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Potsdam-Mittelmark Welche Schätze auf der Baustelle schlummerten
Lokales Potsdam-Mittelmark Welche Schätze auf der Baustelle schlummerten
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13:55 22.02.2018
Das neue evangelische Gemeindehaus ist fast fertig. Auf der Baustelle wurden Kadavergruben und englisches Porzellan gefunden. Quelle: Stephan Laude
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Kleinmachnow

180 sogenannte archäologische Befunde – das ist das Ergebnis der Grabungen auf der Baustelle des neuen evangelischen Gemeindehauses in Kleinmachnow. Die Grabungen sind jetzt im Wesentlichen abgeschlossen. Der Archäologe Torsten Dressler hat am Sonnabend vor vielen interessierten Gästen berichtet, was er und seine Mitarbeiter alles ausgegraben haben am Zehlendorfer Damm. Da es sich um baubegleitende Grabungen handelte – also nicht um Forschungsgrabungen, beschränkten sich die Arbeiten auf die Eingriffstiefe des Baus.

Anhand von Keramikscherben lässt sich nachweisen, dass im Alten Dorf schon in der Jungbronzezeit, also vor etwa 3000 Jahren, Menschen gesiedelt haben. Aus dem Mittelalter stammt die „harte Grauware“, Keramiken, die bereits auf Töpferscheiben hergestellt wurden. Mittelalterliche Münzen wurden aber nicht gefunden, wie Dressler bedauerte.

Wie die Familie von Hake den Durst löschte

Auf dem jetzt neu bebauten Gelände fanden sich vor allem historische Zeugnisse aus der Zeit, als dort ein Wirtschaftshaus und zwei Stallungen des Guts der Familie von Hake standen. Aus der frühen Neuzeit stammen zum Beispiel ein Armbrustbolzen und Ofenkacheln. Sehr deutlich zeichnete sich in der Erde das Profil der Wirbelsäule eines Rindes ab. Insgesamt gab es fünf Kadavergruben. Einer der Funde gibt auch einem erfahrenen Archäologen wie Torsten Dressler Rätsel auf: eine sechs Meter lange und viereinhalb Meter breite Fläche mit Steinen, die etwa zur Form einer Acht aneinandergefügt wurden, dazu kommen Abflussrinnen. Vergleichbare Beispiele gebe es nicht, sagte Dressler.

Möglicherweise handele es sich um die Reste einer Zuckersiederei. Als besonders ergiebig erwiesen sich für die Archäologen zwei Müllgruben. Dort wurden zum Beispiel englisches Porzellan aus der Zeit nach 1870 und ein Messingleuchter gefunden, der um 1900 hergestellt wurde. Es ließ sich aber auch feststellen, wie Familie von Hake ihren Durst löschte: So wurde Bier aus Schöneberg geliefert, einen deutlich längeren Transportweg hatte das Danziger Goldwasser hinter sich.

Dressler schlug eine Ausstellung zu den Fundstücken vor

Ein Fundstück stammt aus der Zeit kurz vor der Zerstörung des Rittergutes durch Brandbomben im März 1943: die Blechmarke eines Wehrmachtssoldaten. Wie aus den Abkürzungen hervorgeht, handelte es sich um einen Kradfahrer, der sich zur Genesung in Kleinmachnow aufhielt. Das passt zum letzten Kapitel in der Geschichte des Gutes: Nach Angaben des Vorsitzenden des Heimatvereins, Axel Mueller, diente das Herrenhaus während des Krieges als Verwundetenlager.

Das Archäologiebüro führte die Grabungen im Auftrag des Landesdenkmalamtes aus. Dressler betonte, Archäologie verdiene eine breite Öffentlichkeit. Er regte deshalb an, die Fundstücke in einer Ausstellung zu präsentieren.

Umzug zu Ostern

Das neue Gemeindehaus am Zehlendorfer Damm wird am Ostersonntag, 1. April, 14 Uhr, mit einem Widmungsgottesdienst eingeweiht. Im bisherigen Gemeindehaus findet am Karfreitag, 14 Uhr, der Entwidmungsgottesdienst statt. Daran schließt sich eine Prozession zum Neubau an.

Das Haus am Jägerstieg möchte der Heimatverein als Kleinmachnow-Museum nutzen. Er stellt sich einen kreativen Ort zur Aufbereitung der Geschichte der Region vor.

Von Stephan Laude

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