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Welpenschule geht vor die Hunde

Baubehörde will Übungsplatz in Ferch nicht genehmigen Welpenschule geht vor die Hunde

Die zertifizierte Hundetrainerin Annette Bräu aus Ferch bangt um ihre Existenz. Sie braucht von der Bauaufsicht der Kreisverwaltung eine Baugenehmigung für drei transportable Trainingsgeräte auf dem Hundeübungsplatz und für einen Zaun.

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Wenn die Kreisbaubehörde keine Ausnahme zulässt, muss sich Hundetrainerin Annette Bräu bald arbeitslos melden.

Quelle: Privat

Potsdam. Ohne diese Genehmigung kann sie ihre Welpenschule nicht weiterführen. Doch die Behörde hat erhebliche Bedenken und will ihr die Genehmigung nicht geben.

Zwar sind in bestimmten Fällen auch für das Bauen im sogenannten Außenbereich Ausnahmeregelungen möglich, doch in der Laufbrücke, der Wippe, dem Gestell mit Sprungreifen und dem Zaun um den geplanten Hundeübungsplatz in Glindow, die Bräu genehmigen lassen muss, sieht die Kreisbaubehörde eine "Splitterbebauung ..., die zur weitreichenden Vorbildwirkung für andere Bauwillige führt, die sich dann darauf berufen können". Bräu soll ihren Bauantrag zurücknehmen, da er sonst ohnehin abgelehnt wird, erklärt die Bauaufsicht im Anhörungsschreiben vom 7. Oktober dieses Jahres.

Als Annette Bräu vor acht Jahren die bundesweit einzige Hundeakademie in Darmstadt mit einer Lizenz als Trainerin verließ, mietete sie am Rande von Michendorf von einer Privateigentümerin ein Grundstück und eröffnete dort ihre Welpenschule. Niemand im Amt Michendorf habe ihr seinerzeit beantworten können, ob sie für den Platz eine Genehmigung braucht, sagt Bräu. Jetzt fiel der Bauaufsicht bei einem Kontrollgang Ende März dieses Jahres das handgemalte Hinweisschild "Welpenschule" am hinteren Zaun des Übungsplatzes ins Auge. Da keine Baugenehmigung vorlag, untersagte die Behörde der Trainerin zunächst die weitere Nutzung in Michendorf, gestattete ihr allerdings später, den Platz noch bis zur Entscheidung über das Projekt in Glindow weiter betreiben zu dürfen.

Da Annette Bräu inzwischen nach Ferch gezogen war, hatte sie sich in der Gemeinde Schwielowsee nach einer geeigneten Fläche erkundigt. Doch Schwielowsee konnte ihr nicht helfen. Die Stadtverwaltung Werder bot ihr schließlich eine Fläche am Ortsrand von Glindow an und wies auch auf die notwendige Baugenehmigung hin. Dass Bräu den Pachtvertrag mit Werder ausgerechnet am 1. April unterschrieben und auch die Pacht für dieses Jahr schon entrichtet hat, empfindet sie jetzt schon fast als einen makabren Aprilscherz.

In Annette Bräus Welpenschule lernen vor allem unerfahrene Hundehalter den richtigen Umgang mit dem neuen Familienmitglied. Außerdem werden sie über Rechte und Pflichten ‒ beispielsweise über die Anzeigepflicht für bestimmte Hunde ‒ aufgeklärt. Annette Bräu sensibilisiert ihre Kursteilnehmer auch für den Tierschutz, indem sie an sie appelliert, auch mal darauf zu achten, wie der Nachbar seinen Vierbeiner hält. Gemeinsam mit einer Tierarztpraxis in Michendorf hat die Trainerin einen Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter aufgebaut. Mehrmals im Jahr fährt Annette Bräu zu Fortbildungsveranstaltungen in die Hundeakademie nach Darmstadt. Mit ihr will Bräu im nächsten Jahr ein Seminar zum Thema Körpersprache zwischen Hund und Hund sowie zwischen Hund und Mensch veranstalten.

Besorgte Hundehalter und die Michendorfer Tierarztpraxis haben jetzt eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Welpenschule gestartet. Die Listen sollen einem Brief beigelegt werden, den Annette Bräu an das Umweltministerium schreiben und um Hilfe bitten will. Ob das Land die Existenz der ausgebildeten Trainerin retten wird, bleibt abzuwarten.

Von Heinz Helwig

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