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Von Manhattan nach Klein Marzehns

Menschen im Fläming Von Manhattan nach Klein Marzehns

Das Berliner Jazz-Urgestein Raimer Lösch fühlt sich wohl im Fläming. In Klein Marzehns hat der gebürtige Hesse, der einige Jahre auch in New York Musik gemacht hat, seinen Zweitwohnsitz und Ruhe für Kreativität gefunden. Im örtlichen Gasthaus zeigt Lösch nun seine von der Fläming-Landschaft inspirierten Kunstwerke.

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Raimer Lösch stellt seine Bilder in Klein Marzehns aus.

Quelle: Saskia Kirf

Klein Marzehns. Damals, als die 68er West-Berlin aufmischten, lebte Raimer Lösch mittendrin. Doch Kommune 1, Schahprotest und Puddingattentate waren nicht sein Ding. Ein, zwei Mal sei er überhaupt auf einer Demonstration gewesen, sagt Lösch. „Und da sind wir vor der Polizei abgehauen.“ Für Raimer Lösch stand schon vor fast 50 Jahren etwas anderes im Mittelpunkt: die Kunst und der Jazz.

Löschs Zweitwohnsitz in Klein Marzehns sieht man diese Leidenschaften an. Der ehemalige Vierseithof – die vierte Seite, eine Scheune, krachte einst mitten in der Nacht in sich zusammen – ist voll von Bildern, Instrumenten und aufwendig gestalteten Mosaiken. Das größte ist an der Rückseite des Hofes angebracht und zeigt eine traumhafte Fläminglandschaft; eines der Motive, die Raimer Lösch seit Jahrzehnten faszinieren.

Erbschaft ermöglicht Wohnsitz im Fläming

Dabei wollte Lösch ursprünglich gar nicht unbedingt hier her ziehen. Eine Erbschaft kurz nach der Wende ermöglichte es dem Künstler, sich nach einem Haus außerhalb der neuen Hauptstadt umzusehen. An die Suche ging er pragmatisch heran: „Wichtig war mir eine schöne Umgebung. Und das Haus sollte zwischen Berlin und Frankfurt am Main liegen.“ Lösch stammt ursprünglich aus dem Hessischen, sein weicher Dialekt verrät es sofort. Zwei Jahre lang suchte er an jedem Wochenende nach seinem neuen Zuhause. Schließlich entdeckte Raimer Lösch den Fläming. Tochter und Enkelkind schliefen im Auto, als er den Wagen nahe der Kirche in Klein Marzehns parkte. Dort fand er es schließlich: das Haus seiner Träume.

Urgestein der Berliner Jazz-Szene

In Eigenregie und mit viel Hilfe von Freunden sanierte Raimer Lösch den alten Hof. „Unter Musikern hilft man sich“, sagt er. Lösch, der noch heute im Alter von 72 Jahren wöchentlich im Kreuzberger Club Zosch mit seiner Jazzband auftritt, ist ein Urgestein der Berliner Jazz-Szene. Er verbrachte mehrere Jahre in New York City, traf dort Nat King Cole und Louis Armstrong. „Die haben dort in kleinen Kneipen gespielt, so wie wir in Berlin“, erinnert sich Lösch. Später spielte er Trompete in den Straßen von New Orleans – von dort stammt mit den Musikern aus Louisiana ein weiteres Motiv, das sich in Löschs Bildern immer wieder findet. In Berlin hat er noch einen zweiten Wohnsitz. Doch Ruhe und Natur findet Raimer Lösch auf seinem alten Hof in Klein Marzehns.

In seiner aktuellen Ausstellung im Gasthof „Flämingeck“ stellt der Künstler folgerichtig die Landschaften im Fläming in den Mittelpunkt. Expressionistische Wälder und satte Wiesen, aber auch die ständigen Eingriffe des Menschen in die Umwelt sind sein Thema. „Ich arbeite heute nicht mehr so viel wie früher“, sagt Raimer Lösch: „Umso mehr Zeit habe ich für die Kunst und vor allem für diese unglaublichen Landschaften hier.“

Von Saskia Kirf

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