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Wasserturm zurück in kommunalen Besitz

Wiesenburg Wasserturm zurück in kommunalen Besitz

Der Wiesenburger Wasserturm wird wohl wieder in Besitz der Kommune übergehen. Der Zweckverband „Hoher Fläming“ hat die Rückgabe angeboten, weil der Speicher nicht mehr für Versorgungszwecke gebraucht wird. Wie er künftig genutzt wird, ist noch offen. Klar ist indes, was nicht geht.

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Imposantes Bauwerk: Der Wasserturm zu Wiesenburg.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Neben Schloss- und Kirchturm prägt er seit fast sieben Jahrzehnten maßgeblich die Silhouette der „Perle des Flämings“. Jetzt soll der Wasserturm am Krähenberg wieder in kommunales Eigentum übergehen. Dafür hat sich jedenfalls die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark in der jüngsten Sitzung ausgesprochen. Neun Parlamentarier votierten dafür, zwei waren dagegen und sechs enthielten sich der Stimme.

Zweckverband will Kosten sparen

Anfang der 90er-Jahre hatte die Kommune ihr buchstäbliches Anlagevermögen in den Versorgungsverband „Hoher Fläming“ eingebracht. Doch inzwischen wird es für den Zweck nicht mehr gebraucht und verursacht lediglich Kosten, die letztlich dem Gebührenzahler in Rechnung gestellt werden müssten. Betonfundament, Gitterkonstruktion sowie der vor reichlich fünf Jahren nochmals instand gesetzte Behälter sollen zunächst einmal in ordentlichem Zustand sein. „Exakt 591 Euro schlagen aber – hauptsächlich für die Grundstückspflege – dort jährlich zu Buche. Die Ausgaben will sich der Zweckverband gern sparen“, berichtet Marco Beckendorf (Die Linke). Der Bürgermeister war erster Ansprechpartner. Er hat nun den Auftrag, sich um die Rücknahme des Bauwerkes, samt Grund und Boden, der mit 7000 Euro bewertet wird, zu bemühen. Am heutigen Donnerstagabend wird darüber am Brücker Verwaltungssitz verhandelt.

Seit 1949 auf dem Krähenberg

Der Wasserturm Wiesenburg wurde 1929 konstruiert, allerdings erst 1949 auf dem Krähenberg in der „Perle des Flämings“ errichtet.

Der Legende nach hat Schnaps aus der hiesigen Brennerei dem damaligen Bürgermeister geholfen, die Gitterkonstruktion der sowjetischen Besatzungsmacht in Jüterbog/Altes Lager abzuschwatzen.

Nach 85 Jahren war die Halbschale mit Zylinder obendrauf nicht mehr Stand der Technik. Es kam zu Verunreinigungen mit Keimen.

Der Behälter hat ein Fassungsvermögen von 300 Kubikmetern. Der durchschnittliche Tagesverbrauch der vom örtlichen Wasserwerk versorgten 3300 Einwohner liegt bei 400 Kubikmeter.

Seit zwei Jahren gibt es _ quasi als Ersatz _ dort direkt einen dritten Brunnen, aus dem direkt eingespeist wird.

Wenn die Gemeinde Wiesenburg/Mark das Vorkaufsrecht nicht wahrnehmen will, könnte zumindest theoretisch ein anderer Interessent zum Zuge kommen, heißt es. Ob sich freilich jemand finden würde, ist mehr als offen. Denn der 20-Meter-Turm ist nicht nur ein Blickfang, sondern steht seit 2007 in der Denkmalliste.

Turm steht als Denkmal unter Schutz

Das heißt: Er darf nicht ohne weiteres abgerissen und beispielsweise beim nahen Schrotthändler verwertet werden. Doch die Möglichkeiten zur Nutzung sind damit mehr denn je eingeschränkt. „Insofern scheint es nicht sinnvoll, sich langfristig um diesen Besitz zu bemühen“, mahnte Robert Pulz aus Medewitz. Die Mehrheit wollte wohl wegen der gesammelten schlechten Erfahrungen lieber sicher gehen. Denn in Wiesenburg gibt es schon einige Denkmale, die unter anderem wegen fehlenden Zugriffs dem Verfall preis gegeben sind. „Dass der Turm als Landmarke und Technikdenkmal erhalten werden muss, steht wohl außer Frage“, sagte Grit Pfeiffer von der SPD-Fraktion. Als Vorstandsmitglied des Tourismusvereins „Hoher Fläming“ warnte sie jedoch davor, den Versuch zu unternehmen, eine Aussichtsplattform – wie auch immer – dort zu platzieren. „Dafür gibt es schon den Schlossturm.“ Eine alternative Idee kam noch nicht zu Tage. „Womöglich eignet sich der Standort für das in diesem Jahr ausgefallene Osterfeuer“, lautete die Überlegung von Helmut Uebe (SPD-Fraktion).

Keine Konkurrenz für den Schlossturm

Marco Beckendorf stellt sich am ehesten vor, den im Naturpark „Hoher Fläming“ einmaligen Turm noch markanter in Szene zu setzen. Tatsächlich sind Trinkwasserspeicher dieser Art eher selten hierzulande. In Bad Belzig und Medewitz wurden nach der Wende die sogenannten Silberkugeln demontiert. In Niemegk und Treuenbrietzen sind die gemauerten Türme ebenfalls nicht mehr am Netz, aber als Wahrzeichen erhalten. Jener in Wiesenburg war 2012/13 außer Betrieb genommen worden. Seinerzeit hatte das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark bei Routinekontrollen mehrfach coliforme Keime in dem nassen Element festgestellt, die wohl über den Druckbehälter hineingekommen waren. Gerade nutzt der Wasserversorgungsverband noch eine auf der Spitze montierte Funkantenne.

Von René Gaffron

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