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Warum führte der Einsatz über die Festmeile?

Feuerwehrunfall auf Baumblütenfest Warum führte der Einsatz über die Festmeile?

Der tragische Unfall auf dem Baumblütenfest überschattet auch nach dem Wochenende die Mega-Party in Werder. Die Polizei ermittelt nun gegen den 63 Jahre alten Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung. Auch ein Alkoholtest wurde gemacht. Einige Händler, aber auch ein Verletzter schätzen die Unfallsituation kritisch ein.

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Die Feuerwehr war gerade auf dem Weg zu einem Einsatz, als es krachte.

Quelle: Stähle

Werder. Nach vielen Party-Tagen in Werder ging Sonntagabend mit einem Höhenfeuerwerk das 137. Baumblütenfest zu Ende. Doch nicht jedem war beim Finale zum Feiern zumute. Der Unfall am Freitag gegen 20 Uhr, bei dem auf der Festmeile ein Feuerwehreinsatzauto in einen Bierstand gekracht war und dabei Personen verletzt wurden, steckt auch Lutz Döring noch in den Gliedern. Der Berliner war beim Bier ausschenken, als plötzlich ein Einsatzfahrzeug das vordere Dach des Bierwagens abriss. Durch den Aufprall wurden Personen verletzt, vier Gäste davon schwer. Erste Angaben durch die Polizei, fünf Menschen seien schwer verletzt worden, waren letztlich korrigiert worden.

Alkoholtest beim Feuerwehrmann

„Gegen den Unfallverursacher, der die Feuerwehr fuhr, wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt“, sagt Oliver Bergholz auf Anfrage der MAZ. Nach dem Unfall führte die Polizei beim 63-jährigen Fahrer aus Potsdam-Mittelmark einen Atemalkoholtest durch. Zum Ergebnis gab Bergholz keine Auskunft, weil die Untersuchungen zur Unfallursache noch nicht abgeschlossen sind. „Es wird noch einige Tage dauern, bis das Gutachten des Sachverständigen ausgewertet und die Ermittlungen beendet sind“, sagt Bergholz.

Der Bierwagen wurde ausgetauscht – und auch der Mitarbeiter konnte am Wochenende wieder weiterarbeiten

Der Bierwagen wurde ausgetauscht – und auch der Mitarbeiter konnte am Wochenende wieder weiterarbeiten.

Quelle: Greiner

Warum führte der Weg über die Festmeile?

„Das Polizeiauto raste vorne weg, zwei Feuerwehrautos folgten. Die waren auf der Festmeile viel zu schnell unterwegs“, beklagt Döring. Er selbst wurde auch verletzt, stand aber am Sonntag zum Abschluss des Festes trotzdem tapfer im Bierwagen „Wir finden keine Erklärung, warum die Fahrt zum Einsatz über die Festmeile erfolgen musste“, sagt Döring. So wie der Berliner haben am Sonntag auch andere Händler über das hohe Tempo der Einsatzfahrzeuge geschimpft.

Klagen der Händler

Durch den Feuerwehrunfall am Freitagabend musste ein Teil der Bummelmeile in der Eisenbahnstraße zum Blütenfest gesperrt werden. Auf Grund der großräumigen Absperrungen konnten Besucher zahlreiche Stände nicht mehr erreichen. Über die Einbußen zeigten sich Händler verärgert.

Vom Unfall betroffen war auch ein Händler aus Warnemünde, der seit 12 Jahren auf dem Blütenfest Fischbrötchen verkauft. Sein Wagen wurde zwar nicht beschädigt, aber die Verletzten wurden vor seinen Wagen geschleudert. Auch er wetterte über die hohe Geschwindigkeit des Feuerwehrwagens auf der Festmeile.

Die Stadt Werder als Veranstalter des Festes hat am Sonnabendmittag in einer Pressemitteilung den Unfall auf dem Weg zu einem Großbrand in den Havelauen bestätigt. „Wir hoffen, dass es den verletzten Personen den Umständen entsprechend gut geht, wünschen ihnen schnelle Genesung“, schreibt Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Die Ermittlungen zum Unfallhergang habe die zuständige Polizei übernommen. Die Stadt Werder wolle die Ermittlungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. „Wir bedauern sehr, dass es zu diesem Unfall gekommen ist. Unser Dank gilt allen Einsatzkräften, die geholfen haben“, schreibt Saß. Nach Informationen des Rettungsdienstes konnten drei der vier schwer verletzten Besucher wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Für Lutz Döring im Bierwagen war es das erste Baumblütenfest. „Trotz des Unfalls und meiner Prellungen würde ich wieder zum Blütenfest ausschenken, die Leute sind nett“, sagt der 49-jährige Haustechniker. Für ihn ist der Verkauf im Bierwagen Hobby und Erinnerung an seine Zeit als Gastwirt in Stendal. Beim Karneval der Kulturen in Berlin will er wieder hinterm Tresen stehen.

Von Regine Greiner

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