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Weinkenner im Gewerbegebiet

Kleinmachnow Weinkenner im Gewerbegebiet

Der Weinhändler „Vinoscout“ ist mit seinem neuem Standort im Kleinmachnower Europarc hochzufrieden. 4000 Sorten haben die Verkäufer im Angebot und setzen auf Qualität. Trotz des etwas abgelegenen Standorts im Gewerbegebiet laufen die Geschäfte gut. Zur Eröffnung drohte gar ein Verkehrskollaps.

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Dirk Wascher (l.) und Frank Kleinfeldt von Vinoscout setzen auf Qualität. Auch Gastronomen bieten sie Beratung an.

Kleinmachnow. Bagger und Pakete, Nobelautos, Reitzubehör, Büros – an Vielfalt fehlt es dem Europarc Dreilinden schon lange nicht mehr. Inzwischen hat sich auch eine Weinhandlung angesiedelt. Das erscheint recht ungewöhnlich für einen Gewerbepark – aber es läuft. Frank Kleinfeldt, Mitgründer von Vinoscout, ist hochzufrieden mit dem Standort. Denn: In Kleinmachnow, Potsdam, Zehlendorf gebe es ein „ausgesprochen genussorientiertes Publikum“. Und die Wege zum Vinoscout Flagship Store seien kurz.

Zur Eröffnung Anfang September waren 1200 Besucher gekommen. Da stand der Europarc, auf dessen Straßen in der Regel kein Gedränge herrscht, kurz vor einem Verkehrskollaps. Aber an normalen Tagen gäbe es für die Kunden keine Parkplatzprobleme, sagt Kleinfeldt. Manche kommen inzwischen auch mit dem Fahrrad zum Weinkauf. Zum Wohlbefinden am neuen Standort trägt auch die Nachbarschaft bei. „Die ist super“, so der Unternehmer.

In der Nachbarschaft sitzt die Deutschlandzentrale von Ebay

In der Nachbarschaft sitzt die Deutschlandzentrale von Ebay.

Quelle: Stephan Laude

Die Vinoscout GmbH wurde 2008 gegründet und war bislang in Berlin-Tempelhof angesiedelt. Dort stand eine Fläche von 640 Quadratmetern zur Verfügung. Das Grundstück im Europarc hat 3000 Quadratmeter und enthält auch eine Terrasse. Viele Stammkunden sind dem Händler auch nach dem Umzug treu geblieben. Wobei in Kleinmachnow mehr hochwertiger Wein verkauft wird als in Tempelhof. Neben Privatpersonen zählen Gastronomen und Fachhändler in vielen Ländern Europas zu den Kunden. Sie bestellen per Internet. Die Preise sind die gleichen wie im Store.

In dessen Interieur finden sich keine künstlichen Trauben, die inmitten künstlicher Blätter an die Wände gepinnt sind. Der Innenarchitekt hat sich nicht von angestaubter Weinfolklore leiten lassen, sondern einen modern-rustikalen Eingangsbereich mit viel Tageslicht entworfen. Der Regalbereich ist naturgemäß nüchterner. „Man kann in den Regalen stöbern wie in einem Buchladen“, sagt Frank Kleinfeldt. Sogenannte Einstiegsweine gibt es schon für 3,95 Euro. Man kann aber auch das Tausendfache für eine Flasche ausgeben – was aber eher ein Angebot für Sammler sein dürfte.

Welche Weine ins Sortiment genommen werden, das wird im Team entschieden. Klar, dass Vertreter ins Haus kommen. Aber es gibt auch Weinmessen. Die weit und breit größte ist die Prowein in Düsseldorf. Wer sich die Dienstreisen von Weinhändlern wie eine Weinreise aus dem Reisebüro-Katalog vorstellt, liegt falsch. „Auf einer Messe werden schon mal 200 Weine pro Tag verkostet“, berichtet der Weinfachberater und Vinoscout-Mitgesellschafter Dirk Wascher. Das sind auf einer dreitägigen Messe also 600 Verkostungen. Wobei nicht nach jedem Schluck ausführliche Notizen vonnöten sind. „Eine Kellerei muss bei ihren verschiedenen Sorten gleichbleibend gute Qualität anbieten. Sonst ist sie für uns uninteressant“, sagt der Experte. Von Waschers Fachkenntnis können nicht nur die Kunden im Laden profitieren. Er bietet auch Gastronomen Beratung an. Viele von ihnen machen sich zwar Gedanken darüber, wie sie ihre Speisekarte ausrichten, widmen aber der Frage, welcher Wein zu den Gerichten passt, nur wenig Aufmerksamkeit. Wascher freut sich, dass viele Restaurantbetreiber sein Angebot annehmen.

Mehr als 4000 Weine hat Vinoscout im Sortiment. Die meisten Importe stammen aus Italien, stark im Kommen sind Produkte aus deutschen Anbaugebieten. Der Anteil der Überseeweine liegt nur im einstelligen Prozentbereich. Kann sein, dass demnächst auch Weine aus solchen aus deutscher Sicht eher exotischen Anbauländern wie Kroatien und Slowenien ins Sortiment kommen.

Bei den Rotweinen sind 90 Prozent trocken, beim Weißen ist ihr Anteil etwas niedriger. Früher wurde sehr viel mehr lieblicher Wein getrunken. Und einen ganz neuen Trend gibt es auch: Seit einigen Monaten wird die Scheurebe stark nachgefragt. Unabhängig von Herkunftsländern, Geschmacksrichtungen und Rebsorten fasst Dirk Wascher den Trend so zusammen: „Er geht zu Qualität.“ Und falls Likörfreunde und -freundinnen sich zu erinnern glauben, dass es früher öfter Leute gab, die mal ein Gläschen mitgetrunken haben – sie täuschen sich nicht. „Likör ist eine Nische“, so Wascher. Bei den Spirituosen gehe der Trend zu Gin und Rum. Auf unverändert hohem Niveau sei die Nachfrage nach Wodka und Whisky.

Mit der Ansiedlung von Vinoscout wird das Leben im Europarc auch durch öffentliche Veranstaltungen bereichert. So besteht die Möglichkeit, bei gutem Essen und in zwangloser Atmosphäre Winzer und Weine kennenzulernen. Auch für Firmenevents werden die Räumlichkeiten angeboten. Wobei ein gewisser Bezug zum Hauptgeschäft schon vorhanden sein sollte – die Ausrichtung eines Brauereifestes streben die Weinhändler eher nicht an.

Von Stephan Laude

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