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Potsdam-Mittelmark Vorwärts einsteigen, rückwärts aussteigen!
Lokales Potsdam-Mittelmark Vorwärts einsteigen, rückwärts aussteigen!
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20:16 07.06.2016
Beim Training immer an der Seite der Senioren: Busfahrer Lutz Müller (l.) und Fahrdienstleiter Jörg Klingbeil hier mit Johanna Klebbe. Quelle: C. Krause
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Kleinmachnow

Die Angst fährt bei Senioren immer mit. Wenn Menschen mit Rollatoren den Bus nutzen wollen, dann müssen sie beim Ein- und ganz besonders beim Aussteigen höllisch aufpassen. Das hat am Dienstag ein Sicherheitstraining auf dem Parkplatz hinter der Senvital-Residenz in Kleinmachnow deutlich vor Augen geführt.

Da die meisten Haltestellen in Potsdam-Mittelmark noch nicht den Tritthöhen moderner Niederflurbusse wie der Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft (BVSG) angepasst sind, bleibt ein ziemlich großer Spalt zwischen Bordstein und Busplattform. In diesem können sich die beweglichen Vorderräder der Rollatoren beim Aussteigen verkeilen und die Rentner stürzen. „Deshalb: Vorwärts einsteigen und rückwärts aussteigen!“ Dazu rieten immer wieder Fahrdienstleiter Jörg Klingbeil und Busfahrer Lutz Müller, die zum ersten Mal mit hochbetagten Fahrgästen trainierten. Die beiden 48-jährigen Männer gingen mit Engelsgeduld und großer Fürsorge mit den alten Menschen um. Busfahrer Müller wünscht sich wieder mehr Hilfsbereitschaft und Verständnis von den anderen Fahrgästen, denn die Rentner mit Gehhilfen bräuchten keinen zusätzlichen Druck. Er mahnte aber auch die alten Herrschaften, vor dem Aussteigen „immer erst den Knopf zu drücken und sitzen zu bleiben, bis der Bus hält“. Sie hätten genug Zeit zum Aussteigen. „Auch wenn es zu Verspätungen auf der Strecke kommt – die Sicherheit geht vor“, versicherte er.

Das kann kreuzgefährlich werden! Beim Vorwärtsaussteigen können sich die Vorderräder an nicht behindertengerecht ausgebauten Haltestellen im Spalt zwischen Busplattform und Bordsteinkante verkeilen. Quelle: C. Krause

Grete Kebach (96) nahm zum zweiten Mal an dem „Rollator- und Sicherheitstraining“ von BVSG und Verkehrswacht in Kleinmachnow teil. „Rückwärts steige ich aber noch nicht aus. Ich klapp’ den Rollator zusammen und trage ihn raus“, sagte die 96-Jährige der MAZ. Die 93-jährige Johanna Klebbe findet „es ganz schön schwer, rückwärts auszusteigen“, doch „es muss sein, wirklich “, betonte nochmals Klingbeil. Es seien zwar 98 Prozent der insgesamt 105 Fahrzeuge Niederflurbusse, aber die Kommunen kämen nicht mit der Nachrüstung der Haltestellen hinterher. „Aktuell sind wir mitten in den Planungen, um noch in diesem Jahr die ersten Haltestellen an wichtigen Knotenpunkten im Ort behindertengerecht umzubauen“, versprach Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD). EU-weit müssen bis 2022 alle öffentlichen Haltestellen barrierefrei sein; in den märkischen Kommunen bis 2020.

Neben der Bus-Schule hatte die Verkehrswacht Potsdam-Mittelmark einen Rollator-Parcours aufgebaut, wo die Rentner sicher Hindernisse wie Bordsteinkanten bewältigen konnten. BVSG-Sprecherin Ulrike Rehberg ermunterte Senioreneinrichtungen, das kostenlose Trainingsangebot noch stärker zu nutzen; Kontakt: 0331/7 49 13 91.

Von Claudia Krause

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