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Wenig Kitaplätze: Tagesmütter immer beliebter

Bad Belzig Wenig Kitaplätze: Tagesmütter immer beliebter

Weil vielerorts Kitaplätze fehlen, erleben Tagesmütter eine immer stärke Nachfrage – auch in Bad Belzig. Sie punkten zudem mit einem familiären Ambiente und flexiblen Betreuungszeiten. Petra Müller hat auf das Problem reagiert und den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt – Umbauarbeiten im eigenen Haus inklusive.

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Petra Müller (56) aus Bad Belzig hat erst vor kurzem den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und arbeitet jetzt als Tagesmutter.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. Tagesmutter oder Kita – vor dieser Entscheidung stehen Eltern bald nach der Geburt des Nachwuchses. Locken bei Tagesmüttern vielfach flexiblere Betreuungszeiten und ein familiäres Umfeld, können Tagesstätten mit ausgebildetem Personal punkten. Steigende Geburtenzahlen und steter Zuzug haben im Hohen Fläming zwischenzeitlich jedoch dafür gesorgt, dass für viele Mütter und Väter genau diese Wahlmöglichkeit aber kaum noch besteht.

So übersteigt längst auch in Bad Belzig die Nachfrage nach Kita-Plätzen das vorhandene Angebot. Nach Aussage von Heinz Friese aus dem Hauptamt stehen aktuell die Namen von vier Jungen und Mädchen auf einer Warteliste, deren Eltern händeringend einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs suchen. Neben den kommunalen Einrichtungen und den Betreuungsangeboten des Vereins „Wir“ bieten aktuell fünf Tagesmütter in der Kur- und Kreisstadt diese Dienstleistung an.

Petra Müller ist eine von ihnen. Sie ergänzt den Reigen der Tagesmütter erst seit dem 1. Oktober und hat den Schritt in die Selbstständigkeit damit zu einem idealen Zeitpunkt gewagt. Probleme, die von ihr angebotenen drei Plätze zu besetzen, hatte sie nicht. Im Gegenteil: Die ersten Anfragen trudelten bereits ein, als sie sich für das neue berufliche Aufgabenfeld gerade erst weiterbildete.

„Ursprünglich habe ich Damen-Maßschneiderin gelernt“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Bereits vor der Wende in verschiedenen Jobs tätig – unter anderem vorübergehend auch in einer Kindereinrichtung – hatte sie sich im vergangenen Jahr für die berufliche Neuorientierung entschieden. Als Quereinsteigerin musste sie einen 160 Stunden umfassenden Unterrichtskurs inklusive spezielle Erste-Hilfe-Ausbildung sowie Praktika absolvieren.

70 Kinder in Tagespflege

Die meisten Kindertagespflegestellen gibt es im Amt Brück. In sechs Einrichtungen an fünf Orten gibt es insgesamt 35 Plätze.

Außerdem werden Angebote in Nachbarkommunen genutzt, wie das Hauptamt berichtet.

In Bad Belzig gibt es neuerdings fünf Tagesmütter, die je fünf Kinder betreuen können. In der Kur- und Kreisstadt wird außerdem noch der Aufbau einer Eltern-Kind-Gruppe als weitere Offerte beabsichtigt.

Die Tagespflege in Lobbese ist die einzige in der Stadt Treuenbrietzen, jene in Mörz die einzige im Amt Niemegk. In der Gemeinde Wiesenburg/Mark gibt es laut MAZ-Umfrage diese Alternative derzeit gar nicht.

Danach richtete sie das große Kinderzimmer im Haus am Ortsausgang nach Borne ein, in dem die „Wichtel vom Stollenberg“ nunmehr spielen, essen und schlafen. Es ist hell und freundlich. „Ursprünglich war dieser Raum das Esszimmer der Familie“, sagt die frisch gebackene Tagesmutter.

Für die Mini-Kita im familiären Ambiente wurde im Wohnhaus umgeräumt und ausgebaut. Neben dem Kinderzimmer gibt es für den Nachwuchs ein eigenes Bad, eine kleine Diele und natürlich einen Spielplatz im Garten – mit Sandkasten, Rutsche, Schaukel und allem, was dazu gehört. Mit ihrem Angebot der extra langen Betreuungszeit von 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr hat die 56-Jährige einen Vollzeitjob. Nach Ablauf von drei Monaten kann Petra Müller die Erhöhung der Kapazität auf fünf Kinder gestattet werden. Auch für diese Plätze hat die 56-Jährige bereits Nachfragen erhalten.

Peggy Schulz aus Bad Belzig gehört wiederum zu den dienstältesten Tagesmüttern in der Stadt. „Ich bin 2003 gestartet“, sagt sie. Ebenfalls als Quereinsteigerin. Sie hat für den verantwortungsvollen Job bereits diverse Weiterbildungen absolviert. Die 47-Jährige betreut fünf Kinder im Krippenalter und ist damit ebenfalls voll ausgelastet.

„Auch bei mir gibt es eine Warteliste, auf der sechs Namen stehen“, ergänzt sie. In Ermangelung von Kindergartenplätzen, in den die Mädchen und Jungen zumeist ab dem dritten Lebensjahr wechseln, hat sie sich mittlerweile dazu entschlossen, den Nachwuchs über den dritten Geburtstag hinaus zu betreuen. „Bei Bedarf bis sie vier Jahre alt sind“, erklärt Peggy Schulz und ergänzt: „Dafür muss aber auch die Chemie in der Gruppe stimmen.“

Weiterbildungen hält sie für unerlässlich. „Unsere Arbeit ist mehr als nur Babysitting“, bemerkt die Kurstädterin, während Ella, Sophia, Melina, Lucie und Karl ihr Mittagsschläfchen halten.

Probleme, die angebotenen Plätze zu besetzen, hatte Peggy Schulz jedoch noch nie. Als Hauptgrund dafür hat sie die flexiblen Betreuungszeiten von Tagesmüttern ausgemacht.

Von Christiane Sommer

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