pfiffen quittierten Erstaufführung am Weimarer Hoftheater erneut Premiere feiert, wird vieles anders sein. Getreu dem selbst auferlegten Motto „Theater macht Spaß“ hatte der Regisseur und Co-Chef der Volksbühne Michendorf, Christian A. Schnell, eine wahrlich rasante Idee. Einmal im Jahr will er einen erfolgreichen Bühnenklassiker in eine zeitgemäße Sprache übertragen und sich so neue Zuschauerkreise erschließen.

Der in der Berliner Theaterszene bestens vernetzte Schnell beauftragte deshalb den als Ensemblemitglied und Autor der erfolgreichen Bühnensitcom „Gutes Wedding, Schlechtes Wedding“ bekannten Phillipp Lang vom Berliner Prime Time Theater, Kleists Blankverse ins Hoch-Michendorfsche zu übertragen. „Der zerbrochene Krug“ fungiert dabei sozusagen als Test für weitere Stücke, denen in der Volksbühne eine sprachkreative Frischzellenkur verpasst werden soll. Gelingt das Experiment, könnte das zu einem festen Programmpunkt des jährlichen Spielplans werden. Dabei wollten der Autor Philipp Lang und der Regisseur Schnell keinesfalls Kleist bis zur Unkenntlichkeit verbiegen, sondern Handlung, Struktur und Figuren des Stückes blieben unangetastet. „Die letzte Szene ist sogar wieder der originale Kleist“ betont Schnell sichtlich begeistert. „Wäre ich in Potsdam, hätte ich etwas anderes gemacht. Aber wir sind hier in Michendorf. Hier gibt’s Volkstheater“.

Wie genau seine Ausführungen zu verstehen sind, zeigte sich bei der Probe der Auftaktszene des juristischen Dreigestirns aus Dorfrichter Adam (Jens Ulrich Seffen), Gerichtsrat Walter (Andreas Schirra) und Gerichtsschreiber Licht (Hartmut Kühn). Nicht nur Sprache und Begrifflichkeiten sind modernisiert, auch der technische Fortschritt hat Einzug gehalten. Ein riesiges altes Grammphon wurde zum Telefon umgebaut und dessen Trichter wird in der Freisprechfunktion vom Nutzer jeweils umständlich an- oder abgeschraubt. So nivellieren sich die Zeitebenen, wobei Schnell, auf Kostüme und Bühnenbild angesprochen, auch dort einen Mix von Historie und Gegenwart verspricht.

Vermischung auch in den Zuschauerreihen. Die Besucher werden ins Geschehen einbezogen und fungieren als Gerichtspublikum. Einige Schauspieler sitzen sogar im Saal und treten von dort in den Zeugenstand. Aber nicht nur das Publikum ist in die Inszenierung eingebunden. Schnell erzählt, dass auch der Autor der Textvorlage, Lang, in die Probenarbeit einbezogen wurde und als Co-Regisseur mitarbeitet. Nicht nur in diesem Punkt hat Schnell bislang Weitsicht und Gespür bewiesen. Dass die Volksbühne seit ihrer Umstrukturierung und dem Neustart im Januar auf einem guten Weg ist, belegen auch die über den Erwartungen liegenden Zuschauerzahlen. Rund 1200 Besucher wurden in diesem Jahr bereits gezählt und zwanzig Theaterfans erwarben bisher ein Jahres-Abo. Vielleicht schießt diese Zahl ja nach der Premiere von „Der zerbrochene Krug“ am Freitagabend noch in die Höhe.

Info: „Der zerbrochene Krug“, Lustspiel von Heinrich von Kleist in der Bearbeitung der Volksbühne Michendorf, Freitag, den 10. März, 19.30 Uhr , Volksbühne Michendorf, Potsdamer Straße 42.

Von Lothar Krone

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