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Wandern gegen Windräder in Waldgemeinden

Sternwanderung am Wochenende Wandern gegen Windräder in Waldgemeinden

Die Initiative „Waldkleeblatt“ lädt für Sonntag zur Sternwanderung ein. Die Teilnehmer können schrittweise erfahren, welche Forstflächen zwischen Bliesendorf, Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde gefährdet sind. Bäume sollen gerodet werden, um Windräder zu errichten. Es gibt einen aktuellen Anlass und die Protagonisten fühlen Rückenwind für ihr Anliegen.

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Der Widerstand gegen dien Ausbau der Windenergienutzung wird allerorten _ hier in Golzow _ dokumentiert.

Quelle: Andreas Koska

Borkheide/Borkwalde. Schritt für Schritt soll der drohende Verlust sichtbar werden. Deshalb hat die Bürgerinitiative „Waldkleeblatt“ für das Wochenende zur Sternwanderung eingeladen. Die Teilnehmer – Politiker sind reichlich eingeladen – können dabei erfahren, welche Forstflächen zwischen Bliesendorf, Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde gefährdet sind, wenn dort Bäume gerodet werden, um Windkraftanlagen zu errichten.

„Anlass ist der für nächste Woche anberaumte Anhörungstermin zum Antrag der Forst Reesdorf Projekt GbR“, erklärt Winfried Ludwig. Das Unternehmen will direkt an der Gemarkungsgrenze zu Borkheide sieben Windräder aufstellen. 437 Einwendungen wurden von Betroffenen dagegen vorgebracht. Sie sollen am Mittwoch im Robert-Tiedemann-Haus Beelitz von den Behörden mit den Verfassern erörtert werden.

Vorsitzender spürt Rückenwind

Dabei glaubt der Vorsitzende der Bürgerinitiative sogar Rückenwind in der Sache zu spüren. Denn: „Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg hat unseren Verein am 28. Juli als Umweltvereinigung anerkannt“, freut sich Winfried Ludwig. Der Status gleicht also dem von BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), Naturschutzbund, Grüne Liga, Landesjagdverband Brandenburg, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Die Naturfreunde. Nunmehr mit dem Verbandsklagerecht ausgestattet muss die Bürgerinitiative nicht nur bei Verfahren, die Umweltgesichtspunkte betreffen, schlicht gefragt werden. Sie kann gegen bestimmte Zulassungsentscheidungen unter umweltrechtlichen Gesichtspunkten juristisch vorgehen.

Finale in Fichtenwalde

Die Wanderungen starten: Sonntag, 10 Uhr, L 88-Ortseingang Fichtenwalde (Erdgastrasse); 11 Uhr Bahnhof Borkheide und 11 Uhr Wirtshaus Am Siebenbrüderweg, Borkwalde.

Der Protest endet 13 Uhr mit einem Treffen am „Dreiländereck“: Brücker Weg/Siebenbrüderweg, wo die Gemeinden Kloster Lehnin, Borkwalde und die Stadt Beelitz aufeinandertreffen.

Sollte es wider Erwarten stark regnen, werden die Wanderungen entfallen und man trifft sich zur Kundgebung am Hans-Grade-Haus in Fichtenwalde.

Die „Waldkleeblatt“-Vereinigung ist ein Zusammenschluss von sechs märkischen Bürgerinitiativen, darunter „Im Gegenwind“ aus Borkheide/Borkwalde. Auch die Windkraftgegner aus Golzow kooperieren mit den hiesigen Aktivisten. „Wir fordern eine vernünftige Energiepolitik, welche die Menschen und die Natur schützt sowie eine sichere und bezahlbare Versorgung gewährleistet“, benennt Britta Beyer aus Borkheide die Ziele.

240 Millionen Euro Investitionen

Auf der anderen Seite erhöhen die Lobbyisten den Druck auf die Landesregierung Brandenburg. Sie fordern keine Verschlechterung der Rahmen Bedingungen für die Energiewende auf dem Lande. Im ersten Halbjahr 2015 seien nach ihren Erkenntnissen nur Anlagen mit 171 Megawatt Leistung installiert worden. Das ist etwas weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Inzwischen wird mehr als die Hälfte des in der Mark verbrauchten Stroms aus Windkraft erzeugt“, sagt Jan Hinrich Glahr. „Durch den Zubau sind noch einmal Investitionen von knapp 240 Millionen Euro geflossen. Das zeigt, wie leistungsfähig gerade die Unternehmen in unserer Region sind“, so der Chef der Interessenvereinigung.

Nicht zuletzt steht noch die juristische Prüfung des Regionalplanes für Havelland und Fläming aus. Wird der Teilplan „Windenergie“ in Frage gestellt, kann das erst recht zu Wildwuchs führen, warnen Experten aller Seiten.

Aus welchen Gründen nicht mehr so euphorisch investiert wird, ist den Bürgerinitiativen egal. Fast sehen sie sich schon als Massenbewegung und verweisen auf 33 000 Unterschriften für die Volksinitiative „Rettet Brandenburg“, die vor der Sommerpause dem Landtag übergeben worden ist.

Von Andreas Koska

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