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Wenige Sünder beim Blitzer-Marathon

Dietersdorf Wenige Sünder beim Blitzer-Marathon

Anlässlich des europaweiten Aktionstages gegen Raserei hat die Polizei im Fläming am Mittwoch zwei Messstellen aufgebaut. Während des Blitzer-Marathons werden Kraftfahrer in Dietersdorf und Bad Belzig kontrolliert. Doch nur selten geht die Haltekelle hoch. Denn die meisten Fahrzeuge sind an dem Vormittag mit korrektem Tempo auf der B 2 unterwegs.

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Tempokontrolle in Dietersdorf: Die Polizisten Harald Rippl und Uwe Münzinger (li.) nehmen am Mittwoch an der B 2 Fahrzeuge mit der Laserpistole ins Visier.

Quelle: Thomas Wachs

Dietersdorf. Wer an diesem Mittwochvormittag auf der Bundesstraße 2 durch Dietersdorf rollt, gerät unweigerlich ins Visier der Polizei. Am Abzweig nach Pflügkuff haben drei Beamte kurz nach 7 Uhr Stellung bezogen. Polizeihauptmeister Harald Rippl richtet die auf einem Stativ montierte Laser-Pistole mal in die eine, mal in die andere Richtung der Ortsdurchfahrt.

Dieser Kontrollpunkt ist ein Element des dritten europaweiten „Blitzer-Marathons“. So wie am Nachmittag auch der Einsatzort an der Lübnitzer Straße und an weiteren Punkten in Bad Belzig. Mit der Aktion will auch die Polizei im Land Brandenburg über 24 Stunden hinweg bei Kraftfahrern das Bewusstsein dafür schärfen, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen noch immer die Unfallursache Nummer eins bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge sind. „Allein im vorigen Jahr starben 35 Menschen bei geschwindigkeitsbedingten Unfällen“, sagt Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke.

Weniger Unfalltote aber mehr Verletzte

Im vorigen Jahr ging die Zahl der Unfalltoten bei geschwindigkeitsbedingten Unfällen im Land Brandenburg deutlich zurück. Sie sank von 75 im Jahr 2015 auf 35 im Jahr 2016.

Angestiegen sind dennoch die Zahlen der Verletzten von 1401 im Jahr 2015 auf 1568 im Jahr 2016 sowie der Schwerverletzten von 500 auf 551.

Geblitzt und gelasert wird seit Mittwochmorgen für 24 Stunden landesweit an rund 200 Kontrollstellen.

Ein Lasergerät zur Tempokontrolle kann Fahrzeuge in einer Entfernung bis zu 1000 Metern erfassen.

Durch die Optik des Messgerätes kann der Polizist auch erkennen, ob Insassen angeschnallt sind und ob Fahrer zuweilen mit dem Handy hantieren.

Obwohl der Blitzer-Marathon für diesen Tag bewusst auch breit durch alle Medien geht, muss Jürg Schreyer an dem Vormittag in Dietersdorf ab und an die Kelle zücken und Autofahrer stoppen. Bis 10 Uhr werden sieben Sünder ertappt, die in der Allee vor dem Ortseingang schneller als mit den dort erlaubten 70 Stundenkilometern unterwegs waren. Zumeist erwischt es Autofahrer. Aber auch ein Lastwagen wird gestoppt. Spitzenreiter ist zu diesem Zeitpunkt ein BMW mit Bonner Kennzeichen. 96 Stundenkilometer zeigt das Display der Laserpistole, als der SUV aus Richtung Marzahna kommend, noch vor dem Ortsschild ins Visier der Laser-Pistole gerät.

Jürg Schreyer verpasst dem Fahrer eines BMW aus Bonn einen Bußgeldbescheid für Tempo 96 auf der 70er-Strecke, während Harald Rippel nun inner

Jürg Schreyer verpasst dem Fahrer eines BMW aus Bonn einen Bußgeldbescheid für Tempo 96 auf der 70er-Strecke, während Harald Rippel nun innerorts kontrolliert.

Quelle: Thomas Wachs

Abzüglich der Toleranz bringt die Überschreitung dem Kraftfahrer ein Bußgeld und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünder-Datei ein. „Pech gehabt“, sagt der Autofahrer. Und auch die Polizisten wissen, dass wenige Kilometer weiter südlich in Sachsen-Anhalt auf der gleichen Alleen-Strecke der Bundesstraße  2 wieder Tempo 100 erlaubt ist. „Doch so sind die Regeln hier bei uns in Brandenburger Alleen, die wir durchsetzen müssen“, sagt Jürg Schreyer. „Die meisten der ertappten Kraftfahrer sind einsichtig“, erklärt der Polizeikommissar.

Kontrollen auch außerhalb des Aktionstages

Gemeinsam mit seinem Kollegen Uwe Münzinger greifen die Treuenbrietzener Revierpolizisten auch außerhalb des Aktionstages mehrmals wöchentlich zur Laser-Pistole. Vor der Albert-Schweitzer-Grundschule, in der Umleitungsstrecke am Kameruner Weg oder auch in der Tempo-30-Zone zum Krankenhaus und der Kindertagesstätte hin sind ihre Schwerpunkte. „Wir können aber nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Uwe Münzinger. „Denn aus allen Orten kommen immer wieder Forderungen, um gegen die gefühlte Raserei vorzugehen“, erzählt der Polizeihauptmeister.

Bis zu 1000 Meter weit können Polizisten Autofahrer ins Visier der Laserpistole nehmen

Bis zu 1000 Meter weit können Polizisten Autofahrer ins Visier der Laserpistole nehmen.

Quelle: Thomas Wachs

Am Mittwochvormittag in Dietersdorf fällt die Bilanz nach seiner Einschätzung gut aus. Hunderte Kraftfahrer passieren die Kontrollstelle in beide Richtungen mit korrektem Tempo. Davon werden 131 ins Visier genommen. Innerhalb der Ortschaft wird gar keine Überschreitung registriert. Außerhalb sind es am Ende der mehrstündigen Kontrolle neun Temposünder. Spitzenreiter wird ein Kraftfahrer, der mit 102 Stundenkilometern in die Bußgeld-Bilanz eingeht und Punkte in Flensburg sammelt.

Von Thomas Wachs

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