Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Von Kalifornien nach Ferch

Schwielowsee Von Kalifornien nach Ferch

Mit 8000 Besucher in diesem Jahr hat das Museum der Malerkolonie in Ferch 2016 einen Besucherrekord aufgestellt. Viele Berliner haben neben Einheimischen die Kostbarkeiten im kleinen feinen Museum in einem Kossätenhaus entdeckt. Gemälde der Künstlerin Julie Wolfthorn zogen viele Kunstliebhaber magisch an.

Voriger Artikel
Zahl der Erdbestattungen geht deutlich zurück
Nächster Artikel
Weil Mindestlohn steigt, wird Schulessen teurer

Familie Grotemeyer um 1905 am Schwielowsee, gemalt vom Künstler und Vater Fritz Grotemeyer. Das Bild schmückt den neuen Kalender, den der Verein in einer Auflage von 300 Stück herausgegeben hat.

Quelle: Verein/Repro

Ferch. Ferien am Schwielowsee um 1905 – das Titelbild von Fritz Grotemeyer auf dem neuen Jahreskalender verführt zum nächsten Ausflug und zum Wunsch, da will ich hin. Seit mehr als 100 Jahren hat Ferch als Malerdorf von sich Reden gemacht. Auch in Kalifornien ist der idyllische Flecken nicht unbekannt und seit diesem Jahr sogar eine auserwählte Adresse. Das hat seinen guten Grund, denn ein Kunstsammler aus dem Goldenen Staat hat keine Kosten und Mühe gescheut, schickte eines seiner Gemälde von Julie Wolfthorn (1864-1944 ) an die Havel, um die Ausstellung über fortschrittliche Frauen in der Malerei zu bereichern.

Der Erfolg der Gemälde von Wolfthorn in Ferch – darunter die Leihgabe des Sammlers aus den Vereinigten Staaten – ließ nicht lange auf sich warten. „Und schauen wir insgesamt zurück, so können wir in diesem Jahr schon jetzt einen Besucherrekord für uns verbuchen. Denn mit fast 8000 Gästen hatte unser Museum so viele Besucher wie noch nie seit der Gründung vor 14 Jahren“, freut sich Carola Pauly, Vorsitzende des Fördervereins Havelländische Malerkolonie in Ferch. Vor allem Berliner hätten in diesem Jahr das Denkmal des Kossätenhauses und sein anregendes Innenleben für sich entdeckt. Daran habe die Geschichte der Julie Wolfthorn, die bis zu ihrer Deportation in Berlin-Tiergarten lebte und sich für kunst- und frauenpolitische Belange eingesetzt hatte, einen großen Anteil. Und dies umso mehr, weil ein erheblicher Teil ihres Gesamtwerkes als verschollen gilt. Ihre Bilder in Ferch haben viele Besucher magisch angezogen.

Mit der großen Resonanz lässt es sich für das Museum und den Förderverein gut in die neue Saison und die 700-Jahr-Feier von Ferch 2017 starten. Doch zuvor ist ab Samstag, 12. November, bis zum 23. April die neue Ausstellung „Im Rhythmus der Natur“ zu sehen. Zum Ortsjubiläum hat der Förderverein mit Unterstützung der Erdgas Mark Brandenburg bereits jetzt den neuen Kalender 2017 herausgegeben. Er zeigt Werke mit Ansichten von Ferch unter anderem im Winter, auf dem Wietkiekenberg, Karl Hagemeisters „Weißer Mohn“ und die Kartoffelernte um 1911. Viele Malerinnen wie Julie Wolfthorn, Käthe Kollwitz und Hannah Höch waren oft in Ferch zu Gast. Um 1920 erwarben gleich mehrere Maler, Grafiker und Bildhauer Häuser in Ferch. Arthur Borghard, Hans-Otto Gehrcke, Hermann Tischerler, Hans Wacker – sie verband die Begeisterung für die märkische Landschaft. Bis heute hat sie für Besucher und Kunstliebhaber ihren Reiz nicht verloren.

Von Regine Greiner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg