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Wasserverband will langsamer investieren

Kostendruck im Treuenbrietzener Zweckverband Wasserverband will langsamer investieren

Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ Treuenbrietzen gerät in seinem jetzt beschlossenen Wirtschaftsplan durch geballte Straßenbauprojekte von Land und Stadt in Zugzwang für Investitionen. Sie müssen für 2016 abermals höher ausfallen als gewünscht. Das Ziel des Verbandes, jährlich mehr Schulden zu tilgen als neue aufzunehmen, gerät damit ins Wanken.

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Kontrolle im Testlauf: Die Kläranlage Treuenbrietzen wurde mit neuester Belüftungstechnik ausgerüstet.

Quelle: WWN

Treuenbrietzen. Die für nächstes Jahr geplanten massiven Investitionen im Straßenbau bedeuten für den Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ Treuenbrietzen (WAZVN) einen starken Kostendruck. Seine Investitionen müssen somit für 2016 abermals höher ausfallen als selbst erwünscht. Das geht aus dem jetzt von der Verbandsversammlung beschlossenen Wirtschaftplan hervor. Das seit Jahren erreichte Ziel des Verbandes, jährlich mehr Schulden zu tilgen als neue aufzunehmen, ist damit schwer zu halten. „Es wäre schön, wenn wir mal wieder etwas langsamer investieren könnten“, sagte Lutz Keil in der Beratung. Denn schon im Vorjahr hatte der Verband 1,1 Millionen Euro investiert. Dennoch sei es insgesamt wirtschaftlicher, die Tiefbauarbeiten des Wasserverbandes jeweils im Zuge der vom Land Brandenburg und der Stadt Treuenbrietzen geplanten Baustellen an Bundes- und Landesstraßen sowie in der Altstadt mit zu erledigen, so der Vorsitzende der Verbandsversammlung.

Abwasserstrecke hat Priorität

So hat der WAZVN für nächstes Jahr Ausgaben von insgesamt rund 590 000 Euro im Wirtschaftsplan vorgesehen. Sie entfallen mit 490 000 Euro hauptsächlich auf den Schmutzwasserbereich. Größtes Projekt dabei ist im Zuge der Sanierung der Bundesstraße 2 für 200 000 Euro die Sanierung der Abwasserkanals in der Berliner Chaussee. Dafür sind zudem für das Jahr darauf bereits weitere 220 000 Euro geplant. Für 160 000 Euro will der Verband im Zuge des von der Kommune geplanten Ausbaus der Neuen Marktstraße dort seine Abwasseranlagen und Hausanschlüsse erneuern lassen. Für all diese Projekte müssen betroffene Anlieger die üblichen Beiträge leisten.

Etwas mehr Trinkwasser verkauft

Der Absatz von Trinkwasser und somit der Anfall von Abwasser stiegt 2014 im Gebiet des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Nieplitztal“ mit Sitz in Treuenbrietzen im Vergleich zum Vorjahr erstmals wieder leicht an.

Wurden im Jahr 2013 rund 273 000 Kubikmeter Trinkwasser verkauft, waren es im Vorjahr 275 000 Kubikmeter.

Der Zweckverband ist zuständig für 20 Orte und Siedlungen im Gebiet der Stadt Treuenbrietzen sowie im Amt Niemegk.

Die Stadt Treuenbrietzen ist mit ihren Orten Bardenitz, Pechüle, Klausdorf, Brachwitz, Frohnsdorf, Lüdendorf, Tiefenbrunnen, Lühsdorf, Niebel, Niebelhorst, Rietz, /Rietz-Ausbau, Neu-Rietz, Rietz Bucht sowie Lobbese, Pflügkuff, Zeuden (alle drei nur Abwasser) Verbandsmitglied.

Aus dem Amt Niemegk gehören Haseloff-Grabow, Nichel, Niederwerbig/Jeserig (nur Abwasser) als Ortsteile der Gemeinde Mühlenfließ zum WAZVN.

Die Gemeinde Schlalach ist nicht Verbandsmitglied. Sie wird jedoch von der Wasserwirtschaftsgesellschaft Nieplitztal (WWN) als Dienstleister betreut.

Kalkuliert sind für 30 000 Euro zudem Kosten für die Erschließung des kleinen B-Plangebietes „Am Birnbaumweg“ an der Jahnstraße sowie für Restarbeiten zu der in den vorigen zwei Jahren erfolgten Umrüstung der Kläranlage auf modernste Belüftungstechnik. Sie reduziert den Phosphatanteil im geklärten Wasser nach EU-Vorgaben deutlich und senkt die Stromkosten erheblich. „Erste Berechnungen gehen von 23 Prozent weniger Energiekosten aus“, sagte Roland Meinusch, technischer Geschäftsführer der für den Verband als Dienstleister tätigen Wasserwirtschaftsgesellschaft (WWN). Zudem fällt weniger Klärschlamm an, dessen Entsorgung teuer bezahlt werden muss. „Insgesamt senkte allein die zu rund 64 Prozent geförderte Investition von 368 400 Euro die Betriebskosten der Kläranlage im Jahr 2015 wohl um rund 30 000 Euro“, erklärte Meinusch den Verbandsmitgliedern.

Erschließung neuer Ortslagen muss vorerst warten

Im Trinkwasserbereich investiert der WAZVN nächstes Jahr verhalten. Ausgegeben werden rund 100 000 Euro für diverse kleinere Projekte. Größere neue Erschließungen von Ortslagen im Verbandsgebiet stehen vorerst nicht an. „Vor 2018 ist angesichts der beschriebenen Investitionen, bei denen wir mitziehen müssen, daran wohl auch nicht zu denken“, sagte Roland Meinusch der MAZ.

Insgesamt sei es durch diverse Sparbemühungen und Investitionen wie die Nutzung diverser Photovoltaikanlagen gelungen, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kompensieren, sagte Werner Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der WWN. Nach Jahren des sinkenden Absatzes sei nun jedoch ein Bodensatz erreicht. Müller geht davon aus, dass die im Vorjahr angepassten Gebühren „auch in den nächsten drei Jahren eine stabile Grundlage zum Wirtschaften bilden“. Der Kaufmann attestiert dem Verband eine „ordentliche Ertragslage“ warnt aber vor neuen Verbindlichkeiten aus Investitionen.

Von Thomas Wachs

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