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Weihnachtsbaum zum Mitnehmen

Werder Weihnachtsbaum zum Mitnehmen

Auf dem Werderaner Tannenhof hat am Donnerstag offiziell die Weihnachtsbaumsaison begonnen. Landwirtschaftsminister, Jörg Vogelsänger (SPD), hat symbolisch die erste Nordmanntanne der Saison gefällt. Tannenhof-Chef, Gerald Mai, freut sich über den wachsenden Zulauf und plant einen neuen Anbau.

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Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger fällt mit seiner eigenen Säge, die kaum größer ist als ein Brotmesser, eine Nordmanntanne.

Quelle: Julian Stähle

Werder. In 36 Tagen ist Weihnachten. Wer dem Duft von frischem Tannengrün schon jetzt nicht mehr widerstehen kann, hat ab sofort die Möglichkeit, seinen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Auf dem Werderaner Tannenhof etwa ist am Donnerstag offiziell die Weihnachtsbaumsaison eröffnet worden. Brandenburgs Landwirtschaftsminister, Jörg Vogelsänger (SPD), griff persönlich zur Säge und fällte symbolisch die erste Nordmanntanne der Saison. Traditionell hat Tannenhof-Chef Gerald Mai diesen Baum an das SOS-Kinderdorf in Brandenburg/Havel gespendet.

Sabrina Grey (l) vom SOS-Kinderdorf Brandenburg/Havel mit der Weihnachtsbaumkönigin, Saskia Blümel, Nina (6), Tayler (5) und Milaine (5)

Sabrina Grey (l.) vom SOS-Kinderdorf Brandenburg/Havel mit der Weihnachtsbaumkönigin, Saskia Blümel, Nina (6), Tayler (5) und Milaine (5).

Quelle: Julian Stähle

Minister Vogelsänger war am Donnerstag nicht der einzige prominente Gast auf dem Tannenhof. Unterstützung erhielt er von der amtierenden Weihnachtsbaumkönigin Saskia Blümel aus Moisburg bei Hamburg, von der Baumblütenkönigin Cindy Linke und vom Botschafter Georgiens, Lado Chanturia. Der kennt den Tannenhof bereits von seinem Besuch im Oktober, als es um die nachhaltige Weihnachtsbaumproduktion mit „Fairtrees“ ging. Auch bei der Saisoneröffnung kam noch einmal zur Sprache, dass 90 Prozent der Nordmanntannen in Europa aus Georgien stammen. Die Stiftung „Fairtrees“ setzt sich für bessere und sichere Arbeitsbedingungen der Zapfenpflücker in Georgien ein, die teilweise ohne Unfallversicherung oder mit alter Ausrüstung in die Wipfel klettern. „Mit einem kleinen Obolus beim Kauf eines Fairtree-Baumes kann diese Aktion unterstützt werden“, sagte Gerald Mai.

Baumschlagen ist zum Event geworden

Auf rund 60 Hektar werden auf dem Werderaner Tannenhof Weihnachtsbäume angepflanzt. „Das macht mehrere Zehntausend Bäume. Die reichen ganz bestimmt für alle bis Heilig Abend“, so Mai. Die meisten Bäume gehen zwei Wochen vor dem Fest weg. Aber auch jetzt gekaufte Tannen, Fichten und Kiefern können im Wasserständer locker bis zum 6. Januar überleben. „Die Resonanz der Kunden wird immer größer“, erzählt Mai. Jahr für Jahr erreichen ihn mehr Fotos von geschmückten Bäumen mit Danksagungen.

Manuela Saß mit Tayler (5) und Minister Jörg Vogelsänger

Manuela Saß mit Tayler (5) und Minister Jörg Vogelsänger.

Quelle: Julian Stähle

Das Baumschlagen auf dem Tannenhof sei mittlerweile zu einem Event für die ganze Familie geworden. „Diese Bäume sind vielleicht nicht alle ganz gerade gewachsen, dafür sind sie aber frisch und echte Brandenburger“, sagte Vogelsänger. Um dem starken Zulauf auf dem Tannenhof in den November- und Dezembermonaten gerecht zu werden, planen Gerald Mai und seine Frau Karin Lorenz einen großen Anbau. Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) kennt die Pläne bereits und weiß um die bau- und planungsrechtlichen Schwierigkeiten. „Dennoch sagen wir dem Tannenhof unsere Unterstützung zu und freuen uns über die gute Zusammenarbeit“, sagte Saß. In dem Anbau will Mai Räume für Mitarbeiter, ein Hof-Café und die Adventsausstellung unterbringen, die er gemeinsam mit seiner Frau gestaltet.

Über die Grenzen des Landes hinweg

Mit 1,5 Hektar fing im Jahr 1990 alles an. Ausgangspunkt für den Werderaner Tannenhof war der elterliche Gartenbaubetrieb. Mittlerweile produziert das Familienunternehmen Mai/Lorenz Weihnachtsbäume und Schnittgrün auf etwa 60 Hektar.

Die Bäume werden direkt auf der Plantage in Werder sowie an 30 Verkaufsplätzen in Berlin, Potsdam, Werder, Brandenburg, Cottbus, Frankfurt/Oder, Halle, Rostock, Schwerin und Neubrandenburg verkauft.

Seit 2005 bietet der Betrieb das eigenhändige Schlagen der Weihnachtsbäume an. Firmen nehmen dieses Angebot sogar für Weihnachtsfeiern an. Die Nachfrage steigt.

Jährlich werden rund 30 000 Bäume nachgepflanzt. Durchschnittlich muss die drei- bis vierjährige Jungpflanze sieben bis zehn Jahre weiter kultiviert werden.

Preislich bleiben die Weihnachtsbäume auf dem Level der vergangenen sieben bis acht Jahre. Die Selbstschlageaktion geht täglich bis zum 24. Dezember von 9 bis 17 Uhr.

Von Luise Fröhlich

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