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Ärger um geplante Windräder geht weiter

Nichel Ärger um geplante Windräder geht weiter

Zwar haben die Gemeindevertretung Mühlenfließ und der Ortsbeirat Nichel in ihrer jüngsten Sitzung gegen den Bau von zwei neuen Windrädern in Richtung Rietz gestimmt – gleichzeitig betonten sie aber, dass sie eigentlich keinen Einfluss auf die endgültige Entscheidung haben. Bei den anwesenden Einwohnern stieß das auf Unverständnis.

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Ein anderes Projekt für den neuesten Windpark bei Nichel ist bereits im September vergangenen Jahres genehmigt worden.

Quelle: Peter Geisler

Nichel. Das Thema Windkraft hat in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Mühlenfließ und des Ortsbeirates Nichel erneut zu Diskussionen zwischen Anwohnern und Gemeindevertretern geführt. Zwei neue Windräder sollen durch die Energie Baden-Württemberg (EnBW) in Richtung Rietz errichtet werden – unweit des Hundezentrums von Thomas Baumann und seiner Frau.

Gemeindevertreter und Ortsbeirat haben am Ende zwar gegen den Bau der Windkraftanlagen gestimmt – wiesen aber auch mehrfach darauf hin, dass die endgültige Entscheidung nicht ihnen obliege. „Die Regionalplanung hat fesgelegt, dass hier ein Windeignungsgebiet ist“, stellte Niemegks Bauamtsleiter Thomas Griesbach klar. „Auch wenn die Gemeinde ’Nein’ sagt, kann die Baufirma trotzdem den Zuschlag bekommen.“

Hass und Wut beim Thema Windkraft

Bei den anwesenden Einwohnern stieß das auf Unverständnis. „Dann können wir ja gleich Flaschendrehen spielen“, sagte einer. „Wie weit wollt ihr es noch treiben? Wollt ihr alle aus dem Dorf raus haben?“, fragte ein anderer.

Auch Thomas Baumann hat die Sitzung genutzt, um noch einmal seinen Standpunkt deutlich zu machen. „Ich möchte nicht, dass Sie uns als Windenergie-Gegner sehen, eher als Windenergie-Agnostiker, die noch nicht voll und ganz überzeugt sind.“

Es werde zu blind-euphorisch mit der Energiepolitik umgegangen, was zu Hass und Wut in der Gesellschaft beim Thema Windkraft geführt habe. „Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte“, sagte Baumann.

Als die ersten Windkraftanlagen gebaut wurden, sei noch nicht an mögliche Nebenwirkungen gedacht worden. Und nun ließe sich die Windenergie nicht mehr stoppen. Er habe verschiedene Studien zum Thema gelesen.

Unter anderem sei nachgewiesen, dass der von den Windrädern ausgehende Infraschall das Herz störe und den Herzmuskel schädige. Die anwesenden Einwohner applaudierten am Ende der Ausführungen.

EnBW versuchte zu beschwichtigen

Katharina Schmiede, die bei der EnBW für die beiden Windräder zuständige Projektleiterin, wollte die Anwohner beschwichtigen. „Ich möchte betonen, dass das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist. Aktuell läuft das Genehmigungsverfahren und der Antrag wird einer vollumfänglichen Prüfung unterzogen. Natürlich haben wir das Hundezentrum im Blick.“

Auch das Unternehmen unterliege verschiedenen Auflagen der Genehmigungsbehörde. Diese achte darauf, dass alle nachbarschaftlichen Belange eingehalten seien.

In der Gemeinde Mühlenfließ ist ein anderes Projekt für den neuesten Windpark bei Nichel, der an die elf Anlagen bei Rietz anschließen wird, schon seit September gebilligt. Genehmigt sind darüber hinaus weitere, schon länger geplante Anlagen der Firma Enercon zwischen Niederwerbig und Grabow.

Von Josephine Mühln

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