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Potsdam-Mittelmark Volles Haus für Zukunft des Bahnhofs
Lokales Potsdam-Mittelmark Volles Haus für Zukunft des Bahnhofs
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19:20 27.03.2015
Klares Bekenntnis der Einwohner: Zur Debatte um die Zukunft des Medewitzer Bahnhofs reichten die Plätze im Gemeindehaus nicht. Quelle: Th. Wachs
Medewitz

Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag will dieses Jahr alle der mehr als 60 Bahnstationen im Land besuchen, an denen es pro Tag weniger als 50 Ein- und Ausstiege gibt. Auch in Medewitz machte er sich daher ein Bild von der Situation vor Ort.

Jungclaus fürchtet nämlich, dass diese von der Landesregierung als „nachfrageschwach“ deklarierten Bahnstationen über kurz oder lang in Frage gestellt werden könnten. „Noch ist das nicht der Fall“, betonte Jungclaus. Doch stünden Budgetverhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern für die „Regionalisierungsmittel“ an. Brandenburg setzt 430 Millionen aus diesem Topf und nur rund 25 Millionen Euro aus dem eigenen Haushalt für den öffentlichen Personennahverkehr ein.

Wenn der Bund die Regionalisierungsmittel, wie angekündigt, von bisher 8,3 Milliarden Euro auf 7,5 Milliarden kürze, „würde sich das auch direkt auf Brandenburg auswirken“, rechnete Jungclaus in Medewitzerhütten vor. Er forderte dort eine Abkehr vom Prinzip der Landesregierung, wonach es neue Leistungen nur geben könne, wenn anderswo gekürzt wird. Das bevorzuge den Speckgürtel, wo der Bedarf weiter steigt.

„Ländlichen Räumen wie dem Fläming werden hingegen so ihre Entwicklungschancen genommen“, kritisierte Michael Jungclaus. Er forderte, nicht nur die aktuellen Fahrgastzahlen zu betrachten, die vom Land zudem als Geheimsache behandelt werden. Für Medewitz seien es wochentags 51 und am Wochenenden 25 Ein- und Ausstiege täglich. Gezählt wurden sie aber 2013, als in Medewitz noch stündlich Züge fuhren.

Dennoch sollten nun Potenziale analysiert werden, die durch bessere Angebote mobilisiert werden könnten, sagte Jungclaus. Nach einem von der Landtagsfraktion der Grünen in Auftrag gegebenen Gutachten könnte das schon der Fall sein, wenn Busse und Bahnen auch über Kreis- und – wie im Fall von Medewitz – gar über Landesgrenzen hinweg besser aufeinander abgestimmt werden würden.

Potenziale sahen auch die Einheimischen im Saal nicht nur im Zuzug weiterer Familien aus Berlin und Potsdam, die auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum in intakter Natur sind.

Auch für die Jugend der Region sei die Bahn für den Weg zu Schule, Studium oder Berufsausbildung eine kostengünstige und umweltfreundlichere Lebensader, hieß es im Saal. Für Senioren ohne Auto sei die Regionalbahn mangels einer regelmäßigen Busanbindung der Dörfer zudem die einzige Verbindung zu Ärzten und Kulturangeboten in Berlin wie auch in Dessau, schilderte ein Betroffener. Wichtig sei der Medewitzer Bahnhof zudem für Touristen und Ausflügler. Sie erobern den zum Deutschen Wandertag 2012 bestens ausgebauten Fläming zunehmend, hieß es mehrfach im Saal.

„Wir halten hier als Region eine Erholungsfunktion für die Großstädter vor“, sagte Marco Beckendorf (Die Linke), der Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Marina Krauß, Chefin der Suchtnachsorgeeinrichtung „Wabe“ verwies auf 40 Wohnplätze im Dorf, die nur belegt werden können, wenn es eine öffentliche Verkehrsanbindung gibt für die Klienten, „die gar kein Auto und keinen Führerschein besitzen“, erklärte Krauß.

„Am besten erhalten Sie ihren Bahnhof, indem Sie Bahn fahren“, sagte der Politiker Jungclaus den Gästen im überfüllten Saal. Das würden viele, die sich in der zweistündigen Diskussion eifrig zu Wort gemeldet hatten, auch gerne tun. Doch bringe der zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 für Medewitz wieder eingeführte Zweistundentakt schon heute Probleme für Pendler, die täglich die Bahn für den Arbeitsweg nach Berlin, Potsdam oder auch nach Dessau nutzen. Proteste und eine Unterschriftensammlung waren inzwischen die Folge.

Von Thomas Wachs

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