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Von der Zeltstadt ins Containerdorf

Bad Belziger Flüchtlinge ziehen um Von der Zeltstadt ins Containerdorf

Mit einer Notunterkunft aus Zelten empfing die Stadt Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) vor eineinhalb Wochen 90 syrische Flüchtlinge. Nun sind die extra für sie aus Holland eingeflogenen Container fertig umgebaut. Seit Wochenbeginn kommen die Flüchtlinge nun in den Containern unter.

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Dass jeder jedem hilft, ist für die Flüchtlinge in Bad Belzig eine Selbstverständlichkeit.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Wie eine kleine Völkerwanderung sah es aus, als zu Wochenbeginn im Bad Belziger Asylbewerberheim Feldbetten, Schränke, Tische und Stühle aus der kleinen Zeltsiedlung in die bezugsfertigen Container getragen wurden. Der Eindruck täuschte nicht, denn die Wanderung der Völker aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt ist längst auch in unserer Region angekommen.

An Manpower mangelt es im Bad Belziger Asylbewerberheim nicht

An Manpower mangelt es im Bad Belziger Asylbewerberheim nicht. Alle 90 Neuankömmlinge sind männlich.

Quelle: Uwe Klemens

Wie würden es die syrischen Flüchtlinge aufnehmen, wenn sie nach ihrer Ankunft in Bad Belzig lediglich in Zelten untergebracht werden, lautete eine der bangen Fragen, denen sich die Koordinatoren der Flüchtlingsunterbringung gegenüber sahen. 90 Flüchtlinge in zwei Großzelten und mehreren kleineren Zelten unterzubringen, war dabei von Anfang an nur als Zwischenlösung bis zur Fertigstellung der zweistöckigen Containersiedlung gedacht. Bis Montag wurde darin gewerkelt. Einen Tag später begann der Umzug.

Zain Alfil in seinem „Reich“, das er sich mit seinem Bruder teilt

Zain Alfil in seinem „Reich“, das er sich mit seinem Bruder teilt.

Quelle: Uwe Klemens

„Die Zelte waren nicht das Schlechteste, das uns auf unserer Flucht passierte“, sagt der 24-jährige Zain Alfil, der zusammen mit seinem ein Jahr älteren Bruder Mitte Juli nach Deutschland kam. „In Serbien zum Beispiel hatten wir nicht mal Zelte.“ Beim Bezug der Container gehörte er zu den letzten, die ihre Habseligkeiten mit dem Handwagen beförderten. Da er zu den wenigen Flüchtlingen gehört, die außer ihrer Muttersprache fließend Englisch sprechen, wurde er als Dolmetscher zwischen seinen Landsleuten und den Sozialarbeitern gebraucht.

Als Dolmetscher im Einsatz

Wo kommt der Schrank hin? Wie geht das mit dem Einkauf der Lebensmittel? Wie funktioniert die Waschmaschine? – Fragen wie diese mussten dabei geklärt werden. „Dass jeder jedem hilft, ist bei uns ganz normal, nicht nur beim Möbeltragen“, sagt Zain Alfil, der zusammen mit seinem Bruder eines der beiden Zwei-Mann-Zimmer bekam und froh ist, seit langem mal wieder ein Stückchen Privatsphäre zu haben. Die übrigen Flüchtlinge sind in Vierer-Zimmern untergebracht. Zwei Zimmer dienen als Gemeinschaftsräume. Daneben gibt es Küchen- und Sanitärbereiche, die mit allem ausgestattet sind, was man zur Selbstversorgung benötigt.

Abdulah Suliman und Sozialarbeiterin Caroline Ballerstädt erkunden gemeinsam, wie die Waschmaschine funktioniert

Abdulah Suliman und Sozialarbeiterin Caroline Ballerstädt erkunden gemeinsam, wie die Waschmaschine funktioniert.

Quelle: Uwe Klemens

„Spätestens in ein, zwei Wochen werden auch die nun noch 60 freien Plätze belegt sein“, sagt indes Landkreissprecherin Andrea Metzler. Dass sich an dem Flüchtlingszustrom in absehbarer Zeit etwas ändern wird, glaubt sie nicht, seit das Land in der vergangenen Woche die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge von 1 162 auf 2 039 erhöht hat.

Von Uwe Klemens

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