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Potsdam-Mittelmark Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung nach Waldbränden im Sommer
Lokales Potsdam-Mittelmark Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung nach Waldbränden im Sommer
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16:15 05.11.2018
Verbrannte Landschaft: Der verheerende Waldbrand hinterließ bei Treuenbrietzen eine Spur der Verwüstung. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Potsdam

Mit dem heißtrockenen Sommer ist in Brandenburg auch die akute Waldbrandgefahr gebannt. Doch die Polizei ermittelt weiter: Bei mehr als 40 der insgesamt rund 470 ausgebrochenen Feuer überprüft sie, ob möglicherweise Brandstifter am Werk waren. Das teilte die Polizei der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Die Ermittlungen liefen derzeit noch in alle Richtungen, sagte Polizeisprecher Heiko Schmidt. „Fest steht jedoch bereits, dass bei einigen Bränden objektive Anhaltspunkte auf vorsätzliche Brandstiftungen vorhanden sind.“ Dies gelte für Brände in Jüterbog und Altes Lager (Teltow-Fläming).

Treuenbrietzen gibt Ermittlern noch Rätsel auf

Auch Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter hatte bereits mitgeteilt, dass nicht die große Trockenheit allein für die veheerenden Feuer verantwortlich war. „Auf Luftbildern sind Brandnester in fast den gleichen Abständen zu sehen. Wenn das Zufall ist, fresse ich einen Besen“, so Schröter im Oktober.

Nach dem Großbrand in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) Ende August sind die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung noch nicht zu einem Ergebnis gekommen.

Verschiedene Indizien wie die Tatsache, dass das Feuer an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen war, hatten nach Angaben Schmidts von Beginn an für mögliche Brandstiftung gesprochen. Allerdings habe sich das bislang noch nicht erhärten lassen.

Der Waldbrand bei Treuenbrietzen gilt als der größte der vergangenen Jahre in Brandenburg. Luftbilder zeigen, wie groß das Ausmaß der Zerstörung ist.

Die 30-köpfige Sonderkommission „Pinus“ (lateinisch für Kiefer) habe in den Wochen nach dem Großbrand fast täglich Zeugen, Feuerwehrleute, Forstmitarbeiter sowie Brandspezialisten des Landeskriminalamtes und des Munitionsbergungsdienstes befragt, so Schmidt.

Fichtenwalde: Fahrlässige Brandstiftung vermutlich Ursache

Die umfangreichen Ermittlungen hätten bisher jedoch „keine objektiven Befunde hervorgebracht, die als Ursache eine vorsätzliche Brandstiftung begründen“. Da eine Brandstiftung jedoch ebenso wenig ausgeschlossen werden könne wie fahrlässiges Herumspielen mit offenem Feuer oder das Entzünden von alten Munitionsresten im Boden, liefen die Ermittlungen weiter.

Bei dem Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam in Beelitz-Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark) Ende Juli gehen die Ermittler von fahrlässiger Brandstiftung aus. Die Spurensicherung vor Ort habe „vage Indizien für weggeworfene Zigaretten“ gebracht, sagte Schmidt. Ermittlungen und Spurenauswertungen zu dem Großbrand seien jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Auch bei dem rund 300 Hektar großen Waldbrand am Jüterboger Keilberg (Teltow-Fläming) suchen die Ermittler weiter nach der Brandursache.

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Von dpa/sag