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Weil Mindestlohn steigt, wird Schulessen teurer

Treuenbrietzen Weil Mindestlohn steigt, wird Schulessen teurer

Das Beispiel der Stadt Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) zeigt exemplarisch, welche Auswirkungen einen bundespolitische Entscheidung haben kann. Weil der Mindestlohn steigt, wird das Schulessen teurer. Der Ärger darüber hält sich aber in Grenzen. Stadtpolitiker wollen aber eine andere Diskussion anregen.

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Weil auch Mitarbeiter der Firma Sodexo in Treuenbrietzen mehr Mindestlohn erhalten, steigen ab Januar die Elternbeiträge für Schulessen.

Quelle: dpa

Treuenbrietzen. Für das Mittagessen ihrer Kinder in Treuenbrietzener Schulen sowie in der Kindertagesstätte in Marzahna müssen Eltern ab Januar etwas tiefer in die Tasche greifen. Grund für die am Montagabend von den Stadtverordneten beschlossene Erhöhung der Elternbeiträge für Essen in der Kita sowie an der Grundschule und am Gymnasium ist die Anhebung der Preise durch das Catering-Unternehmen Sodexo. Die Firma, die in einem Trakt der Aula an der Albert-Schweitzer-Grundschule Treuenbrietzen seit Jahren eine Küche betreibt, gibt damit die Kosten für die zum Januar fällige Anhebung des Mindestlohns zum Teil an die Kunden weiter. Beschäftigte dürfen statt derzeit 8,50 Euro je Stunde dann 8,84 Euro erwarten.

Neuen Preise liegen allgemein um zehn Cent pro Portion höher

Für eine warme Hauptmahlzeit der Schüler bis zur sechsten Klasse an der Grundschule werden künftig somit 1,95 Euro fällig. Hinzu kommt eine unveränderte Servicepauschale für die Essenausgabe. Somit beträgt der Gesamtpreis für Grundschüler 2,60 Euro. Am Gymnasium werden für ein Mittagessen künftig 2,70 Euro Beitrag erhoben.

In der Tagesstätte „Haus der kleinen Strolche“ zahlen Eltern für eine Mahlzeit 1,74 Euro. Dort wird kein Servicepreis fällig, weil Personal der Kommune das Essen ausgibt.

Die neuen Preise liegen allgemein um zehn Cent pro Portion höher als bislang. Sie gelten überall dort, wo das Unternehmen Sodexo das Essen liefert. Ausgenommen sind Einrichtungen, in denen selbst durch kommunale Mitarbeiter gekocht beziehungsweis das Essen anderweitig bezogen wird. Zuletzt angehoben wurden die Elternbeiträge vor gut einem Jahr mit Einführung des Mindestlohns.

Teilweise wird selbst gekocht

In kommunalen Kindertagesstätten in Treuenbrietzen wird das Mittagessen teilweise auch selbst gekocht.

Das ist der Fall in der Kita „Spielkiste“. Dort beträgt der Elternbeitrag unverändert 1,60 Euro.

Dieser Beitrag gilt auch für die Kita „Anne Frank“, wo ebenfalls selbst gekocht wird.

In Pechüle bezieht die Naturkita „Kinderland“ ihre Essen von einem örtlichen Gasthaus. Dafür zahlen Eltern von Kindergartenkindern aktuell 1,40 Euro und im Hortalter 1,85 Euro.

Nach Marzahna wird Essen der Firma „Sodexo“ aus Treuenbrietzen geliefert. Dort werden ab Januar nun 1,74 Euro als Elternbeitrag fällig.

Insgesamt hob der Caterer Sodexo die Portionspreise, die der Stadt in Rechnung gestellt werden, um jeweils zehn Cent an. In der Kita Marzahna steigen sie von 1,95 Euro auf 2,05 Euro. Für die Grundschule und das Gymnasium erfolgt die Anhebung von 2,80 Euro auf 2,90 Euro.

Für die Differenz zu den nun neu beschlossenen Elternbeiträgen kommt die Kommune auf. Sie bringt dafür nach Angaben von Bürgeramtsleiter Ralf Gronemeier jährlich unverändert insgesamt rund 13.100 Euro auf. Dabei entfällt der größte Zuschuss mit 11.000 Euro auf die Grundschule. Am Gymnasium sind es 1500 und in Marzahna 600 Euro.

Stadt billigt Preiserhöhung weil Mitarbeiter des Caterers profitieren

Die Stadtverordneten billigten die Preisanhebung grundsätzlich. „Immerhin sollen davon ja die Mitarbeiter profitieren“, sagte Frank Ernicke (SPD). Dennoch regte Walter Treu (Die Linke) an, dabei auch die Qualität im Auge zu haben. So habe es vor Jahre noch bis zu fünf Wahlessen gegeben. Heute seien es an der Grundschule zwei und am Gymnasium drei zuzüglich einer Obst- und Gemüsetheke.

Diese Veränderung sei einer Absprache zwischen der Schulkonferenz und dem Caterer geschuldet, erklärte Beate Rahn (CDU). Sie hatte die Debatte einst als Elternvertreter der Grundschule mit begleitet. „Über Geschmack lässt sich sicher immer streiten“, sagte die Abgeordnete. „Das gelieferte Essen schmeckt sicher nicht wie selbst gekocht, aber man kann es essen“, so Rahn.

Eine höhere Qualität lasse sich nur über höhere Kosten erzielen, berichtete die Stadtverordnete von den Beratungen in den Schulgremien. Dort gebe es eine Kontaktperson für die direkte Kommunikation mit der Firma Sodexo. Unabhängig von der jetzt erfolgenden Preisanhebung soll die Qualitätsfrage bei Bedarf im zuständigen Fachausschuss für Bildung, Kultur und Sport beraten werden.

Von Thomas Wachs

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