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Potsdam-Mittelmark Von Hohen Fläming in die Antarktis
Lokales Potsdam-Mittelmark Von Hohen Fläming in die Antarktis
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12:25 04.04.2018
So ein schönes, reines Weiß findet man selten – Conrad Klopsch im ewigen Eis. Quelle: privat
Bad Belzig

Eigentlich ist Conrad Kopsch mehr oder weniger im Ruhestand, doch immer wenn die Erfahrung des Polarforschers gebraucht wird, ist er zur Stelle. So machte er sich im vergangenen Sommer noch einmal ins Lena-Delta nach Sibirien auf und erfüllte sich damit einen persönlichen Wunsch.

„Das Lena-Delta ist nicht nur landschaftlich unglaublich schön, es ist auch für die Forschung eine wichtige Region“, sagt Kopsch, der für das Alfred-Wegener-Institut in Potsdam arbeitete. Drei Wochen war der Bad Belziger Polarforscher an der Mündung des Stroms, die ungefähr so groß ist wie Belgien, unterwegs und unterstütze die Wissenschaftler der dortigen Forschungsstation. „Die Hauptaufgabe ist eigentlich herauszufinden, wie viel Kohlendioxid im Eis steckt und wie viel Methan“, erklärt der 66-Jährige.

Conrad Kopsch mag das kalte Klima. Quelle: Danilo Hafer

Denn im Permafrostboden sind unglaublich große Menge dieser Gase gespeichert. Taut der Boden auf, können die Giftgase nach außen treten. Die Folgen wären unvorstellbar. Daher versuchen die Wissenschaftler mit Hilfe von Bohrproben und Untersuchungen, eine Art „Energiebilanz“ zu ziehen.

Erlebnisse eines Polarforscher

Am Freitag, 17 Uhr, nimmt Conrad Kopsch in der Kunstkirche Hohenwerbig die Besucher mit auf eine Reise ins ewige Eis. Mit reichlich Bildmaterial gibt der Polarforscher Einblicke in seine Arbeit und berichtet von den Expeditionen die er begleitet hat.

In seinem Vortrag möchte Kopsch einen Bogen von der Geschichte der Polarforschung bis zum Alltag auf einer Forschungsstation schlagen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei und die Kirche wird beheizt.

Bilder von den Forschungsreisen sind derzeit in der Stein-Therme Bad Belzig zu sehen

Seit über 35 Jahren ist Conrad Kopsch in der Polarforschung aktiv und hat viele Expeditionen mitgestaltet. Die Kälte von bis zu minus 60 Grad Celsius war für ihn in den meisten Fällen kein Problem. „Wir werden für die Expeditionen von den Instituten immer sehr gut ausgestattet, so dass uns die Kälte nicht beeinträchtigt.“ Einzig bei einigen Arbeiten, die nicht mit den dicken Thermohandschuhen ausgeführt werden können, wurde es mit unter schwierig.

Als Kopsch einmal auf der Forschungsstation Georg Forster in der Antarktis überwintert hat, musste er mit einem Schlittenzug regelmäßig Treibstoff, der von einem Schiff angeliefert wurde, zur Station bringen – 100 Kilometer je Tour. „Stimmten die Witterungsverhältnisse, hat das eine Woche gedauert, bei schlechtem Wetter waren es gerne Mal drei Wochen.“ Auf einer dieser Fahrten trat der Ernstfall ein. Eine Kette des rund 35 Tonnen schweren Schleppers riss. Die Reparatur war nur ohne Handschuhe möglich. So etwas möchte Conrad Kopsch nicht noch einmal erleben.

Ganz schön weit weg: 4224 Kilometer bis Bad Belzig. Quelle: privat

Heute sei das Leben auf einer Forschungsstation viel einfacher als vor 35 Jahren. „Heute haben die Wissenschaftler Internet und Skype und können mit ihren Familien telefonieren, wir mussten damals noch Telegramme schicken und konnten erst nach zwei Wochen mit einer Antwort rechnen.“ Auch wenn dadurch ein wenig das Gefühl eines Abenteuers verloren gegangen sei, eine Reise in die weiten eisigen Landschaften sei dennoch nicht weniger faszinierend.

Dass es den Bad Belziger überhaupt ins Eis gezogen hat, liegt an Kopschs früherer Arbeit. „Ich habe in Niemegk wissenschaftliche Geräte hergestellt, die für den Gebrauch bei eisigen Temperaturen konzipiert wurden.“ Irgendwann kam der Wunsch auf, selbst einmal an den Ort zu fahren, für den die Geräte gebaut werden. Nachdem Kopsch an einer Expedition der Akademie der Wissenschaften der DDR teilnehmen durfte, war es um ihn geschehen. „Einer der russischen Professoren vor Ort sagte, mich hätte die weiße Krankheit befallen“, sagt Kopsch und lacht. Bis heute hat sie ihn nicht los gelassen.

Dicht heran an die Piguine: Conrad Kopsch auf der Lauer. Quelle: privat

Er versuche, bei anderen Menschen das Interesse für das Klima zu wecken. 2009/2010 lief das Projekt „Coole Klassen“ am Fläming-Gymnasium und Krause-Tschetschog- Oberschule Bad Belzig sowie am Gymnasium in Treuenbrietzen, wobei er Kontakt aus dem ewigen Eis zu Schülern und Lehrern hielt. Heute hält er regelmäßig informative und unterhaltsame Vorträge über seine Arbeit – am Freitag etwa in der Kunstkirche Hohenwerbig.

Bei seinen Expeditionsfahrten und vor allem der Entnahme der Bodenproben habe er vor allem eines festgestellt. „Klimaveränderungen gab es immer wieder, auch schon vor drei Millionen Jahren. Leben auf er Erde gibt es aber noch immer.“ Dennoch hätte eine Eisschmelze verheerende Auswirkungen. Laut Kopsch steige der Wasserspiegel um gut 6 Meter, sollte Grönland eisfrei werden. Wenn das Eis der Antarktis schmilzt, steige der Meeresspiegel gar um 66 Meter.

Von Danilo Hafer

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