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Volle Vielfalt in den Ateliers und Gärten

11. Kunsttour Caputh Volle Vielfalt in den Ateliers und Gärten

Die Kunsttour ist in Caputh nach elf Jahren zur Tradition geworden. Die Straßen sind an den beiden Wochenenden, wenn die Künstler und Institutionen im Ort ihre Türen für Besucher öffnen, so bevölkert wie selten. Auch in diesem Jahr ist wieder für jeden Geschmack etwas dabei – das Konzept wird jedoch im kommenden Jahr überdacht, wie die Organisatoren ankündigten.

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Konstantin Taffet (8), der 2016 den ersten Preis als Sologeiger im Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewann, spielte zur Eröffnung der Kunsttour.

Quelle: Christel Köster

Caputh. Ob Bleistift oder Öl, knallig oder schwarz-weiß, Skulptur oder Gemälde – bei der Kunsttour in Caputh ist für jeden Geschmack etwas dabei. Im Seitenflügel des Schlosses beginnt der fünf Kilometer lange Spaziergang von Atelier zu Atelier. Dort zeigt jeder beteiligte Künstler ein Werk und macht neugierig auf das, was den Besucher in seinem Hof, Garten oder Ausstellungsraum erwartet. Zum Start der bereits 11. Kunsttour spielte der achtjährige Konstantin Taffet, der im vergangenen Jahr den ersten Preis als Sologeiger bei „Jugend musiziert“ gewann. Zu diesem Zeitpunkt war die Gemeinschaftsschau schon gut besucht und der 4800-Seelen-Ort so bevölkert wie selten.

Am kommenden Wochenende öffnen die Keramiker, Maler und Künstler noch einmal von 11 bis 18 Uhr ihre Türen. Im nächsten Jahr wird es erstmals eine kreative Pause geben, wie Projektleiterin Christina Faix verkündete. Denn die Organisation sei für den Verein Kulturforum Schwielowsee ein enormer Kraftaufwand. An den vier Tagen kommen jährlich bis zu 4000 Besucher. „Die Vorbereitungen beginnen bereits im November des Vorjahres“, sagt Christina Faix.

Künstler empfangen die Besucher im Atelier

Joachim Noack aus Berlin ist zum zweiten Mal bei der Kunsttour dabei und hatte am Sonnabend schon nach zwei Stunden vier intensive Gespräche zu seinem Kunstwerk. Er zeigt an jedem Tag der Tour eine andere, nicht aufgebaute Kleinplastik aus Holz und wartet gespannt, wie die Besucher darauf reagieren. Ein Foto zeigt das fertige Stück, davor liegen die Teile lose herum. „Ich merke, dass die Leute die Konstruktion nicht sofort durchschauen und indem sie sich damit beschäftigen, entsteht eine direkte Verbindung zwischen Kunstwerk und Rezipient“, erklärt Joachim Noack. Er schätzt die Caputher Kunsttour, weil sie viele Besucher anlocke – und zwar auch die, die mit Kunst sonst wenig anfangen können. „Dadurch kommen auch ganz andere Fragen auf“, so der Berliner.

Im Garten von Christine Lindemann im Caputher Krughof war eine Vielzahl an Motiven und Techniken zu sehen

Im Garten von Christine Lindemann im Caputher Krughof war eine Vielzahl an Motiven und Techniken zu sehen.

Quelle: Luise Fröhlich

Voraussetzung dafür, dass sich die Künstler an der Kunsttour beteiligen, ist, dass sie zu dieser Zeit auch vor Ort sein müssen, erklärt Christina Faix. Nur das Kunstwerk abliefern und verkaufen lassen, passe nicht in das Konzept. „Aber man muss schon sagen, dass wir in den vergangenen Jahren viel verkaufen konnten“, berichtet sie.

„Spannend und inspirierend“

Premiere bei der Kunsttour hatte in diesem Jahr Christine Lindemann. Sie bedient sich in ihrem Atelier im Krughof, unweit des Heimatmuseums, wo wieder der Mundmaler Thomas Kahlau ausstellt, unter anderem der Enkaustik-Methode. Dabei werden in Wachs gebundene Farbpigmente heiß auf den Maluntergrund aufgetragen. Ihre Bilder zeigt Christine Lindemann auf dem Hof und im Garten. Zwischen Sträuchern, vor Apfelbäumen oder über dem Beet hängen die verschiedensten Motive. Die Caputherin ist eine Schülerin von Oda Schielicke, die ihr Atelier jetzt in den Havelauen hat, und war bis zum vergangenen Jahr Kitaleiterin in Potsdam.

Ilona Kuckert ist in der Keramik-Werkstatt von Matthias Panser zu Gast – ihr Fazit von der Kunsttour fiel positiv aus

Ilona Kuckert ist in der Keramik-Werkstatt von Matthias Panser zu Gast – ihr Fazit von der Kunsttour fiel positiv aus.

Quelle: Christel Köster

Dazugekommen ist in diesem Jahr außerdem die Keramik-Werkstatt von Matthias Panser in der Weinbergstraße. Auf seinem Hof wird die Keramik direkt im eigenen Holzofen gebrannt. Ilona Kuckert ist der auswärtige Gast in Pansers Werkstatt. „Es ist total spannend und sowohl für den Künstler, als auch für den Besucher sehr inspirierend“, sagte sie. Allem positiven Feedback zum Trotz bahnt sich ein neues Konzept für die Kunsttour an. Wie es in zwei Jahren genau weitergehen wird, darauf wollte sich Christina Faix noch nicht festlegen.

Landkreis und Gemeinde unterstützen die Tour

Finanzielle Unterstützung kommt hauptsächlich vom Landkreis Potsdam-Mittelmark, aber auch von der Gemeinde Schwielowsee.

Die zwölf Stationen der Kunsttour können jeweils auch separat angesteuert werden.

Fähnchen weisen vor den Eingängen auf die Teilnahme an der Tour hin. Mit dabei ist das Schloss, die Stülerkirche, das Gemeindehaus der evangelischen Kirche, das Heimathaus, das Haus der Klänge und mehrere Ateliers.

Am 2. und 3. September öffnen sie von 11 bis 18 Uhr noch einmal ihre Türen für Besucher.

Von Luise Fröhlich

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