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Weniger Einsätze für die Feuerwehren

Brück Weniger Einsätze für die Feuerwehren

Brücks Amtswehrführer Uwe Paul zieht eine erfreuliche Bilanz: Die insgesamt 247 Kameraden der zehn Ortswehren des Amtes Brück mussten 2016 nicht so häufig ausrücken wie noch im Jahr davor. Allerdings gab es nicht für alle ehrenamtlichen Einsatzkräfte weniger zu tun. Denn gerade die Autobahn 9 hält den Bedarf für technische Hilfe nach Unfällen hoch.

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Vor allem die Brücker Ortswehr ist häufig bei Hilfseinsätzen auf der Autobahn gefordert, hier im Mai 2016 bei einem Pkw-Brand.

Quelle: Julian Stähle

Brück. Die Einsatzzahlen der Wehren im Amt Brück sind insgesamt rückläufig. Das geht aus der Bilanz für 2016 hervor. Diese hat Amtswehrführer Uwe Paul jetzt den Lokalpolitikern im Amtsausschuss präsentiert.

Demnach waren die ehrenamtlichen Helfer im vorigen Jahr bei 192 Einsätzen gefordert. Im Jahr 2015 mussten sie insgesamt noch zu 244 Hilfeleistungen ausrücken. Dabei machen wirkliche Brandeinsätze den deutlich geringeren Teil aus. Deren Zahl lag 2015 bei 20 und ein Jahr darauf bei 17 Fällen.

Weniger Tote und Verletzte

„Der Rückgang ist ein gutes Zeichen, vor allem die Zahl der Autounfälle hat abgenommen“, sagt Uwe Paul erfreut. Allerdings treffe das nicht auf die Brücker Ortswehr zu. Dort mussten die Männer und Frauen in den beiden vergangenen Jahren jeweils 83 Mal alarmiert werden. Was laut Paul auch daran liegt, dass Brück für Autobahnabschnitte der A 9 zuständig ist, wo es immer wieder zu Unfällen kommt.

Gesunken ist laut Bilanz auch die Zahl der bei Unfällen beeinträchtigten Menschen. Gab es dabei im Jahr 2015 noch sechs Tote und 31 Verletzte wurden 2016 drei Personen getötet und 13 verletzt.

Die Einsatzbereitschaft und Verfügbarkeit der Floriansjünger schätzt Uwe Paul bei allen Wehren als ausreichend ein. Sowohl am Tage als auch in der Nacht. Allerdings ist sie tagsüber, wenn viele Einsatzkräfte auch außerhalb der Wohnorte ihren Berufen nachgehen, nicht so hoch wie nach Feierabend. Ausnahme ist Cammer. Dort waren bei Einsätzen am Tage im Durchschnitt 6,4 Leute verfügbar. Nachts waren es im Schnitt fünf Kräfte.

Die Feuerwehr in Zahlen

Aktuell sind 247 Kameraden im Amt Brück im aktiven Dienst. 170 weitere gehören der Ehrenabteilung an. Zudem werden 100 Kinder auf den Dienst vorbereitet.

Die Einsatzkräfte sind in zehn Wehren engagiert. Sie haben 21 Fahrzeuge zur Verfügung, die in elf Gerätehäuser parken.

In der Stadt Brück gibt es zwei Gerätehäuser, eines südlich und das zweite nördlich der Bahnlinie quer durch die Stadt.

Aktuell sind insgesamt 247 Kameraden im Amt Brück im aktiven Dienst. 170 weitere gehören der Ehrenabteilung an. „Der Ausbildungsstand unserer Kameraden ist besser als gut“, lobt der Amtswehrführer. Er berichtet auch von psychisch durchaus schwierigen Einsätzen. Beispielsweise an der Bahnstracken. Das waren die Kräfte aufgefordert worden, zwischen Brück und Brück-Gömnigk nach einem tragischen Unfall nach Leichenteilen im Gleisbett zu suchen. Allerdings gab es auch mysteriöse und kuriose Alarmierungen. So sollte in der Brücker Karl-Friedrich-Straße laut Meldung eine „technische Hilfeleistung Gas“ erfolgen. Es stellte sich bei Messungen jedoch heraus, dass das Gas vor allen aus den elektrisch betriebenen Straßenlaternen entwich.

Immer mehr technische Hilfe nötig

Immer mehr technische Hilfe nötig: Auf der Bundesstraße 246 kam es am 31. Januar dieses Jahres zwischen Brück und Neuendorf zu einem schweren Verkehrsunfall.

Quelle: Julian Stähle

Auch einige Einsätze im Flüchtlingsheim auf dem Gelände der Fläming-Kaserne am Übungsplatz Lehnin-Brück hielten die Floriansjünger auf Trab. „Sie waren aber nicht notwendig“, berichtet Uwe Paul. „Denn die Brandmelder sprangen nur an, weil in Gebäuden geraucht worden ist oder in den Zimmern gekocht wurde“, erzählt der Amtswehrführer.

Jugendwehren in Schlagkraft verdoppelt

Besonders stolz mache ihn, dass sich die Zahl der Jugendlichen und Kinder in den Reihen der jungen Bandschützer in vergangenen zwei Jahren verdoppelt hat. Rund 100 Kinder werden nun an den Dienst herangeführt.

Nachwuchswerbung

Nachwuchswerbung: Die Brücker Feuerwehr bei einer Einsatzübung in der Grundschule.

Quelle: Thomas Wachs

Positiv bewertet Paul zudem, dass es in der zwischenzeitlich gefährdeten Ortswehr in Deutsch Bork heute wieder 18 aktive Kameraden gibt. Sie hoffen nun auf ihr neues Gerätehaus.

Allerdings sind in den vergangenen Jahren einige Ortswehren abgemeldet worden. Heute gibt es noch zehn davon. Nach der politischen Wende 1989 gab es auf dem Gebiet des heutigen Amtes Brück noch 15 aktive Wehren. Mit Oberjünne, Brück-Trebitz, Freienthal, Alt Bork und Baitz wurden jedoch nach und nach fünf Löschgruppen abgemeldet. „Alt Bork wird nun von Deutsch Bork mit betreut und auch die Brunnen gewartet“, berichtete der Feuerwehrchef. Nach seiner Einschätzung werden die Brandschutzaufgaben nicht vernachlässigt.

Die meisten Blauröcke sind in Brück aktiv

Mit 41 Kameraden sind in Brück die meisten Blauröcke aktiv. Dicht gefolgt vom Stadtteil Gömnigk und der Gemeinde Golzow mit jeweils 35 Männern und Frauen. Cammer mit 26, vor Linthe mit 24 und Damelang mit 22 Einsatzkräften führen die Statistik der anderen Dörfer an. Dabei haben sie jeweils sogar mehr Mitglieder als die wesentliche größere Gemeinde Borkheide. Dort gehören 21 Aktive der Wehr an. Allerdings waren sie sehr häufig im Einsatz. Im Jahr 2015 mussten sie 61 Mal ausrücken und bewältigten damit ein Viertel der Einsätze der Wehren im Amt. Im Vorjahr wurde ihre Hilfe jedoch nur 27 Mal angefordert, erklärt Uwe Paul.

Die Frage der Borkheider Abgeordneten Edda Haage, wie viele Frauen in den Feuerwehren des Amtes aktiv seien, konnte Amtswehrführer Uwe Paul nicht konkret beantworten. „Ich gehe aber von etwa 30 Prozent aus“, schätzt der Amtswehrführer.

Von Andreas Koska

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