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Potsdam-Mittelmark Vom Wickeltisch zum Ladentisch
Lokales Potsdam-Mittelmark Vom Wickeltisch zum Ladentisch
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02:15 22.04.2017
Mit der Kinder-Boutique „Pünktchen und Co.“ verbindet Nicole Hellmich die beiden Berufe, die sie gelernt hat. Quelle: Stefanie Wagner-Leppin
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Werder

Einfach noch mal von vorn anfangen. Etwas Neues wagen, ohne zu wissen, wie es ausgeht. Zweifler überzeugen und durchstarten. Genau das hat Nicole Hellmich gemacht. Nach elf Jahren hat sie Ende Januar ihren sicheren Job als Tagesmutter aufgegeben und in ihrer Heimatstadt Werder einen eigenen Kinder-Laden eröffnet. Und alles begann mit einem Zufall.

„Du spinnst!“, hatte ihr Mann gesagt, als die 37-Jährige im November mit der Idee um die Ecke kam, einen eigenen Laden zu eröffnen. Im Internet hatte sie einen Aufruf entdeckt, mit dem ein Nachfolger für eine Kinder-Boutique in Caputh gesucht wurde. Kindermode, Spielzeug, Accessoires. „Das ist genau mein Ding. Ich hatte mich sofort in den Gedanken verliebt und war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung“, erzählt sie. „Damit kann ich meine beiden Berufe perfekt verbinden.“ Denn die zweifache Mutter ist nicht nur staatlich anerkannte Erzieherin, sondern auch gelernte Einzelhandelskauffrau und war vor ihrer Zeit als Tagesmutter Filialleiterin in einem Berliner Sportgeschäft. Als damals das erste Kind unterwegs war, musste ein Job her, der sich mit dem Familienleben besser vereinen ließ. Die junge Mutter baute kurzerhand eine Wohnung im Elternhaus zur Mini-Kita um und betreute dort seit 2005 die kleinsten Werderaner – von den ersten Schritten bis zum Schulanfang. Doch ein Schicksalsschlag veränderte vieles.

Betreuung fand übergangsweise im Kinderzimmer statt

Als vor zweieinhalb Jahren ihre Mutter schwer erkrankte und starb, kam der Wunsch auf, sich selbst beruflich zu verändern. Die beiden Frauen hatten lange als Tagesmütter zusammengearbeitet. „Ich konnte in diesen Räumen nicht einfach weitermachen. Da waren zu viele Erinnerungen an die gemeinsame Zeit“, sagt Hellmich. Übergangsweise betreute sie ihre fünf Tageskinder in ihrer eigenen Wohnung. „Das war schon eine große Umstellung. Meine Tochter musste tagsüber ihr Kinderzimmer hergeben, damit die Kinder dort spielen konnten. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich ein Jahr später meinen eigenen Laden habe – ich hätte es nicht geglaubt. Und wäre da nicht dieser Aufruf im Internet gewesen, wäre ich auch heute noch Tagesmutter“, verrät Nicole Hellmich.

Nicole Hellmich in ihrer Boutique. Quelle: Stefanie Wagner-Leppin

Infiziert von der Idee, den Kinderladen in Caputh zu übernehmen, meldete sie sich bei der damaligen Besitzerin und landete unsanft auf dem Boden der Tatsachen. „Alles schon erledigt, hat sie am Telefon gesagt. Der Laden ist vermietet und die Ware hat auch schon einen neuen Besitzer gefunden. Da ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich habe mich zu Hause eingeschlossen und drei Tage geweint.“ Heute sagt sie das mit einem Lächeln. Denn nach dem ersten Schreck sind sich Nicole Hellmich und die damalige Inhaberin doch noch einig geworden. „Ich habe jetzt nur das Ladenkonzept gekauft. ‚Pünktchen und Co.‘ lebt weiter – in meinem eigenen Geschäft in Werder.“

Für die Zukunft schon viele Ideen

Im Februar – nur gut zwei Monate nach dem Online-Aufruf – wurde ihr Traum dann Wirklichkeit. Beinahe bis unter die Decke ist der kleine Laden in der Kemnitzer Straße gefüllt. Das Angebot reicht von der Babyausstattung über Spielzeug bis hin zu ausgefallener Trachtenmode. Und natürlich gibt’s alles, was Pünktchen hat, auch für Erwachsene. „Mir ist vor allem die Beratung wichtig. Das hat in Werder bisher gefehlt“, findet Nicole Hellmich.

Die erste Bewährungsprobe hat „Pünktchen und Co.“ schon bestanden. Beim Promenadenfrühling in den Werderaner Havelauen Ende März gab es großen Applaus für die Premieren-Modenschau mit zauberhaften Mini-Models. „Ich hab das ja noch nie gemacht und war total aufgeregt. Mit Kindern ist da ja nichts planbar. Aber auch die ganz Kleinen haben das so toll gemacht. Es war ein voller Erfolg und wir planen jetzt schon die nächste Modenschau im Herbst.“

Für die Zukunft hat Nicole Hellmich noch mehr Ideen. „Ich will für besondere Kunden ein ViP-Shopping anbieten, außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Und ich könnte mir auch vorstellen, Kindergeburtstage zu organisieren.“ Den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit hat Nicole Hellmich jedenfalls nicht bereut. „Jeden Morgen, wenn ich meinen Laden aufschließe, bin ich wieder frisch verliebt.“

Von Stefanie Wagner-Leppin

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