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Warum Niemegk auf einen anderen Blick setzt

Neue Stadtführung hat Premiere beim Stadtfest Warum Niemegk auf einen anderen Blick setzt

Wenn am Wochenende das Niemegker Stadtfest steigt, gibt es eine echte Premiere. Stadtführerin Jutta Linthe tourt mit „Niemegk Steinstark“ von Stele und Tafel zu Stein. Ein Jahr und viel Herzblut stecken in dem Projekt. Dabei hat man auf altertümliche Ansichten verzichtet und lieber einen ganz anderen Blickwinkel eingenommen. Wir verraten, was es sonst noch zu feiern gibt.

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Sie weiß, wo es lang geht und was es zu erzählen gibt: Jutta Linthe führt durch das steinstarke Niemegk.

Quelle: Christiane Sommer

Niemegk. Es ist wieder Zeit für das Stadtfest in Niemegk. Drei Tage wird am Wochenende gefeiert, das Programm ist bunt. Stadtführerin Jutta Linthe hat dieses Jahr ein Ass im Ärmel, denn sie lädt am Sonntag zur Premiere der Tour „Niemegk Steinstark“ und verspricht ein ganz neues Stadterlebnis.

Mehr als ein Jahr hat die Entwicklung der neuen Stadtführung gedauert, um sie mit allem auszustatten, das interessant ist und neugierig machen könnte. Jutta Linthe, Bürgermeister Hans-Joachim Linthe und mehrere Stadtverordnete haben Monat um Monat das Projekt mit einer ordentlichen Portion Herzblut belebt. Zunächst hatte Torsten Naubert im vergangenen Jahr die Leitung übernommen. Doch aus dem Titel „Niemegk Stadt der Steine“ wurde nun „Niemegk Steinstark“.

15 Stationen gibt es bei dem neuen Stadtrundgang

Insgesamt werden bei der Stadtführung 15 Stationen angelaufen, um die steinstarke Stadt zu erleben. Bis zum Startschuss des Stadtfestes werden an den Standorten Stelen, Tafeln oder Steine installiert, an denen der Rundgang vorüberführt. Dieser Tage kamen die fertigen Folien bereits aus der Druckerei. Nun ist nur noch die Lokale Aktionsgruppe Hoher Fläming dran, die die geförderten Informationsträger im Stadtgebiet installiert und zusätzlich einige Granitsteine abgelegt.

Amtsdirektor Thomas Hemmerling (links) und Pfarrer Daniel Geißler üben für ihren Auftritt am Sonntag beim Niemegker Stadtfestgottesdienst

Amtsdirektor Thomas Hemmerling (links) und Pfarrer Daniel Geißler üben für ihren Auftritt am Sonntag beim Niemegker Stadtfestgottesdienst.

Quelle: privat

Damit Stelen und Tafeln nicht wie andernorts mit historischen Ansichten der jeweiligen Orte geschmückt werden, sondern mit Zeichnungen, hatte das Team um Jutta Linthe einen Malwettbewerb an der örtlichen Grundschule „Robert-Koch“ auslobt. Es entstanden knapp 40 Bilder nach vorgegebenen Themen – gerzeichnet, wie Kinderaugen die Stadt sehen. Dritt- und Sechstklässler beteiligten sich.

„Aus der Fülle der Wettbewerbsbeiträge mussten wir 15 Bilder für die Steinstark Stelen beziehungsweise Tafeln auswählen. Das war furchtbar schwer“, so Jutta Linthe. Doch keines der Kinder müsse traurig sein. Ist ein Bild nicht im Stadtgebiet zu entdecken, dann könne man sich die Zeichnungen auch noch während des Schulfestes in der Robert-Koch-Grundschule am Samstag ansehen. Dort werden sie vorerst nur an diesem Tag ausgestellt.

Alle wichtigen Infos zum Niemegker Stadtfest

Freitag, 19. Mai 2017 : 20 Uhr wird das Stadtfestes im Festzelt auf dem Schützenplatz durch den Bürgermeister Hans-Joachim Linthe eröffnet. Im Anschluss gibt es Livemusik von der Band „Cammbas“.

Sonnabend, 20. Mai 2017 : Zwischen 10 und 14 Uhr öffnet die Heimatstube bei Marthe. Ab 14 Uhr steigt das Schulfest an der Grundschule „Robert-Koch“. Dort werden auch die Bilder ausgestellt, die für den neuen Stadtrundgang „Niemegk Steinstark“ entstanden, ausgestellt. Das Festzelt öffnet um 20 Uhr auf dem Schützenplatz – mit Livemusik der „Dirty Franks“. Zeitgleich spielt „Country Joe“ auf Marthes Hof.

Sonntag, 21. Mai 2017 : Um 10 Uhr findet der Festgottesdienst mit Pfarrer Daniel Geißler im Festzelt auf dem Schützenplatz statt. Musikalisch begleitet den Pfarrer in diesem Jahr unter anderem auch Amtsdirektor Thomas Hemmerling auf der Bühne.Ein Highlight ist der Festumzug, der ab 13 Uhr durch Niemegk zieht. Gleich danach gibt es ab 14 Uhr Allerlei für den Nachwuchs beim Kinderfest und es gibt Livemusik der Bank „Kondor“. Die Stadtführung „Niemegk Steinstark“ hat um 15 Uhr vom Festgelände aus Premiere. Außerdem gibt es auf dem Festgelände eine Oldtimerausstellung.

Den Kinderzeichnungen stellten die Arbeitsgruppenmitglieder spannende Geschichten und Anekdoten gegenüber, die zum Sahnehäubchen der Stelen und Tafeln wurden. Wer nun bei der neuen Stadtführung auf die Texte zu historischen Gebäuden von der Postmeilensäule über das Rathaus bis hin zum Kloster und den Resten der alten Stadtmauer stößt, liest etwas aus der Feder der 67-Jährigen. Jutta Linthe bietet schließlich seit mittlerweile fünf Jahren Führungen durch Niemegk an. Sie ist tief verwurzelt in ihrer Heimatstadt. Wohl auch deshalb hatte ihr Entwicklerteam die Erarbeitung aufgetragen.

Rundgang macht auf ein steinernes Sorgenkind aufmerksam

Mehr mag Jutta Linthe zur Stadtführung allerdings nicht verraten. Nur soviel: Niemegk bekommt mit der steinstarken Stadterlebnistour sowohl seinen Büttel- als auch seinen Plapperstein zurück. „Wer ihre Bedeutung erfahren will, ist zur Stadtführung am Sonntag um 15 Uhr eingeladen“, sagt die 67-Jährige geheimnisvoll.

Führt Linthe am Sonntag zum ersten Mal den neuen Rundgang quer durch Niemegk, nutzt sie die Gelegenheit, um auf ein steinernes Sorgenkind hinzuweisen. „Wir wollen Unterschriften zum Erhalt des alten, Klosters sammeln“, sagt die Stadtführerin, die aus der Vergangenheit des bedeutenden Gemäuers aus dem 13. Jahrhundert einiges zu berichten weiß.

Von Christiane Sommer

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