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Potsdam-Mittelmark Von Drogen, Waffen und Pferdeschuhen
Lokales Potsdam-Mittelmark Von Drogen, Waffen und Pferdeschuhen
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13:12 26.02.2018
Lange Läufe: Historische Waffen aus der Schlacht der Preußen gegen die Franzosen auf dem Hagelberg vor mehr als 200 Jahren. Quelle: Tobias Wagner
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Brandenburg/H

Hoch über Bad Belzig, südlich der historischen Altstadt, erheben sich die Mauern der Burg Eisenhardt. Diese Burg bietet nicht nur einen herrlichen Blick über den Hohen Fläming. Auch das Burgmuseum lädt mit seinen regionalgeschichtlichen Exponaten zum Verweilen und Entdecken ein.

In den historischen Räumen kann der Besucher große und kleine Dinge aus dem regionalen Handwerk, etwa der Töpferei und der Textilherstellung und der Belziger Archäologie entdecken. „Unser Anspruch ist es, Bildung für jeden zu liefern“, sagt Thomas Schmöhl (56), Leiter des Museums. Verkleidet als „Ritter Thomas“ führt Schmöhl durch die Ausstellung – stilecht in mittelalterlicher Kleidung. Dabei nimmt er sich auch gerne augenzwinkernd den eher ungewöhnlichen Themen an. „Man muss auch mal aufmüpfige Themen ansprechen.“

Drogenmissbrauch im Mittelalter

Ein separates museumspädagogisches Angebot dreht sich beispielsweise um Drogenmissbrauch im Mittelalter. „Da körperlicher Missbrauch an der Tagesordnung war, dienten berauschende Pflanzen als Mittel zur Privatheit“, sagt der Museumsleiter. „Man kann sogar behaupten, die Leute des Mittelalters waren beinahe durchweg saufende Kiffer“.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Museum ist, bis auf den Burgturm und einen oberen Ausstellungsraum, barrierefrei.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag von 13 bis 17 Uhr sowie Samstag, Sonntag, Feiertage von 10 bis 17 Uhr.

Eintritt: Museum und Turm Erwachsene: 2,50 Euro, ermäßigt: 1,50 Euro; Familienkarte (zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder): 6,50 Euro; Gruppen (ab 10 Personen): 2 Euro pro Person.

Das Museum ist außerhalb der Öffnungszeiten für Gruppen und Führungen geöffnet.

Es werden auch altersgerechte Lernführungen für Schulklassen und Kindergruppen angeboten. Lehrer können hierzu ein passendes Wunschthema zur Führung vorgeben.

Anmeldungen unter Museum Burg Eisenhardt, Wittenberger Straße, Thomas Schmöhl, 033841/42461, Email: burgenzeit@web.de

Bad Belzig erreicht mit dem Auto über die Bundesstraßen 102 und 246. Mit der Bahn geht es mit dem Regionalexpress 7 in Richtung Dessau. Vom Fläming-Bahnhof in Bad Belzig geht man zehn Minuten bis zur Burg.

Als Hexensalbe zum Beispiel verstand man zur Zeit der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung eine Salbe, mit der sich Hexen eingerieben haben sollen, um zum Hexensabbat zu fliegen. Heutzutage glaubt man, dass in diesen Hexensalben hochgradig halluzinogen wirkende Stoffe der Tollkirsche oder des Stechapfels enthalten waren. Diese gaben dem Nutzer das Gefühl, den eigenen Körper zu verlassen. Ihn schien es, als würde er schweben.

Schmöhl hat kein Problem, diese Drogen mit Schulklassen zu thematisieren. Schließlich gebe er keine Rezepte vor. „Wenn jemand heutzutage berauschende Mittel bekommen will, geht das innerhalb von Minuten“, sagt Schmöhl. „Welcher Jugendliche will sich denn hinsetzen und zwei Jahre Bilsenkraut anbauen?“

Geschichte des Nationalsozialismus

Ernster wird es bei den Exponaten zur Geschichte des Nationalsozialismus in Bad Belzig. Zum einen war die Burg Eisenhardt von 1936 bis 1945 Sitz der Reichsschule Technische Hilfe, zum anderen unterstand das KZ-Außenlager Roeder-hof in Belzig ab Herbst 1944 dem Konzentrationslager Sachsenhausen. In Belzig mussten 750 Frauen für das Kopp-&-Co-Werk Roederhof Zwangsarbeit leisten.

In einem Nebenraum der Ausstellung findet man ein Modell des Lagers, eine Häftlingsjacke und Alltagsgegenstände wie Taschentücher, einen Schuh sowie einen Rosenkranz. Hierbei handelt es sich um Spenden von Frauen, die in Belzig inhaftiert waren. Im selben Raum ist darüber hinaus eine kleine Forschungsbibliothek eingerichtet für jeden, der sich ausführlicher mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte.

Die Burg ist ein Reformationsort

Thomas Schmöhl ändert die Dauerausstellung jährlich, damit das Museum interessant bleibt. Dieses Jahr liegt der Fokus auf den 30-Jährigen Krieg, der vor 400 Jahren begann, und auf der Reformation, an die im vergangenen Jahr bundesweit erinnert worden ist. Letztendlich ist die Burg ein Reformationsort, in dem Martin Luther 1534 im Zuge seiner Kirchen- und Schulvisitation übernachtete.

Ab März wird das Burgmuseum außerdem die Bronzezeit und die Rechtsgeschichte des Mittelalters stärker thematisieren. Bereits jetzt zeigt die Ausstellung eine sogenannte Halsgeige. Diese ist eine meist hölzerne Fessel, die in Europa vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit verwendet wurde.

Diorama der Schlacht bei Hagelberg

Weitere Besonderheiten der Ausstellung sind zudem eine Ratswaage von 1713 und ein Diorama der Schlacht bei Hagelberg. Im Vorfeld der Völkerschlacht bei Leipzig stießen 1813 preußische Soldaten am Hagelberg in der Nähe Belzigs auf ein französisches Korps und löschten dieses aus.

Die Musketen, Dolche und Pistolen, die in dieser Schlacht eingesetzt worden sind, lassen aufgrund ihrer filigranen Details heute nur noch schwer den Schrecken dieser Schlacht erahnen.

Folterwerkzeuge und Waffen

Das Lieblingsexponat von Museumsleiter Schmöhl sind zwischen all den Folterwerkzeugen und Waffen allerdings die Pferdeschuhe. Bauern zogen sie über die Hufe, damit die schweren Tiere nicht auf feuchten Wiesen einsinken. Es ging also durchaus auch freundlich zu in Bad Belzigs Historie.

Von Tobias Wagner

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