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Potsdam-Mittelmark Walter Padao zeigt Werke in Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Walter Padao zeigt Werke in Werder
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18:27 27.01.2016
Gehört das Schaf (rechts) zur enteilenden Dame? Walter Padaos Bilder geben oft Rätsel auf. Quelle: Lothar Krone
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Werder

Der Kunstverein „Goldrotschwartz“ bleibt sich treu und zeigt zum Abschied von der Inselstadt noch einmal im Lendelhaus in Werder, dass Provinz kein geografischer Ort ist, sondern einzig eine Dimension des Geistes. Wie schon die Vorgängerausstellungen ist auch die des Malers Walter Padao mehr als nur ein Ausrufezeichen wert und fernab jeder Provinzialität.

Padaos Bilder beeindrucken bereits durch ihre schiere Größe

Draußen die biedermeierliche Idylle der verwinkelten Gassen der Inselstadt und drinnen Bilder, die schon durch ihre schiere Größe alles andere als Lieblichkeit und Ruhe ausstrahlen. Der Ausstellungstitel „Situationen. Momente im Jetzt“ ist so konkret und gleichzeitig unscharf wie die Bilder selbst. Die Wirklichkeit, die Padao abbildet und sein vermeintlicher Realismus scheinen eher dem Genre Theater als der Malerei zugeordnet. Seine bizarren Szenerien mit bühnenbildartiger Anmutung wirken wie Momentaufnahmen, bei der sogar die Bewegung und das Licht in befremdlicher Künstlichkeit erstarrt sind.

Tanz: Verwischte Gestalten deuten Bewegung an. Quelle: LK

Auch das Personal seiner riesigen Leinwandinszenierungen ist fern jeder Normalität. Wartet das ausgewachsene Schaf allein auf den einfahrenden U-Bahnzug oder gehört es zu einer der beiden Frauen die mit ihren Rollkoffern über den Bahnsteig eilen? Schafe haben es Padao angetan. Auch bei seinen „Nachtwartenden“ überquert ein flauschiger Wollproduzent an der Seite einer im Ballkleid gewandeten Dame, die in nächtliches Rotlicht getauchte Fahrbahn. Während Padaos Frauen mit Grazie und oft auch körperlicher Blöße zu gefallen wissen, wüten die Kerle wie die Berserker. Da springt ein Tobsüchtiger auf den Tisch und trommelt mit den Fäusten auf die Platte, unter der ein zweiter Herr flach liegend Zuflucht gefunden hat.

In Werder rotieren die Frauenkörper über die Leinwände

Weniger aufgeregt und ganz auf die feminine Ästhetik von tanzenden Frauen fokussiert, sind seine kleinformatigen Serien von Ballett-Tänzerinnen. Mit sehr reduzierten, flächigen Pinselstrichen verwandeln sich flüchtige Ahnungen vorbeirotierender Frauenkörper in warme Farbklangbilder. Auf einem dieser Kleinformate werfen Ocker-, Orange- und Rot-Töne bläuliche Schatten und bilden vor edlem Grau einen perfekten Fond für das leuchtende Weiß auf den Körpern der Ballerinen. Ein häufiges Gestaltungsmittel auf Padaos Bildern sind die wie Wischer gemalten Bewegungsunschärfen, wie man sie von Fotografien kennt. Sie fügen etlichen der Arbeiten ein expressives Moment hinzu.

Padaos Bilder leben von der Dynamik. Quelle: LK

Wirklich sehr bedauerlich ist, dass mit dieser Ausstellung das Intermezzo des Kunstvereins „Goldrotschwartz“ in Werder endet. Der Arbeitgeber von Achim Künsebeck, das Auswärtige Amt, hat ihn in das Generalkonsulat nach Krakau beordert. Seine Frau Dorothee und er sind aber bekanntlich die Protagonisten von „Goldrotschwartz“. So wird sich das Zentrum der künstlerischen Aktivitäten des Vereins voraussichtlich wieder weiter ’gen Osten verlagern. Aber was heißt das schon in einer globalisierten Welt.

Die Ausstellung im Lendelhaus, Am Markt 21, ist noch bis zum 28. Februar zu sehen.

Von Lothar Krone

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