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Potsdam-Mittelmark Warum die Schafe aus Gießkannen blökten
Lokales Potsdam-Mittelmark Warum die Schafe aus Gießkannen blökten
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16:25 01.10.2017
Gut in Erinnerung: Tanzmuffel vorn und Table-Dance-Intsallation, seinerzeit tanzende Tische auf dem Tennisplatz, hinten. Quelle: Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg

Vielleicht erklärt es sich an einem Beispiel: Als es bei der Vorbereitung der Wiesenburger Schlossparknacht unter dem Motto „Mysterium botanicum“ ging, fragten sich die Macher, wie die Gartenpflege wohl am besten dazustellen sei. Da weder Rasenmäher noch tierische Pfennigsucher ausgeleuchtet werden sollten, wurde auf mindestens zwei Dutzend eingesammelte Gießkannen zurückgegriffen. Sie wurden mit LED-Lampen und MP-3-Playern ausgestattet, so dass mit denen wahlweise Geblöke oder Hundegebell inszeniert werden könnte. „Schafherde“ wurde die Installation schließlich benannt. „Spätestens bei der schönen Hirtin ist es wohl für jeden klar erkennbar, worum es sich handelt“, sagt Ulrich Jarke.

Der Chef des Parkfördervereins und seine engsten Mitstreiter haben am Sonnabend ein paar ein Einblicke gewährt, wie die beliebte Veranstaltung zustande gekommen ist: Eine Vielzahl und Vielfalt von Ideen, galt es originell umzusetzen, materiell viel zu experimentieren und letztlich mit viel Fleiß von hunderten Mitwirkenden auf die Beine zu stellen. Mehr als 120 Besucher waren in die Kunsthalle gekommen, um Abschied zu nehmen. Denn nach zehn Auflagen war zu Beginn des Jahres von den Organisatoren entschieden worden, dass es keine Schlossparknacht mehr geben soll. Dabei war sie ab 2005 regelmäßig das Finale der Gartensaison gewesen, hatte jeweils 1500 bis 3000 Interessierte aus nah und fern angelockt, wenn Landschaftspark und Architektur rund ums Schloss exklusiv ins Rampenlicht gesetzt wurden. Obendrein gab’s Installationen, Musik und Tanz.

Aus Teelichtern gestellter Nordstern wird auch gezeigt

Daran erinnert an diesem langen Wochenende nochmals eine Ausstellung. Neben Bildern und Filmen wurden zum Teil nochmals Requisiten herausgeholt, an die sich viele Stammgäste umgehend erinnern konnten: die Mondscheineiche mit den weißen Ikea-Lampions, die vermeintliche Table-Dance-Bar und der wie einst auf der Forsthauswiese aus Teelichtern gestellte Nordstern gehörten dazu.

Der aus Teelichtern gestellte Nordstern. Quelle: Dirk Fröhlich

Nachdem Kornelia Stephan, Reyk Schröder und Frank Mallas in vier kurzweiligen Vorträgen berichtet hatten, wie viel Spaß es trotz des Aufwandes den Beteiligten bereitet hatte, das Ereignis mit wenig Geld, aber viel Kraft, Improvisation und Zeit vorzubereiten, war es Christine Stephan vorbehalten, nochmals zu erklären, dass es nicht weitergehen werde. Denn insbesondere beim engeren Zirkel haben sich die beruflichen und familiären Verhältnisse geändert und die eigenen Ansprüche sollten dennoch nicht heruntergeschraubt werden. Ihr Nachwuchs tollte wie zur Bestätigung juchzend durch den Nebenraum.

Vorerst bleiben tausende Fotos und Filme

Ebenfalls mit zwei Kindern war Antje Schneider, geborene Beyer, zu Gast. Die in Wiesenburg geborene Lichtdesignerin hatte einst ihre Masterarbeit zum Lichterfest geschrieben und das erste Basiswissen geliefert. „Es ist toll, wie sich das Ganze entwickelt hat“, freute sie sich und räumt ein: „Im beruflichen Alltag gibt es heutzutage für solche Kreativität nur noch selten Raum.“

Vorerst bleiben tausende Fotos und Filme. „Allein deren Sichtung hat einen Tag in Anspruch genommen“, so Ulrich Jarke. Daneben gibt es drei Garagen gefüllt mit Exponaten, Technik und Materialien, die sich in zwölf Jahren angesammelt haben. Wie es weiter geht, ist beim Schlusszeremoniell, das von den meisten keineswegs traurig verlassen wurde, noch nicht erörtert worden. So viel aber steht fest. „Es geht ins Frühjahr, soll nicht so große Dimension und auf jeden Fall nichts mit Licht zu tun haben“, sagt der Parkchef. Das eingangs geschilderte Kopfzerbrechen nimmt wohl wieder seinen Lauf.

Info: Ausstellung „Leidenschaft Schlossparknacht“ – nochmals am Dienstag, 19 bis 21 Uhr, in der Wiesenburger Kunsthalle geöffnet.

Von René Gaffron

Experiment geglückt: Die Veranstalterin des besonderen Abends, Edda Haage, betrat am Sonnabend gleich zwei Mal Neuland. Zum einen servierte sie dem Publikum traditionelles italienisches Theater des 16. bis 18. Jahrhunderts. Zum anderen kannte sie die engagierten Künstler diesmal nicht persönlich, sondern hatte sie im Internet entdeckt.

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