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Wasserwerk könnte 2020 in Betrieb gehen

Debatte zur künftigen Wasserversorgung von Nuthetal und Michendorf Wasserwerk könnte 2020 in Betrieb gehen

Der Zweckverband „Mittelgraben“ und mit ihm die Mitgliedsgemeinden Michendorf und Nuthetal stehen vor einer Entscheidung: Soll ein neues Wasserwerk gebaut werden oder geht der Verband auf das Angebot aus Potsdam ein, weiter einen Großteil des Trinkwasser von dort zu importieren – aber zu einem geringeren Lieferpreis als derzeit?

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EWP-Wasserwerk an der Havel: Kommt ein Großteil des Trinkwassers auch künftig aus Potsdam?

Quelle: FOTO: CH. Köster

Michendorf. „Wir haben uns zusammengerauft“, war wohl die erfreulichste Nachricht des Diskussionsabends zum Thema „Zukunft der Wasserversorgung“, zu dem SPD und CDU in Michendorf und Nuthetal geladen hatten. Überbracht wurde sie von Gerd Sommerlatte, dem Vorsitzenden der Versammlung des Zweckverbandes „Mittelgraben”, deren Michendorfer und Nuthetaler Vertreter bis vor kurzer Zeit zerstritten waren. „Nichts passiert, was nicht die Verbandsversammlung beschlossen hat“, ergänzte Sommerlatte und lud auch alle Bürger ein, in Zukunft zu den Versammlungen zu kommen. „Wir entscheiden jetzt Schritt für Schritt weiter.“

Am Dienstag ging es jedoch nicht um Entscheidungen, sondern um Informationen, welche Optionen es zur Wasserversorgung in der Region gibt. Dazu waren auch Vertreter der Mittelmärkischen Wasser und Abwasser GmbH (MWA) erschienen, die den aktuellen Stand und die Möglichkeiten präsentierten. Hauptfrage dabei: Wird es ein neues Wasserwerk geben oder wird das Wasser fürs Umland weiterhin überwiegend aus Potsdam bezogen?

Nach Berücksichtigung von Investitionskosten, laufenden Betriebskosten und sogenannter Reinvestitionskosten gab es nach Angaben der MWA einen Sieger: Selbstversorgung mit Hilfe eines neuen Wasserwerks. Auf Platz zwei folgte die Versorgung durch die Energie- und Wasser Potsdam GmbH (EWP) für das Gebiet Bergholz-Rehbrücke/Saarmund in Kombination mit einem neuen, kleineren Wasserwerk für das Gebiet Wilhelmshorst/Michendorf. Kostenmäßig auf dem letzten Platz landete laut MWA der weitere Wasserimport aus Potsdam in Kombination mit dem Bau einer Druckerhöhungsanlage, um die Versorgung im gesamten Gebiet zu sichern. Für einen möglichen Wasserwerk-Neubau nördlich von Michendorf erfolgten bereits Vorarbeiten: So wurde eine Probebohrung durchgeführt, wobei der dabei entstandene Versuchsbrunnen weiter verwendet werden könnte. Seit 10. März 2015 liegt auch ein Preisangebot des Eigentümers – des Landesbetriebes Forst – für die 5 500 Quadratmeter Fläche vor, auf der drei bis fünf Brunnen sowie die nötigen Gebäude angelegt werden könnten.

Wasserversorger

Die Mittelmärkische Wasser- und Abwasser GmbH (MWA) ist Geschäftsbesorger der beiden Zweckverbände „Mittelgraben“ und „Der Teltow“.

Versorgt werden insgesamt 83 533 Bürger mit jährlich 3,6 Millionen Kubikmetern Trinkwasser, das in fünf Wasserwerken mit 27 Brunnen gefördert und über ein 533 Kilometer langes Rohrnetz verteilt wird.

Das Anlagevermögen betrug 2013 255,7 Millionen Euro (174 Millionen Teltow, 81 Millionen Mittelgraben).

Klappt alles nach Plan, könnte das Wasserwerk im Juli 2020 in Betrieb gehen. Kritisiert wurde, dass bereits parallel zum wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren Schritte wie der Grunderwerb eingeleitet wurden, womit ein finanzielles Risiko eingegangen werde, falls es keine Erlaubnis gibt. MWA-Geschäftsführer Felix von Streit versicherte: „Der Grund wird nur gekauft, wenn dort auch das Wasserwerk gebaut werden darf.“ Dies wäre vertraglich sichergestellt.

Ein weiterer Haken könnte sein, dass unweit vom Wunschstandort ein stillgelegtes Wasserwerk der EWP liegt und diese bereits angekündigt hat, mit allen Mitteln gegen Ambitionen der MWA vorzugehen, dort eigene Brunnen anzulegen. Verbandsvorsteher Reinhard Mirbach (CDU) sieht dies jedoch „rein sportlich“: Die EWP wolle eben jemanden halten, der gut zahle. Aktuell werden jährlich 580 000 Kubikmeter Trinkwasser zu je 0,81 Euro aus Potsdam bezogen. Dabei handelt es sich jedoch nur um die Einspeisekosten, nicht um den Preis für den Endverbraucher, der nach Aufschlag von Kosten fürs Rohrnetz, diversen Gebühren und Steuern 1,82 Euro brutto pro Kubikmeter zahlt. Es gäbe jedoch eine Verhandlungsbasis mit der EWP über die Abnahmemenge von 728 000 Kubikmeter zum Lieferpreis von 0,69 Euro pro Kubikmeter – also deutlich niedriger als derzeit. Zum Vergleich: Die Förderung von Wasser aus eigenen Wasserwerken des Verbandes kostet derzeit 0,40 Euro pro Kubikmeter, inklusive 0,10 Euro Wasserentnahmekosten, die an das Land Brandenburg abgeführt werden.

Von Konstanze Kobel-Höller

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