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Potsdam-Mittelmark Waldorfschule braucht wieder mehr Platz
Lokales Potsdam-Mittelmark Waldorfschule braucht wieder mehr Platz
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20:50 20.09.2017
Das Haus 3 der Waldorfschule in Werder soll aufgestockt werden, konkret fehlen ein Fachraum sowie ein Atelier und Toiletten. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

In den Sommerferien ist in der Freien Waldorfschule „Christian Morgenstern“ in Werder schon fleißig gewerkelt worden. Drei Klassenräume der Unterstufe und vier Gruppenräume der Kita wurden für insgesamt 250 000 Euro umgebaut. Bis 2020 sollen weitere fünf Millionen Euro in den Ausbau des Campus’ fließen, wie Geschäftsführer Dieter Dörflinger am Mittwoch bei einem Pressegespräch verkündete. Anlass war die Regionalkonferenz der Waldorfschulen Berlin-Brandenburg, zu der sich die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) auf dem Gelände am Zernsee getroffen hat.

Immer wieder geriet die Waldorfschule in den vergangenen Jahren in Raumnot. „Wir haben dafür innovative Lösungen gefunden, wie das Zirkuszelt als Sporthalle“, so Dieter Dörflinger. Jetzt gehe es bei der steigenden Nachfrage nach Schul- und Kitaplätzen aber um langfristige Erweiterungen. Geplant ist ein Kita-Neubau und die Aufstockung von Haus 3, das von den Oberschülern genutzt wird. Allein für diesen Ausbau ist dem Geschäftsführer zufolge eine Million nötig, die aus eigener Kasse über einen Kredit bezahlt wird. Zuschüsse von der Stadt oder dem Land Brandenburg seien nicht zu erwarten.

Für die Erweiterung zwei Grundstücke dazu gekauft

Konkret fehlen in dem Schulhaus momentan ein zweiter Naturwissenschaftsraum, ein großes Atelier für Fächer, die mit Kunst oder Handwerk zu tun haben, sowie eine Schülerbibliothek und zusätzliche Toiletten. Denn die gibt es derzeit für alle Schüler nur auf einer Etage. Für die Erweiterung hat die Schule außerdem zwei Grundstücke dazugekauft, sagt Dieter Dörflinger. Die Bauanträge sollen demnächst eingereicht werden. Der Bedarf ist da: Besuchten 2011 noch 90 Kinder und Jugendliche die Waldorfschule, sind es mittlerweile 235. In jedem Jahrgang stehen 24 Plätze zur Verfügung, was elf Prozent der in Werder angebotenen Schulplätze entspricht. Der Großteil der Schüler (etwa 70 Prozent) stammt aus Werder und der restliche Teil aus der Gemeinde Schwielowsee, Groß Kreutz oder Berlin. Anhand dieser Zahlen sei die positive Entwicklung der Schule deutlich zu erkennen.

In diesem Jahr gab es 60 Anträge auf 24 Schulplätze in der 1. Klasse – ein Trend aus dem Vorjahr, der sich fortsetzt. Im Kindergarten sieht es ähnlich aus. Dort seien die Erzieher mit 82 Kindern an der Grenze, so Dieter Dörflinger weiter.

Blick auf das Jubiläumsjahr 2019

Seit 2012 ist die Einrichtung wieder Mitglied im Bund der Freien Waldorfschulen und darf sich daher überhaupt erst „Waldorfschule“ nennen, wie Hans-Georg Hutzel vom Vorstand erklärte. „Den Namen zu tragen, ist für die Schule einfach ein Qualitätsmerkmal. Mittlerweile gelten wir in vielen Dingen als Motor in der pädagogischen Entwicklung“, sagte er. Seit 1991 besteht der Campus aus Schule, Kita und Hort, für den alles in einer kleinen Kaserne anfing. Es ist der erste in der Blütenstadt in freier Trägerschaft, betonte Dieter Dörflinger. Derzeit können die Schüler nach zwölf Jahren sämtliche staatliche Abschlüsse erlangen. Fürs Abitur müssen sie allerdings noch an die Freie Waldorfschule in Potsdam wechseln. Das könnte sich bald ändern. Die Werderaner Waldorfschule will sich offen halten, irgendwann selbst das Abitur anbieten zu können. An der Kleinmachnower Schule gibt es diese Option schon länger und sie kommt sehr gut bei Eltern und Schülern an, wie die dortige Geschäftsführerin berichtete.

Die Teilnehmer der Regionalkonferenz beschäftigten sich aber nicht nur mit der positiven Entwicklung der Waldorfschulen, sondern auch mit dem großen Jubiläum, das 2019 ansteht. In dem Jahr feiern die Pädagogen die Gründung der ersten Waldorfschule vor 100 Jahren.

Von Luise Fröhlich

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