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Potsdam-Mittelmark Vom Bierbrauen und Seifensieden in Bad Belzig
Lokales Potsdam-Mittelmark Vom Bierbrauen und Seifensieden in Bad Belzig
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17:23 08.02.2017
Die Seifenmanufaktur von Gabi Sußdorf aus Tremsdorf erhielt den zweiten Platz für die Idee und Vermarktung ihrer handgefertigten Produkte. Quelle: Marion von Imhoff
Bad Belzig

Bier, Whiskey, Brot – und Seife. Diese Produkte haben vier Hersteller aus der Region auf Erfolgsspur gebracht. Die Kleinunternehmen haben am Mittwoch in Bad Belzig dafür Auszeichnungen des Verbandes zur Förderung des ländlichen Raumes Berlin-Brandenburg Pro Agro durch Landrat Wolfgang Blasig (SPD) erhalten. Den ersten Preis für Direktvermarktung ergatterte der Verein Brandenburger Bierstraße mit seinem Vorsitzenden Jörg Kirchhoff von der Braumanufaktur Forsthaus Templin. Grund zur Freude hatten damit auch die 15 weiteren Mitglieder des „Vereins zur Förderung Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien“. Zu ihnen zählen das Brauhaus Kneipe Pur aus Brandenburg-Plaue und das Burgbräuhaus in Bad Belzig, das zugleich Veranstaltungsort war. Die Seifenmanufaktur von Gabi Sußdorf aus Tremsdorf erhielt den zweiten Platz für die Idee und Vermarktung ihrer handgefertigten Produkte. Pro Agro ernannte zudem Michael Schultz vom Schultz’ens Siedlerhof-Obstbau mit Privatbrennerei in Elisabethenhöhe in Werder und den Bäcker Holger Schüren aus Bergholz-Rehbrücke zu den diesjährigen Genussbotschaftern. Kern der Auszeichnung war es, das regionale Lebensmittel-Handwerk und Direktvermarkter mit innovativen Ideen zu stärken. Wie nötig das ist, zeigt die Situation von Holger Schüren.

Wegen eines Immobilienstreits ist der 2014 auch durch die ZDF-Sendung „Deutschlands beste Bäcker“ bekannt gewordene Betrieb mit 14 Angestellten in seiner Existenz bedroht. Das bestätigte nicht nur Bäckermeister Schüren selbst, sondern während der Preisverleihung vor Medien auch Landrat Blasig. Blasig griff die Kommune Bergholz-Rehbrücke an, diese müsse sich für den Betrieb stark machen. Er kündigte Gespräche an mit Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) an, um zu vermitteln. Hintergrund ist der Verkauf des Gebäudes durch eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft an einen Privaten. In dem Gebäude ist Schürens „Ihre kleine Backstube“ seit zehn Jahren Mieter. Er bekommt immer nur Einjahresmietverträge, kann keinen Kredit aufnehmen. Blasig fand deutliche Worte: „Es muss auch im Interesse der Kommune sein, regionale Produzenten zu unterstützen.“ Schüren: „Die Situation ist extrem.“

46 Betriebe hatten sich für die Auszeichnungen beworben

Die Preisverleihung der regionalen Ernährungs- und Tourismusbranche, initiiert auch vom Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises, war eine Folgeveranstaltung der Grünen Woche in Berlin. Es ist das 18. Mal, das der Verband die Auszeichnungen verlieh. 46 Betriebe hatten sich beworben. Allen Gewinnern gemein ist, dass sie mit ihren Lebensmitteln und Kreationen zugleich auch Botschafter des Landes Brandenburg sind. Der Brauerei-Verein etwa hat die Idee der 423 Kilometer langen Bierstraße entwickelt, die tatsächlich, aber auch virtuell die 16 Brauereien verbindet. Wer es schafft, sie alle binnen eines Jahres zu besuchen, erhält 16 Stempel in einem Reisepass der Bierstraße. „Er-Fahren Sie Genuss“ heißt der Slogan, der zu einer Tour zu Wasser und zu Lande durch das Land aufruft. „Über Jahrzehnte geht der Biergenuss zurück“, so Blasig. Dagegen steuert der Verein an: „Den Absatz zu erhöhen ist das Ziel, Geld verdienen macht auch Spaß“, sagt Vereinsgeschäftsführer Uwe Oppitz vom Finsterwalder Brauhaus.

Gabi Sußdorf fertigt hunderte Seifen jährlich selbst von Hand und vermarktet sie bis zum Bodensee. Für das dortige Hermann-Hesse-Haus hat sie eigens eine Seife kreiert mit Blütenblättern der vom Schriftsteller einst selbst gepflanzten Rosen. Nach dem gleichen Konzept schuf sie eine Naturpark-Nuthe-Nieplitz-Seife mit dortigem Seesand, eine Luther-Seife oder die Gute-Laune-Seife für die Sabinchenstadt Treuenbrietzen.

Von Marion von Imhoff

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