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Schule will Schutz gegen Strahlen

Kleinmachnower Waldorf-Neubau soll abgeschirmt werden Schule will Schutz gegen Strahlen

Der Seeberg in Kleinmachnow ist heute ein stattlicher Bildungscampus, mit Schulen, Kindergärten und Sportanlagen. Einen Mobilfunkmasten aus dem Jahre 1996 mit aktuell 32 Antennen sehen viele Eltern, Schüler und Fachleute kritisch. Doch er genießt „Bestandsschutz“. Nun rüsten Schulen und Kitas auf.

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Mobilfunkturm auf dem Kleinmachnower Seeberg.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Kleinmachnow. Der Neubau für die Klassen 1 bis 3 und die Eingangsklasse der Freien Waldorfschule Kleinmachnow steht bevor. „Baustart ist voraussichtlich im Juli“, sagt Waldorf-Geschäftsführerin Katrin Falbe. Den Neubau des Unterstufengebäudes sowie das Haus für die Waldklasse am südöstlichen Rand des Schulareals auf dem Seeberg möchte man dann gerne gegen Mobilfunkstrahlung abschirmen. „Dafür suchen wir Sponsoren“, sagt Falbe. Die hochfrequenten Immissionen des Sendemastes auf dem sogenannten Heizhaus der Internationalen Schule Berlin Brandenburg (BBIS) seien zunehmend Thema bei Eltern, Lehrern und Fachleuten.

Die Kleinmachnower Baubiologen Karin Beutler und Gerhard Brohm haben bereits den Neubau der Waldorf-Kita, die neue Seeberg-Grundschule sowie die Sporthalle und sanierte Gebäude der BBIS abgeschirmt. „Dazu wird ein spezielles Metallgewebe, ähnlich einem Insektengitter unter der Fassade in Richtung der Strahlung genutzt“, erläutert Beutler. Es gibt auch bereits Baumaterial, etwa bei Dampfsperren, das abschirmt. Kritisch wird es an Fenstern; während die Wärmeschutzverglasung selbst schirmend wirkt, kommt außen an die Rahmen eine Metallverkleidung, erklärt die Ingenieurin. „Das ist wie beim Licht, erreicht man eine präzise Abdeckung, ist der Effekt sehr hoch.“ BBIS-Geschäftsführer Burkhard Dolata ist überzeugt, dass man mögliche Beeinträchtigungen durch Strahlung mit solchen „finanziell eher einfachen Mitteln“ stark minimieren kann. „Ich sehe das pragmatisch, kenne die Auswirkungen noch nicht, versuche aber Immissionen zu reduzieren.“

Mobilfunkmast steht auf Campus mit vier Schulen und Kita

Die Deutsche Telekom AG beantragte 1996 die Baugenehmigung für eine Funkstation mit Antennenträger auf dem Seeberg in Kleinmachnow. Er ist 40 Meter hoch und hat laut Karin Beutler aktuell 32 Antennen aller Mobilfunkanbieter und sendet mit allen gängigen Funktechniken, wie UMTS, LTE GSM.

Beim Verkauf großer Teile des Seeberg-Areals an die Internationale Schule Berlin Brandenburg (BBIS) im Jahre 2005 hat sich die Telekom laut BBIS-Geschäftsführer Burkard Dolata den Mast im Grundbuch gesichert. „Liebend gern“, so Dolata, würde man ihn vom Campus entfernen, doch derzeit sei das nicht möglich.

Auf dem Schulcampus Seeberg sind die Waldorfschule, die Waldorf- und die katholische Kita, die kommunale Seeberg-Grundschule und die BBIS mit einer neuen großen Sporthalle angesiedelt. In unmittelbarer Nähe befinden sich zudem die Maxim Gorki Gesamtschule samt Sportplätzen und Hallen und der Jugendclub Carat. KW

 

Ein Hochfrequenz-Spektrumanalysator misst die Strahlung. Über zumutbare Grenzwerte wird in der Fachwelt seit Jahren kontrovers diskutiert. „Doch auch namhafte Firmen nutzen Möglichkeiten, um in Büros Mobilfunkstrahlung zu reduzieren“, sagt Beutler: „Selbstverständlich sollten in einem so ausgerüsteten Haus für Kinder dann kein Wlan und Mobilfunkgeräte genutzt werden.“

Von Konstanze Wild

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