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Potsdam-Mittelmark Weihnachtsfest im Frühling auf der Bühne
Lokales Potsdam-Mittelmark Weihnachtsfest im Frühling auf der Bühne
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02:15 26.04.2017
Besondere Weihnachtsstimmung kommt auf beim neuen Stück des Volkstheaters Niemegk. Quelle: : Johanna Uminski
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Niemegk

Ein festlich gedeckter Tisch, ein liebevoll geschmückter Weihnachtsbaum mit einem goldenen Engel an der Spitze und eine Oma, die sich auf das kurz bevorstehende Weihnachtsfest und vor allem auf die Geschenke freut. Alles deutet auf ein harmonisches und liebevolles Fest hin. Nach und nach trudeln die Kinder und Enkelkinder in das Haus der reichen alten Dame ein. Zunächst zeigt sich die Verwandtschaft noch von ihrer besten Seite, überbringt ihre Geschenke und kümmert sich liebevoll um die alte Frau. Doch schon bald blättert die Fassade der bürgerlichen Familieneintracht. Zur Premiere der neuen Komödie „Eine schöne Bescherung“ des Neuen Volkstheaters Fläming war am Freitagabend der Saal bis auf den letzten Stuhl ausverkauft.

Die Kinder und Engelkinder tragen der Oma fleißig Weihnachtslieder und Gedichte vor und überbringen ihre Geschenke. Alles scheint so wie immer zu sein, fast zumindest. Alle zehn Laiendarsteller des Stückes glänzen durch das betonte und überzeugende Schauspiel – egal ob als Haushälterin Hedwig, die als Angestellte die Launen der alten Hausherrin tapfer erträgt, als Schwiegertochter Aurora, die unglückliche und betrogene Ehefrau, als Enkelsohn Wolfgang, dem unerzogener Bengel oder als Oma, die die kleinen Kriegereien unter ihren Kindern und deren Bemühungen um ihre Gunst voll auskostet. Schließlich sind alle ganz scharf auf das Erbe der alten Dame.

Den Geschmack des Publikums getroffen

Die Freude der Darsteller, auf der Bühne zu stehen, ist während der zweistündigen Aufführung jederzeit zu spüren. „Es ist schon immer mein großes Hobby, Leute zu unterhalten“, sagt der 17-jährige Marvin Miedzianowski, der den Enkelsohn Wolfgang Mattheo spielt, vor der Premiere. Etwas aufgeregt ist Verena Anhalt, die als Haushälterin Hedwig in Aktion tritt. „Zur Ablenkung mache ich den Einlass und begrüße die Gäste – das beruhigt mich“, sagt die Kuhlewitzerin. Sie wirkt seit 2010 als Laiendarstellerin am Niemegker Theater mit.

Können sich nicht leiden: Josefine uns Susi kommen sich immer wieder gefährlich nah. Quelle: Johanna Uminski

Von Anfang an dabei ist Jutta Linthe, die die Oma spielt. „Obwohl ich so lange dabei bin, habe ich noch immer Lampenfieber“, sagt die Niemegkerin. Zur Beruhigung liest sie sich vor der Vorstellung ihre Textpassagen durch und denkt an etwas Schönes. „Zum Beispiel an mein jüngstes Enkelkind“, so Linthe. Carola Hausig, die als Schwiegertochter Aurora auf der Bühne steht, hat ihr eigenes Mittel gegen Lampenfieber gefunden. „Wenn ich aufgeregt bin, dann fährt meine Temperatur runter – ich habe richtig schöne warme Heizschuhe“, sagt die Niemegkerin.

Respekt für die Leistung der Laiendarsteller

Das Stück hat den Geschmack des Publikums getroffen, das sich mit einem langen und kräftigen Applaus bei den Darstellern bedankt. „Das ist eine tolle Truppe, die sich sehr viel Mühe gibt und das Ergebnis sieht man ja auch heute wieder“, sagt Dietmar Friedrich. Das besondere gemütliche Ambiente werde zur Premierenvorstellung auch immer durch das Angebot von Saft, Sekt und lecker dekorierten Brötchen unterstrichen. „Die Leistung der Schauspieler muss man anerkennen – auch wenn dieses Mal die Männer in dem Stück etwas auf die Schippe genommen werden“, sagt der Bad Belziger mit einem Augenzwinkern. Respekt vor der Leistung der Darsteller hat auch Renate Huyoff. „Das Besondere ist das Ungezwungene, ich komme sehr gerne hier her und freue mich, wenn es das nächste Stück gibt“, sagt die Neuendorferin. Auch Monika Kühne ist von Anfang an treue Besucherin des Theaters. „Das sind einfache Menschen, die sich auf die Bühne stellen – einfach tolle Laienschauspieler, die wir mit unserem Besuch unterstützen“, so die Bad Belzigerin.

Von Johanna Uminski

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