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Potsdam-Mittelmark Weihnachten im Akkord
Lokales Potsdam-Mittelmark Weihnachten im Akkord
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17:28 22.12.2017
Pfarrer Roy Sandner muss sich in diesem Jahr in der Kirche Saarmund beim Gottesdienst vertreten lassen. Quelle: Franziska Appelt
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Saarmund

„Als Pfarrer bin ich eigentlich immer im Dienst“. Doch nach Weihnachten erhofft sich Roy Sandner (51) eine kurze Verschnaufpause: „Für gewöhnlich werde ich danach ein paar Tage in Ruhe gelassen“, sagt er und trinkt einen Schluck Grünen Tee.

Hauptfigur seiner Predigt am Heiligen Abend soll Maria werden: „Wer war sie und was können wir von ihr lernen?“ Das Grundgerüst steht zwar bereits, aufschreiben wird der routinierte Pfarrer seinen Text aber erst wenige Tage davor. „Vielleicht habe ich bis dahin noch eine Begegnung, die ich erwähnen werde?“ Den besonderen Reiz von Weihnachten sieht er in dem Aufeinanderprallen von Hoffnung auf eine bessere Welt und der harten Realität, die man dann am liebsten ausschalten möchte

Der Gottesdienst sei aber nur eine der vielen Aufgaben, die der Saarmunder Pfarrer hat. Vor allem müsse er die Menschen seiner Gemeinde begleiten – und das in allen Lebenssituationen. Die Abwechslung zwischen Konfirmandenunterricht, Hochzeit und Beerdigung machen den Job für Roy Sandner attraktiv. „Beerdigungen sind für mich sogar schöner als Hochzeiten“, sagt Sandner. Wenn ein lieber Mensch nach einem langen, erfüllten Leben stirbt, seien die Menschen empfänglicher für Gottes Wort und „es geht nicht nur um eine große Feier“. Auch die Nachfrage nach Taufen hätte zugenommen, um dem Neugeborenen Gottes Segen zu geben – sogar, wenn die Eltern nicht religiös gebunden sind, sagt Sandner. Er selbst stammt aus keiner religiösen Familie. Erst durch Freunde wurde er in den 1980er Jahren in die kirchliche Gemeinschaft eingeführt. „Zu DDR-Zeiten war dies einer der wenigen Orte, an denen man Freiheit erleben konnte“, erinnert sich Sandner, der sich damals vor allem für die Umweltarbeit engagierte. Obwohl seine Lehrer sagten, er würde sich seine Zukunft verbauen, entschied sich der junge Berliner für ein Theologiestudium: „Ich war neugierig auf Kirche und wollte wissen, woher das alles kommt. Dass ich nach der Wende dann Pfarrer wurde, nenne ich Fügung“. Er hätte sich auch vorstellen können Lehrer zu werden: „Geographie fand ich immer spannend“. Doch der Posten, den Sandner nun bereits seit achtzehn Jahre erst in Niemegk und seit 2010 schließlich in Saarmund innehat, passt zu dem fröhlichen Mann mit Brille. „Man muss schon eine Rampensau sein“, resümiert Sandner, da man sehr in der Öffentlichkeit stehe und besonders am Heiligen Abenden vor einem großen Publikum sprechen muss. Die Erwartungen der rund 1000 Christen, die Sandner in Saarmund, Philippstal, Fahlhorst, Neuseddin und Seddin betreut, wollen erfüllt werden. Durch das große Einzugsgebiet fällt es dem Pfarrer hin und wieder schwer, diesem Bedürfnis gerecht zu werden. In diesem Jahr wird er nur drei statt vormals fünf Gottesdienste halten. Das ist trotzdem „Weihnachten im Akkord“ für den 51-Jährigen. In Saarmund spricht Pfarrer Sandner nur jedes zweite Jahr und wird dieses Mal vertreten. Dort soll ein modernes Krippenspiel aufgeführt werden.

Fast zwei Jahrzehnte ist Sandner bereits im Dienst der evangelischen Kirche. Heilig Abend bedeutet für ihn nach wie vor auch Stress: „Nach dem Tag falle ich nur noch ins Bett“, erzählt er. Besinnlich wird es dann am 25. Dezember, wenn er mit seiner Familie das Fest nachfeiert. Nun, da die Kinder groß sind, wird es auch für den Vater dreier Kinder (17, 27, 29) ruhiger. „Früher mussten wir zwischen zwei Gottesdiensten feiern und bescheren“. Nun freut sich der frischgebackene Opa vor allem auf seinen Enkelsohn Theodor (2 Monate).

Im Saarmunder Pfarrhaus, in dem Sandner lebt, fühlt sich der ehemalige Berliner sehr wohl. Besonders die Nähe zur Hauptstadt genießt er in vollen Zügen. Eine große Leidenschaft für den Pfarrer sind Filme und Musik. Alle zwei Wochen geht er daher ins Kino. Zuletzt sah er den ungarischen Spielfilm „Körper und Seele“ von Ildikó Enyedi, der auch bei der diesjährigen Berlinale ausgezeichnet wurde – eine Pflichtveranstaltung für den Filmliebhaber. Im Sommer zieht es den Saarmunder zum Wandern in den Norden nach Island und Schweden, woher auch seine Lieblingsmusikerin Anna Ternheim stammt. Neben der Natur besichtigt der 51-Jährige dann natürlich auch die Kirchen. „Hell und offen“ sind sie in Skandinavien. Sandner liebt vor allem die kleinen Kirchen, da sie Geborgenheit vermitteln. Eine seiner Lieblingskirchen ist daher die Philippsthaler Dorfkirche.

Von Franziska Appelt

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